„Bei der Geburt meiner Söhne war ich nicht so nervös“

Holger Drogan ist Bayerischer Meister im Doppel

Bayerische Doppel-Meister: Peter Drogan (r.) vom TV Miesbach holt sich mit David Assmann den Titel. 
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Bayerische Doppel-Meister: Peter Drogan (r.) vom TV Miesbach holt sich mit David Assmann den Titel. 

Für Holger Drogan ist ein Traum wahr geworden: Der 55-jährige Tischtennis-Spieler des TV Miesbach wird Bayerischer Meister im Doppel. 

Bogen – Um bei der Bayerischen Einzel-Meisterschaft der Leistungsklasse B (Einstufungspunkte 1501 bis 1650) am Tisch zu stehen, ist eine hohe Hürde zu nehmen. Nur wer in einem der 16 Bezirke im Einzelfinale steht, erhält einen Startplatz. Holger Drogan vom TV Miesbach hatte sich über den Bereich Oberbayern Süd – zu dem gut 100 Vereine gehören – für das weiß-blaue Event qualifiziert und sich jetzt mit dem Bayerischen Meistertitel im Doppel einen Traum erfüllt. „Das war das Highlight in meinem Sportler-Leben“, sagt der 55-Jährige nach dem 3:1-Finalsieg. „Bayerischer Meister im Doppel. Davon werde ich immer zehren.“

Holger Drogan fing mit acht Jahren an

Neben Skifahren, Tennis und Fußball interessierte den gebürtigen Tegernseer schon immer auch das Treiben mit der Zelluloidkugel. Als Heide Rosendahl 1972 bei den Olympischen Spielen in München im Weitsprung die Goldmedaille gewann, schlug Drogan als Achtjähriger zum ersten Mal in der Turnhalle in Bad Wiessee auf den kleinen 38-Millimeterball. Wie es dazu kam, dass er die damals von Asiaten bevorzugte Schlägerhaltung Penholder nutzte, weiß er noch genau: „Das sah ich im Fernseher, und es hat mir imponiert.“ Den Nachteil, dass die Rückhandseite des Schlägers nur eingeschränkt zu nutzen ist, kompensierte Drogan mit Schnelligkeit. Er war flott auf den Beinen unterwegs und konnte so bevorzugt die Vorhand einsetzen.

1988 wechselt Holger Drogan zum TV Miesbach

Nach dem Hausbau im Gewerbegebiet Nord der Kreisstadt wechselte Drogan im Jahr 1998 zum TV Miesbach unter der Option, an der Seite des ehemaligen Bundesliga-Profis Horst Thein Doppel spielen zu dürfen. Neben dem Mannschaftsspielbetrieb im Verein interessierte sich Drogan seit jeher für Turniere und Meisterschaften. Und der 55-Jährige führt akribisch darüber Aufzeichnungen. Alleine in diesem Jahr wechselte er neun Mal den Partner. Mit Dreien von ihnen gewann er. Auch bei der B-Klassenmeisterschaft des Bezirks Oberbayern Süd stand Drogan ganz oben. Sein Partner aber schied im Einzel im Achtelfinale aus. Zu wenig, um bei der Bayerischen Meisterschaft dabei zu ein. Drogan wurde – wie im Vorjahr – Dritter und rückte über seine hohen Einstufungspunkte nach.

Holger Drogan ältester Teilnehmer bei Bayerischer Meisterschaft

Den Einzelsieger von Oberbayern Süd stellte mit David Assmann der TSV Hohenpeißenberg. Ein neues Paar hatte sich gefunden. Im niederbayerischen Bogen war der 55-jährige Miesbacher der Älteste im Teilnehmerfeld. Einer von drei möglichen Siegen im Einzel reichte nicht, um in die K.o.-Runde der besten 16 zu kommen.

Aber es blieb ja noch das Doppel. Hier war jedes Match ein Krimi. Zwei Bälle im Finalsatz entschieden im Achtelfinale über das Weiterkommen. Auch im Viertel- und Halbfinale ging es über die volle Distanz. Für das Endspiel wurde dann die Box umgebaut und erweitert. Fernsehgerechter roter Boden und ein zweiter Stuhl für einen Zählrichter. Unter den Zuschauern fand sich auch BTTV-Präsident Konrad Grillmeyer. Ein beeindruckendes Ambiente. 

Holger Drogan macht es im Finale spannend

Drogan/Assmann verschafften sich mit einer 2:0-Satzführung im Endspiel eine gute Ausgangssituation, vergaben aber im vierten Durchgang drei Matchbälle. Wieder eine Finalsatzentscheidung. „Bei der Geburt meiner Söhne war ich nicht so nervös“, erzählt Drogan. Aber er und sein Partner behielten mit 11:7 das bessere Ende für sich. „Bei der Siegerehrung hatte er nasse Augen“, verrät Drogans Ehefrau Erika. „Er hat sich den Titel so sehr gewünscht.“

Der Penholderspieler denkt nun noch lange nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Als Vorbild dient Drogan sein ehemaliger Doppelpartner Horst Thein. Erst nach 32 Jahren für den TV Miesbach legte dieser mit 78 Lenzen sein Hartbrett in den Schrank. 

ko

Quelle: Merkur.de

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