Analyse der Partien des SE Freising

Reifeprozess des SE Freising schreitet voran

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Florian Schmuckermeier (hier beim Tor zum 1:0 gegen den TSV Bogen) zieht im Mittelfeld die Fäden.

Zwei Dauerbrenner, ein erfolgreicher Youngster, die Tormaschine vom Dienst und der Team-Senior – der SE Freising der Hinrunde 2018/19 hatte so einiges zu bieten.

Warum die Lerchenfelder schon wieder oben mit dabei sind und warum den Gelb-Schwarzen der Aufstieg in die Bayernliga heuer sogar noch mehr zuzutrauen ist als im vergangenen Jahr, das zeigt unser Rückblick auf die ersten 21 Partien mit einer Analyse der Plabst-Elf.


Stefan Wachenheim
Patzte eigentlich nie, und wenn doch einmal, ist er selbst sein größter Kritiker. Verleiht dem SEF-Spiel von hinten raus die nötige Ruhe, sicherte mit einigen bärenstarken Paraden den ein oder anderen Sieg. Pech für die talentierten Youngster Sebastian Minich und Boris Hrvacanin. Dürfen nur ran, wenn der Chef nicht da ist, kommt nur selten vor.

Andreas Schredl
Gäbe es den Titel des zuverlässigsten Verteidigers der Liga, Schredl wäre wohl heißester Anwärter drauf. Fällt zwar selten auf, wenn er spielt, dafür umso mehr, wenn er nicht da ist. Kam in dieser Saison Gott sei Dank nicht vor. Ist seit seiner Rückkehr nach einer berufsbedingten Auszeit der vielleicht zuverlässigste Akteur. Verteidigt so sicher wie sonst nur Apple sein Geheimnis nach dem nächsten Telefon, schaltet sich aber auch immer wieder in die Offensive mit ein.

Vitus Kirchberger
Kam bisher zwar nur auf elf Partien, weil zunächst der Fuß schmerzte, dann der Rücken, brauchte aber nur eine kurze Anlaufzeit. Schlägt Pässe quer übers Spielfeld, die manchem Bundesligaspieler nicht gelingen, gefällt zudem durch seine ruhige und unaufgeregte Art – abgesehen vom typischen Kirchberger-Ruderarm. Ist ein Garant dafür, dass der SEF mit 21 Gegentoren die drittbeste Defensive der Liga stellt.

Dominik Schleicher
Ist zwar erst 20, beackert die linke Verteidigerperson aber so zuverlässig, als würde er das schon Jahre machen. Ist Sinnbild für das Lerchenfelder Ausbildungskonzept, durchlief den SEF-Nachwuchs und hat sich einen Stammplatz erarbeitet. Könnte sich aber offensiv durchaus noch etwas mehr zutrauen.

Michael Schmid
Trug schon das Eintracht-Herren-Trikot, als die Mitspieler noch Hans Pflügler und Volker Lippcke hießen. Verpasste heuer erst ein Match. Ist als Teamsenior der einzige über 30, soll aber beim Feiern genauso zuverlässig vornweg gehen wie sonst nur auf dem Platz. Läuft zwar weniger als früher, steht aber fast immer da, wo ein Kapitän und Defensivspezialist stehen muss.

Osaro Aiteniora
Bringt nach dem Abgang von James Joseph die Exotik ins Team, verteidigt in der Freisinger Viererkette humorlos. Bringt sich immer wieder ins Offensivspiel mit ein, hatte heuer aber nur ein Problem: Auf seiner Position verteidigt Andi Schredl noch einen Tick solider.

Jonas Mayr
Gäbe es den wenig ruhmreichen Titel des ersten Einwechselspielers, der 22-Jährige würde wohl gerne darauf verzichten. Auf 14 Einsätze kommt Mayr bisher, über die Hälfte davon wurde der Mittelfeldspezialist eingewechselt. Spielt, wenn er dann durfte, unaufgeregt aber sehr zuverlässig.

Florian Schmuckermeier
War neben Andi Schredl der Dauerläufer im Team, absolvierte alle 21 Ligaspiele. Lenkt aus dem Mittelfeld heraus so gelassen wie ein Rentner die Modelleisenbahn im Speicher. Hat sich im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal verbessert, konnte insbesondere körperlich zulegen, man muss nicht bei jeder Aktion Angst um seine Gesundheit haben. Bleibt er fit, dürfte er einer der Garanten für eine erfolgreiche Rückrunde werden.

Martin Schön
Kam vor der Saison aus der Bezirksliga und viele fragten sich: Kann er Landesliga und vor allem die Nachfolge von James Joseph? Konnte er, erzielte im Testspiel gegen die Löwen gleich zwei Tore und sechs im Ligaalltag. War jedoch vor allem gegen Ende der Vorrunde in mancher Partie das (Bauern-)Opfer, als Trainer Alex Plabst nur auf einen Stürmer setzte. Trotzdem ist Schön immer eine schöne Alternative, arbeitet sich in jedem Match auf.

Mesut Toprak
Spielte in der Vorrunde nicht oft (sechs Einsätze), hätte in mancher Partie aber sicher gut getan. Hat im vergangenen Herbst geheiratet und sich in der Pause zur Überraschung Vieler dem Kreisklassisten SC Freising angeschlossen. Sollte sich personell was tun in der Winterpause, dann suchen sie am Roider-Jackl-Weg einen Ersatz für den 29-Jährigen.

Sebastian Thalhammer
Kam vor anderthalb Jahren von sich aus rüber vom Kreisligisten BC Attaching, und mancher fragte sich: Was, bitte schön, will der Junge in der Landesliga? Fußballspielen, war die Antwort, und das macht Thalhammer gar nicht so schlecht. Fehlte nur in einer Partie, zerstört vor der Viererkette so viele Aktionen, dass die Verteidiger dahinter oft ein angenehmes Leben haben. Leistete sich erst im letzten Heimspiel einen saudummen Platzverweis, der den Kameraden eine Brotzeit einbrachte.

Andreas Manhart
Sorgte für ein paar Lacher auf der Tribüne, als er in einem Tagblatt-Gespräch von der Zweiten und Dritten Liga träumte. Gewann nach einigen Anlaufschwierigkeiten den Anschluss und hatte am Schluss den Startelfplatz sicher. Freising größtes Offensiv-Juwel.

Domagoj Tiric
Der Student wurde von sich aus vorstellig, gefiel aber auf Anhieb, macht oft unkonventionell viel Dampf auf allen Mittelfeldpositionen und traf überdies drei Mal.
Nureddin al Sayed
Wirkte am Anfang oft wie das kleine Duracell-Häschen, ist mittlerweile aber ruhiger geworden und zeigte in der Vorrunde tolle Ansätze. Ist ein weiteres Beispiel für die Junioren-Ausbildung bei der Eintracht, ihm gehört mit Sicherheit die Zukunft.

Andreas Hohlenburger
Traf vergangenes Jahr 28 Mal und hat auch heuer bereits 23 Buden auf der Habenseite, 30 sind das persönliche Ziel. Wird sicher heiß umworben aus halb Oberbayern, eine Eintracht aber ohne ihn – schwer vorstellbar.
Die Bank
Zahlreiche Akteure waren heuer das Opfer, dass es bei den ersten Elf so gut lief, Plabst war quasi kaum gezwungen zu tauschen. Sebastian Mihajlovic etwa kämpft sich nach einer langen Verletzung erst zurück, auch Robert Rohrhirsch war bis zu seinem Abschied nach Amerika eine echte Alternative. Sind im Frühjahr wieder alle an Bord, hat Plabst in der Rückrunde die Qual der Wahl.

Trainer Alex Plabst
Führte den SEF in seinem Premierenjahr gleich zum Vizetitel. Kann er das toppen? Spielen die Lerchenfelder so weiter, ist heuer die Meisterschaft drin. Versteht es, die Akteure jede Woche zu einer schlagkräftigen Elf zu formen, fördert überdies die jungen Spieler, scheut zudem nicht davor, bekannte Namen auf die Bank zu setzen oder ganz ziehen zu lassen. Und schafft das, was manchem Trainer teilweise abgeht: Auch während der Partie die Taktik anzupassen. Bekommt mit Nils Haack als Sportchef seinen kongenialen Partner aus Attachinger Zeiten an die Seite. Das hat Potenzial.

Quelle: Merkur.de

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