Von „Toni Torlos“ zu „Papa Torhan“

Torjäger Orhan Akkurt trifft wieder

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Torflaute beendet: Orhan Akkurt schießt den Ball beim 1:0 trocken ins Tor.

SV Heimstetten - Der SV Heimstetten hält in der Bayernliga Süd den Kontakt zur Spitze – dank Orhan Akkurt. Der Torjäger erzielt beide Treffer beim 2:0 im Nachholspiel gegen die DJK Vilzing.

Direkt an der Zufahrtsstraße zum Sportpark des SV Heimstetten hat jemand ein Banner aufgehängt. Darauf steht in fetten Lettern: „Herzlichen Glückwunsch“. 

Bei diesem Anblick werden die Zuschauer auf dem Heimweg vom Bayernligaspiel des SVH gegen die DJK Vilzing sicher gedacht haben: „Das ging fix. Da hat jemand schon ein kleines Dankeschön für Orhan Akkurt aufgehängt.“ Schließlich hat der Torjäger den Heimstettnern mit seinem Doppelpack einen 2:0-Sieg beschert. Erst bei genauerem Hinsehen wird mancher Fan ins Grübeln gekommen sein. Denn: An der Leine, an der das Banner befestigt ist, hängt auch noch Babykleidung.

In Wahrheit gilt der Glückwunsch nämlich nicht Akkurt, sondern den Eltern von Annabell, die wenige Tage zuvor das Licht der Welt erblickt hat. Der Goalgetter wird das freilich verkraften, schließlich heimst er nach dem Schlusspfiff genügend Glückwünsche von den Kollegen ein. Denn einen besseren Zeitpunkt, um seine Torflaute zu beenden, hätte sich Akkurt kaum aussuchen können (siehe unten "Von „Toni Torlos“ zu „Papa Torhan“).

„Das war ein ganz wichtiger Sieg“, freut sich Trainer Heiko Baumgärtner. „Ich bin mit der Leistung zufrieden, das war eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Sonntag in Schwabmünchen.“ Da war der SVH nicht über ein 1:1 hinausgekommen, worauf Baumgärtner von seiner Elf gefordert hatte, auf dem Platz wieder mehr als Team aufzutreten. „Genau das haben wir getan“, lobt der Coach. „Es war gut zu sehen, wie jeder für den anderen gerannt ist.“

Wobei das Ergebnis etwas darüber hinwegtäuscht, wie schwer sich der SVH lange Zeit tut – und dass diese Partie durchaus auch anders hätte ausgehen können. Denn vor kaum 150 Zuschauern haben beide Teams im ersten Durchgang Chancen zur Führung. Doch auf der einen Seite vergibt Akkurt zwei Möglichkeiten, nachdem er jeweils von Manuel Duhnke bedient wurde. Auf der anderen Seite muss Daniel Steimel in höchster Not klären, und in der 35. Minute klatscht eine 40-Meter-Bogenlampe von Vilzings Simon Ertl an die Latte.

„Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass wir vor dem Tor gieriger sein müssen“, verrät Baumgärtner – ein Ratschlag, den sich vor allem sein Sturmführer zu Herzen nimmt. Nach 56 Minuten bestraft Orhan Akkurt einen Abwehrschnitzer mit dem 1:0. Zwar ist Vilzing danach stärker und hat auch gute Chancen. Doch Akkurts zweites Tor – diesmal nach formidablem Anspiel von Sebastiano Nappo – beendet alle Träume der abstiegsbedrohten Gäste.

Durch den Sieg im Nachholspiel schiebt sich der SVH auf Tabellenrang vier nach vorne – vier Zähler hinter dem SV Pullach, der aktuell auf dem Relegationsplatz liegt. „Wir müssen jetzt nachlegen“, fordert Baumgärtner mit Blick auf das Samstags-Spiel gegen Wolfratshausen. Erst danach will er Glückwünsche zu einer gelungenen Woche annehmen – egal in welcher Form.Von „Toni Torlos“ zu „Papa Torhan“Es gibt in der Bayernliga Süd nur wenige Fans, die so leidenschaftlich mit einem Spieler mitfiebern wie die Söhne von Orhan Akkurt. Vor den Heimpartien seines SV Heimstetten stehen die beiden Buben stets am Spielfeldrand, klatschen die SVH-Fußballer ab und feuern ihren Vater danach mit selbstgebastelten Schildern an, auf denen sie „Papa Torhan“ viel Glück wünschen – und viele Tore. Zuletzt freilich gab’s für den Nachwuchs nur wenig zu bejubeln: Im Derby gegen Garching setzte es ein 0:2, in Schwabmünchen holte der SVH nur ein Remis. Und was für die Söhne sicher genauso schlimm war: Papa Orhan konnte nicht das tun, was er am liebsten tut – nämlich Tore schießen. „Wir haben zuletzt zu viele Chancen ausgelassen – auch ich“, sagt Akkurt und verweist auf das Garching-Spiel, wo er zwei Hochkaräter vergeben hat. Auch im Heimspiel gegen Vilzing fehlt dem 30-Jährigen anfangs das Fortune: In der ersten Hälfte lässt er zwei Chancen aus – einmal pariert der Torhüter, einmal zielt er zu ungenau. Ob so was am Selbstbewusstsein nagt? „Ich habe vor den Spielen selbst Sprüche geklopft nach dem Motto: Ich bin der Toni Torlos“, sagt Akkurt und lacht, bevor er ernst hinzufügt: „Es ist ja mein eigener Anspruch, dass ich in jedem Spiel treffe – und manchmal sogar öfter.“ So wie gegen Vilzing, wo Akkurt einmal mehr seinen Torriecher unter Beweis stellt. In der 56. Minute segelt ein hoher Ball in den Strafraum, den ein DJK-Verteidiger eigentlich klären müsste. Doch stattdessen trifft er die Kugel nicht richtig – und genau darauf hat Akkurt spekuliert. Der Rest ist Formsache und ein trockener Schuss unter die Latte. Oder wie Trainer Heiko Baumgärtner sagt: „Akkurt hat endlich wieder wie ein Akkurt abgeschlossen.“ Gleiches trifft auf das 2:0 in der 81. Minute zu – die Vorentscheidung. Bleibt nur ein Wermutstropfen: Ausgerechnet seine Söhne können die Tore diesmal nicht sehen, weil sie nicht im Stadion sind. „Für die war’s zu spät“, erklärt Akkurt. „Aber ich werde ihnen morgen genau erzählen, wie’s gelaufen ist.“ Text: Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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