Hallenfußball

Karlsfeld, Emmering, Türk und FFB weiter

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Die Löwen-Fans sorgten für Stimmung in der Schererhalle.

Als einziges Vorrundenturnier des diesjährigen Dachauer Hallenmasters wurde der dritte Qualifikationstag noch im alten Modus mit zwei Vierer-Gruppen und den anschließenden Überkreuzspielen über die Bühne gebracht. Das Ticket für das Finalturnier am 4./5. Januar 2019 lösten der FC Emmering, der Titelverteidiger TSV Eintracht Karlsfeld, der SV Türk Dachau und der SC Fürstenfeldbruck.

VON MORITZ STALTER

Der dritte Qualifikationstag des Herbert-Reischl-Gedächtnisturnieres um den VR-Cup begann mit einer faustdicken Überraschung. Im ersten Spiel unterlag Eintracht Karlsfeld, als Landesligist der klassenhöchste Verein des Tages, dem Kreisligisten TSV 1860 München III mit 0:1. Die Löwen holten aus ihren nächsten beiden Spielen gegen den SV Türk Dachau und den SV Ampermoching vier Punkte und gewannen die Vorrundengruppe A.

Vorrunde

Sportlich kristallisierten sich in beiden Gruppen schnell die spielstärksten Mannschaften heraus. In der Gruppe A war das neben dem TSV 1860 München III der Vorjahressieger Eintracht Karlsfeld, der die anderen beiden Gruppenspiele gegen Ampermoching (4:0) und Türk Dachau (4:1) souverän gewann. Dennoch war Trainer Jochen Jaschke mit der Leistung seiner Mannschaft nicht ganz zufrieden. „Bis auf zwei Spieler haben alle schon in der Landesliga gespielt. Dafür war das etwas wenig“, sagte Jaschke.

Auf Platz drei landete der SV Türk Dachau, der in der Vorrunde die komplette Palette von einem Sieg (3:0 gegen Ampermoching), einem Remis (0:0 gegen 1860 München III) und einer Niederlage (1:4 gegen Karlsfeld) anbot. Abgeschlagen Letzter wurde Ampermoching. Der A-Klassist holte keinen Punkt und war von allen acht Teilnehmern am dritten Turniertag das einzige Team, das im zweistelligen Gegentorbereich lag (2:10 Tore).

In der Vorrundengruppe B setzte sich mit dem SC Fürstenfeldbruck der Favorit durch. Die Brucker waren mit nur sechs Feldspielern angereist, holten dann aber als einziges Team die maximal möglichen neun Punkte aus den drei Gruppenspielen. Gegen die beiden Kreisligisten FC Emmering und TSV Geiselbullach (jeweils 2:1) sowie den A-Klassisten TSV Günding II (1:0) gewann der SCF zwar knapp, aber verdient. Mit Manuel Stangl hatten die Fürstenfeldbrucker den wohl spektakulärsten Spieler des Tages in ihren Reihen.

Der in Dachau aus seiner Bayernliga-Zeit beim TSV 1865 Dachau bestens bekannte Stangl spielt eigentlich beim TSV Indersdorf, lief aber mit einer Gastspielergenehmigung für Fürstenfeldbruck auf. Der 25-Jährige verteilte als zentraler Angreifer die Bälle, ließ auf engem Raum reihenweise Gegenspieler aussteigen und erzielte den wohl schönsten Treffer: Einen herunterfallenden Ball ließ er aufhüpfen und schoss ihn denn per Rabona, also hinter dem Standbein, so fest über den Kopf des gegnerischen Torhüters, dass der nicht mehr reagieren konnte.

Auch einige der Sechzig-Fans, die sich vornehmlich mit dem eigenen Team beschäftigten, applaudierten anerkennend.

Dahinter entwickelte sich ein Dreikampf um den zweiten Platz. Den sicherte sich das niederklassigste Team der Gruppe, der SV Günding II. Der SVG war die minimalistischste Mannschaft der Vorrunde, holte bei einem Torverhältnis von 1:1 aber immerhin vier Punkte. Ihren einzigen Sieg holten die Gündinger beim 1:0 gegen Geiselbullach.

Erstaunlich: Das höhepunktreichste Spiel des Tages war ausgerechnet das torlose Remis des SVG gegen Emmering. Gündings Torhüter Philipp von Löper schoss aus der eigenen Hälfte von kurz hinter der Mittellinie ans Lattenkreuz. Dann kassierte ein Emmeringer eine Zwei-Minuten-Strafe. Da der Sündenbock nach Ablauf der Strafe nicht auf die Auswechselbank ging, sondern über die Bande aufs Feld sprang, flog er per Ampelkarte vom Platz. Stellvertretend musste ein Mitspieler für zwei Minuten auf die Strafbank. In dieser Phase traf Torwart von Löper zum zweiten Mal die Latte.

Danach ließen die Emmeringer in Unterzahl bei einem Konter fahrlässig das fast sichere 1:0 liegen, im Gegenzug machten die Gündinger durch Cem Solak den Alumminium-Hattrick perfekt. Wenig später war Schluss.

Den dritten Platz sicherte sich der TSV Geiselbullach durch einen 2:0-Sieg im dritten und letzten Spiel gegen den FC Emmering. Der Jubel fiel allerdings verhalten aus, denn dies bedeutete, dass die bis dahin wenig überzeugenden Emmering im Viertelfinale als Gruppenletzter auf den Kreisligisten TSV 1860 III treffen, während es Geiselbullach mit dem Landesligisten aus Karlsfeld zu tun bekommen würde.

Qualifizierungsspiele

In den Überkreuzspielen wurden in Hin- und Rückspiel die vier Qualifikanten für das Hauptturnier am 4./5. Januar ausgespielt. Die Dritte des TSV 1860 München überzeugte im Hinspiel durch einen 3:0-Sieg gegen den FC Emmering. Es war das deutlichste Hinspielergebnis aller Paarungen, aber noch nicht die Entscheidung – denn das Rückspiel wurde zum Drama.

Emmering kämpfte sich zurück und ging mit einer 3:1-Führung in die Schlussphase. Da kassierten die Löwen wegen eines Wechselfehlers eine Bankstrafe. Wenige Sekunden vor dem Ende gelang Emmering das 4:1 und damit der 4:4-Ausgleich in der Addition beider Spiele. Im Elfmeterschießen verschoss der erste Sechzger, der zweite scheiterte an Emmerings Torhüter. Da beide FCE-Spieler verwandelten, setzte sich der Letzte der Gruppe B gegen den Gewinner der Gruppe A durch. Trotz des Ausscheidens ließen sich die Löwen-Spieler von ihren Fans feiern, die danach geschlossen die Halle verließen. Dort, wo sie gestanden hatten, klaffte bei den drei ausstehenden Rückspielen eine große Lücke...

Fürstenfeldbruck machte es unnötig spannend. Im Hinspiel gegen die bis dahin punktlosen Ampermochinger kassierte der Bezirksligist kurz vor dem Ende den Treffer zum 4:2. Im zweiten Duell hätte sich dies um ein Haar gerächt, denn Ampermoching führte zwischenzeitlich mit 2:0. Am Ende gewann der A-Klassist mit 3:2 – und schied aus, während die Brucker mit einem blauen Auge davonkamen.

Türk Dachau gewann beide Duelle gegen den SV Günding II mit jeweils einem Tor Unterschied (2:1 und 1:0). Beide Spiele waren eng, am Ende setzten sich die Dachauer aber nicht unverdient durch.

Der TSV Eintracht Karlsfeld kam gegen Geiselbullach im Hinspiel nicht über ein 1:1-Remis hinaus. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir ein gutes Ergebnis vorlegen“, sagte Eintracht-Trainer Jaschke. Die Karlsfelder mussten aber nicht zittern, denn im Rückspiel fuhren sie einen verdienten 2:1-Sieg ein. „Wir sind weiterhin im Rennen und hoffen, müssen uns aber steigern“, sagte Jaschke.

Aufstellungen

SV Türk Dachau

Emrah Kocaman, Ergin Emrah, Seyrek Emrah, Mehmeti Elhami, Tuna Berkan, Hanna Görülmez, Serhat Dikmen, Erfgin Mitat, Isufi Faton

TSV Eintracht Karlsfeld

Marc Hofer, Robert Zott, Philip Lorber, Florian Schrattenecker, Fitim Raqi, Tim Duchale, Fabia Palermo, Dominik Leisch, Lukas Regman

SV Günding II

Philipp von Löper, Jonas Hofer, Vitus Reiter, Philipp Schelauske, Michael Hintermaier, Julian Penk, Florian Sailer, Oliver Greis, Özkan Hirlak, Cem Solak

TSV Geiselbullach

Florian Müller, Matthias Dressel, Florian Dieing, Nusret Kujukovic, Maximilian Blum, Stefan Maier, Niklas Schöffler, Matthias Holztrattner, Maiko Göhl

SC Fürstenfeldbruck

Tchinti Kolani, Güngör Cakir, Manuel Stangl, Emmanuel Ojo, Amin Toure, Amel Muratovic, John Edibiri

SV Ampermoching

Dominik Chlubek, Michel Marb, Anton Wallner, Dominik Königer, Jonas Fuchsbichler, Markus Hirtes, Sebastian Felbermeier, Manuel Katreinitsch, Maximilian Orthofer

FC Emmering

Okan Celebi, Eduard Barilov, Florian Neumann, Dominic Jahraus, Sebastian Wilhelm, Patrick Papadopoulos, Marcel Ströbl, Noah Kara, Steffen Schlosser, Daniel Stapfer

TSV 1860 München III

Gabriel Hägel, Philipp Schmitz, Michael Saatberger, Mike Loher, Cesar Cuiqe Marmolejo, Dominik Kilpatrick, Giuseppe Anastasio, Daniel Richter, Jakob Lechner, Dionysios Konstantos

Quelle: Merkur.de

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