Länderspiel-Pflichten

Tirana statt Wolfratshausen: Wolfinger fehlt dem BCF

Augen zu und durch: Während Sandro Wolfinger (re.) ein EM-Qualifikationsspiel mit Lichtenstein bestreitet, kämpfen seine Wolfratshauser Teamkollegen heute daheim gegen Schwaben Augsburg um Punkte für den Klassenerhalt. foto: hl

Auch im Heimspiel gegen den TSV Schwaben Augsburg (Samstag, 14 Uhr, Isar-Loisach-Stadion) muss der BCF Wolfratshausen mit einem kleinen Kader gegen einen furios gestarteten Aufsteiger ankämpfen.

Eigentlich kann der Ballclub ja stolz sein, einen Nationalspieler in seinen Reihen zu wissen. Blöd ist nur, wenn besagter Kicker zeitgleich zu einem Bayernliga-Punktspiel sein Land dann auch vertreten muss. Während die Farcheter Belegschaft um den zweiten Saisonerfolg ringt, weilt Sandro Wolfinger (26) nämlich in Tirana. Dort steht das EM-Qualifikationsspiel seiner Lichtensteiner gegen Albanien an.

Einmalig ist gerade noch so zu verkraften. Schlimmer wird es, wenn sich ein zweiter Außenverteidiger verletzt abmeldet. So geschehen im Fall von Andrej Skoro, den die Leiste plagt. „Die nächsten Beiden aus der Viererkette, die fehlen“, seufzt Marco Stier. Wolfinger ist durch Chafi Gobitaka annähernd adäquat zu ersetzen, wenngleich es sich um zwei völlig unterschiedliche Spielertypen handelt. Die Linksverteidiger-Position indes muss mit fachfremdem Personal besetzt werden. Stier wollte sich diesbezüglich am Freitag noch nicht festlegen. Der BCF-Cheftrainer hat sich selbst einen Überblick über mögliche Rückkehrer verschafft. Das Ergebnis: „Die nächsten drei Wochen werden noch hart – aber das wussten wir.“ Das Versprechen des 33-Jährigen: „Ende September werden wir wieder alle Mann zur Verfügung haben.“ Angedachte Aktivitäten auf dem Transfermarkt sind hingegen hinfällig. Bis zur Winterpause wird der BCF „nichts mehr machen“. Immerhin konnte Stier Jona Lehr davon überzeugen, statt in Teil- bis auf Weiteres in Vollzeit für die Wolfratshauser Fußball zu spielen und an jeder angesetzten Übungseinheit teilzunehmen.

Angesichts der personellen Engpässe helfen nur Durchhalteparolen. „Wir halten weiter zusammen, müssen mehr über den Kampf kommen“, stärkt Stier zumindest verbal das Selbstvertrauen seiner Eleven. Verbunden mit einer beinahe schon flehenden Bitte an das Schicksal: „Wir brauchen jetzt endlich mal Glück.“ Selbiges war dem Ballclub in dieser Saison wirklich nicht allzu oft hold. Der 33-Jährige wählt für das heutige Heimspiel doch wieder eine etwas offensivere Taktik: „Vielleicht liegt uns das doch mehr.“

Ähnlich wie Schwaben Augsburg die Bayernliga. Derzeit rangiert der überraschend starke Aufsteiger auf dem vierten Rang, hat vier Siege und zwei Unentschieden eingefahren bei zwei Niederlagen. Zuletzt feierte der Traditionsverein einen 2:1-Erfolg über den SV Pullach und holte ein 2:2-Remis beim Nachbarklub TSV Schwabmünchen. Stier hatte bei einem Spionagetrip ein „eingespieltes“ Team mit vielen einstudierten Laufwegen ausgemacht. Zudem hätten die Schwabenritter – so der Spitzname der Fuggerstädter, die von Ex-Profi Sören Dreßler (FC Augsburg, FC Ingolstadt) trainiert werden – „viele großgewachsene Spieler“. Klare Sache: „Das wird eine Mammut-Aufgabe für uns“, betont der Trainer.

Quelle: fussball-vorort.de

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