SV Pullach

Trainerpraktikant Hofmann: Endet sein Engagement schon im November?

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Bedankt sich überschwänglich für eine Rettungsaktion beim Mitspieler Steffen Purschke: Der 40jährige Neuzugang beim SV Pullach und ehemalige Löwen-Torwart Michael Hofmann will es seinen Kritikern zeigen.

Das Engagement des ehemaligen 1860-Schlussmanns Michael Hofmann in Pullach ist bis November geplant.

„Mit fast 43 überhaupt noch eine Anfrage aus der Bayernliga zu bekommen“, ist sich Michael Hofmann der besonderen Umstände seines Engagements beim SV Pullach durchaus bewusst, „ist schon Wahnsinn“. Hatte der ehemalige 1860-Schlussmann, nachdem er mit 40 Jahren noch das Tor Jahn Regensburgs in der 2. Bundesliga hütete, zu Beginn des Jahres 2013 seine Torwarthandschuhe doch eigentlich an den Nagel gehängt.

Seither hatte er seinen Fokus auf die Karriere nach der Karriere gelegt. Ein Schritt, mit dem viele Profifußballer Schwierigkeiten haben. Hofmann aber wusste sehr genau, wie es für ihn weitergehen soll nach dem Ende der Laufbahn. Er machte seine Trainerscheine und übernahm zu Beginn der vergangenen Saison den Landesligisten Kirchheimer SC. Mit diesem hielt er über die Relegation die Klasse. Nach dem ersten Spiel dieser Saison, einer 2:5-Pleite gegen den TuS Holzkirchen, aber warf er „auch für viele in Kirchheim höchst überraschend“ hin. Zurückblicken jedoch möchte Hofmann nicht mehr.

Vielmehr gilt seine ganz Konzentration nun seiner neuen Aufgabe. Nach dem Ende in Kirchheim erlag er einer Anfrage seines Heimatvereins SpVgg Bayreuth, dem Regionalligisten nach dem Ausfall seiner beiden ersten Keeper bis Ende August als Ersatzmann zur Verfügung zu stehen. Auch wenn er dort nicht zum Einsatz kam, habe er in Oberfranken „noch mal Lust bekommen“, wie Hofmann erzählt. Da traf es sich gut, dass die Verantwortlichen in Pullach, dem so schwach gestarteten Vizemeister der Vorsaison, um Trainer Frank Schmöller und den Sportlichen Leiter Theo Liedl ein Torwartproblem ausmachten.

Dennoch habe er „zwei, drei Tage überlegen müssen“, räumt der ehemalige Profitorwart offen ein. Am letzten Tag der Transferperiode aber wurden dann doch Nägel mit Köpfen gemacht. Bereits am vergangenen Samstag debütierte Hofmann im Heimspiel gegen Regionalliga- Absteiger VfR Garching und hielt seinen Kasten beim 0:0 prompt sauber. Und widerlegte damit sofort jene kritischen Stimmen, die Hofmanns Comeback begleiteten. So scheint es auch dem langjährigen Stammtorwart der Münchner Löwen – noch heute endet Hofmanns Handynummer mit den Ziffern 1860 – ein besonderes Anliegen zu sein, es jenen Leuten zu zeigen, „die diesen Schritt nicht nachvollziehen konnten“.

Ist er in Pullach doch nicht nur Torhüter und Führungsspieler. Sondern auch „Praktikant“, wie er bescheiden erklärt. „Ich möchte für meine nächste Traineraufgabe lernen“, betont Hofmann, der im 49-jährigen Schmöller einen idealen Lehrmeister vorfindet. Der auf seinen Trainerstationen stets erfolgreiche Ex-Profi ist für seine harte Hand, aber auch für seine Menschlichkeit im Umgang mit seinen Teams bekannt. Als Mentor führt Schmöller Ernst Happel an, unter dem er einst beim HSV spielte. Keine schlechte Schule für Hofmann, dessen von Ehrgeiz geprägte Mentalität auch der kauzige, aber geniale Happel geschätzt hätte. „Bis November“, so Hofmann, ist das Engagement in Pullach zunächst geplant.

Dann werde man „sich zusammensetzen und schauen, ob es Sinn macht, bis zum Ende der Saison weiterzumachen“. Steht doch eines für den Tormann auch fest: Sobald ihm eine attraktive Trainerstelle angetragen wird, wird aus dem Torhüter Hofmann wieder der Trainer Hofmann.

Quelle: fussball-vorort.de

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