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Trainersorgen von der WM bis zur Bayernliga

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Von: Umberto Savignano

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Kann nicht zufrieden sein: Andreas Pummer, Trainer des FC Deisenhofen.
Kann nicht zufrieden sein: Andreas Pummer, Trainer des FC Deisenhofen. © Robert Brouczek

Auch Deisenhofens Coach Pummer fordert von seiner Mannschaft eine echte Reaktion.

Deisenhofen – Vor dem letzten Bayernligaspiel 2022, am Samstag (14 Uhr) zuhause gegen den SV Kirchanschöring, steht fest: Mit dem bisherigen Saisonverlauf kann der FC Deisenhofen nicht zufrieden sein. Trotz einiger richtig starker Auftritte und auch guter Passagen in vielen anderen Partien passen weder Platz zehn noch die Ausbeute von 30 Punkten aus 20 Spielen zu den ursprünglichen Vorstellungen des Vereins, wie Manager Thomas Werth kürzlich gegenüber unserer Zeitung einräumte. Andreas Pummer teilt diese Sichtweise, erst recht nach dem 1:2 in Garching vor einer Woche. Der Trainer ließ durchblicken, dass diese Niederlage möglicherweise sogar die größte Enttäuschung dieser Spielzeit war: „Es war ein gebrauchter Tag. Ich war am Sonntag schon brutal stinkig.“

Was ihm in diesem Landkreis-Derby alles nicht gefallen hatte, wollte Pummer ein paar Tage nach dem Spiel nicht mehr öffentlich aufzählen: „Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen“, sagte er, doch in welche Richtung seine interne Kritik zielt, deutete er anhand eines aktuellen Beispiels von der großen Weltbühne des Fußballs an: „Es ist absolut vergleichbar mit der Nationalmannschaft. Das muss sich dann der Bundestrainer oder eben auch ich anhören: Wenn man ohne Punkte dasteht, hat der Ballbesitz von 80 zu 20 nichts mehr zu bedeuten und auch die Chancen interessieren nicht mehr.“

Pummer wünscht sich, oder besser, er fordert nun eine Reaktion von seinen Spielern: „Die Mannschaft ist gefragt, ich erwarte von ihr einen guten Jahresabschluss.“ So würden sich die Blauhemden nicht nur in besserer Stimmung in die Winterpause verabschieden, sie könnten im Frühjahr auch mit dem Gefühl antreten, dass nach vorne möglicherweise noch etwas geht. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten TSV Landsberg, der zuletzt mehrmals patzte, beträgt acht Punkte, die sich bei einem guten Lauf durchaus aufholen ließen. Vermutlich ärgern die jüngsten Ergebnisse – vor der Garching-Pleite reichte es beim Schlusslicht 1860 Rosenheim nur zu einem 0:0 – den Deisenhofner Trainer umso mehr, als es versäumt wurde, den Anschluss an den Relegationsplatz herzustellen. „Es ist hundertprozentig noch alles drin. Wir waren in einer guten Ausgangsposition und wären es noch, wenn wir unsere Hausaufgaben gemacht hätten. Aber ein Punkt von sechs möglichen gegen zwei Abstiegskandidaten: Das ist zu wenig für die Ansprüche, die die Mannschaft hat“, sagt Pummer.

Auf dem Papier bekommt es der FCD am Samstag mit einem ungleich schwereren Gegner zu tun als in den beiden vergangenen Partien. Kirchanschöring ist Fünfter, wie übrigens auch in der Endabrechnung der vergangenen Saison. Kurioserweise standen die Deisenhofner als Zehnter damals ebenfalls auf dem gleichen Rang wie heute. „Das ist eine gut organisierte, erfahrene Mannschaft mit einem guten Trainer“, lobt Pummer den Gegner und seinen Kollegen Mario Demmelbauer. Gleichzeitig betont der FCD-Coach, der auf Maxime Schneiker (Sprunggelenksverletzung) verzichten muss, mit dem Verweis aufs Hinspiel, dass man sich keinesfalls verstecken müsse: „In Kirchanschöring haben wir ein gutes Spiel gemacht, haben kurz vor Schluss noch zum 2:2 ausgeglichen, aber eigentlich hätten wir drei Punkte holen müssen.“

Sollte es diesmal wieder Unentschieden ausgehen, gäbe es übrigens anschließend ein Elfmeterschießen, denn alle Partien dieses letzten Bayernliga-Spieltags 2022, mit Ausnahme des Duells zwischen dem TSV 1860 München II und dem FC Ingolstadt II, zählen zugleich als 2. Qualifikationsrunde für den bayerischen Toto-Pokal 2023.

FC Deisenhofen: Caruso - Sagner, Nickl, Köber, Vodermeier, Müller-Wiesen, Mayer, Jost, Gkasimpagiazov, Bachhuber, Karger

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