Fußball

Training mit Kontakt wieder möglich: „Das ist eine richtig gute Nachricht“

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Trainieren ist gut, spielen ist besser: Die Fußballer hoffen, dass die Politik bald wieder Vorbereitungsspiele erlaubt. Das Bild zeigt Tobias Krause (r.) vom VfB Hallbergmoos beim Testkick Mitte Februar gegen den FC Schwaig.

Seit Mittwoch ist es wieder gestattet, mit Körperkontakt zu trainieren. Das freut die Landkreis-Fußballer – dennoch sehnen sie bereits den nächsten Schritt herbei.

Landkreis – Jetzt geht es richtig los. Seit Mittwoch ist es in Bayern wieder gestattet, mit Körperkontakt zu trainieren. Die Fußballer dürfen in ihren festen Trainingsgruppen wieder alles machen – aber noch keine Spiele bestreiten. Die neuerlichen Lockerungen der bayerischen Staatsregierung ermöglichen allen Vereinen eine gute Vorbereitung. Bis zum frühestmöglichen Re-Start Anfang September sind noch gut acht Wochen Zeit.

Landesliga

Bei den Landesliga-Fußballern vom VfB Hallbergmoos herrschte Hochbetrieb in der WhatsApp-Gruppe, als die Lockerung für die Fußballer offiziell war. Nun geht Sportlicher Leiter Anselm Küchle davon aus, dass man das alles im Training (drei Mal pro Woche) umsetzen wird. Er freut sich, dass potenzielle Neuzugänge nun auch im Übungsbetrieb getestet werden können. In den vergangenen Wochen hätten alle die Möglichkeit vermisst, spielerische Formen und Trainingspartien in die Übungseinheiten einbinden zu können. „Für unsere aktiven Fußballer ist das eine richtig gute Nachricht“, sagt Küchle.

Der Fahrplan bis zum Wiederauftakt stand schon vor den jüngsten Corona-Lockerungen fest: Es wird noch zwei Wochen trainiert, danach folgt eine Woche Pause, um daraufhin die eigentliche Vorbereitung für den Pflichtspielstart ab September anzugehen. Der nächste Schritt wäre nun natürlich die Freigabe, wieder Freundschaftsspiele absolvieren zu dürfen. „Wir gehen davon aus, dass wir ab Anfang August Testspiele bestreiten können“, sagt Küchle. Er hat bereits mit anderen Vereinen entsprechende Termine vereinbart.

Alex Plabst (SEF): „Ohne Testspiele macht es keinen Sinn.“

Relativ entspannt sieht Alex Plabst, der Chefcoach des Liga-Konkurrenten SE Freising, die neuesten Lockerungen in Sachen Mannschaftstraining. Man werde die Planungen nun nicht über den Haufen werfen. Die Lerchenfelder hatten langfristig gedacht – und den Trainingsauftakt für die Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs ohnehin erst auf den 20. Juli gelegt. „Da werden wir nichts daran ändern“, bremst Trainer Plabst manche Erwartungen.

Aktuell treffen sich die Gelb-Schwarzen zwei Mal pro Woche in der Savoyer Au zum lockeren Fußball-Sport-Programm, ab Mitte des Monats soll es dann intensiver werden. Und Anfang August wollen die Domstädter endgültig zum Fußballbetrieb zurückkehren, erste Testspiele sind bereits vereinbart. Zwar gibt es zum Wettkampfbetrieb und damit auch zu Freundschaftsspielen noch nichts Offizielles. „Doch irgendwann müssen wir ja Trainingspartien ausmachen“, erklärt Plabst. Beim SEF spekuliert man also, dass bis zum August weitere Auflagen gelockert werden – erst recht, wenn es im September wieder offiziell losgehen soll. „Ohne die Möglichkeit, vorher Testspiele absolvieren zu dürfen, macht das natürlich keinen Sinn“, betont der Freisinger Coach.

Bezirksliga

Fußballtraining ohne Zweikämpfe: Sepp Summerer, Trainer des Bezirksligisten SVA Palzing, und seine Kollegen mussten kreativ sein. „Wir haben Wettbewerbe gemacht – zum Beispiel Passübungen mit Abschluss auf Zeit“, berichtet Summerer. Ab sofort kann er aber wieder auf Übungen aus seinem Standard-Portfolio zurückgreifen, denn der Ministerrat beschloss in einer Kabinettssitzung, dass unter freiem Himmel wieder mit Körperkontakt trainiert werden darf. Palzings Bezirksliga-Konkurrent SpVgg Kammerberg nutzt die Lockerungen ebenfalls, der TSV Eching wird am 23. Juli in seine Vorbereitung starten. Der Wiederauftakt in der Bezirksliga könnte am 12./ 13. September steigen.

„Wir sind alle froh, jetzt geht’s wieder richtig los“, sagt Trainer Matthias Koston von der SpVgg Kammerberg. Die Sehnsucht ist groß. „Wir haben vor zwei Wochen das erste Mal ohne Körperkontakt trainiert. Obwohl die Einheit freiwillig war, sind alle Spieler gekommen. In der vergangenen Woche waren es ein paar weniger, aber immer noch viele“, sagt der 29-Jährige. Und weiter: „Wir werden ab nächster Woche zwei Mal trainieren, mit der Vorbereitung starten wir dann am 20. Juli.“ Nicht mehr dabei ist Maxi Held, der im Sommer 2018 nach Kammerberg gewechselt war, für die Spielvereinigung 47 Liga-Partien bestritt und ab sofort wieder für seinen Heimatverein TSV Allershausen aufläuft (wir berichteten). „Maxi ist ein ehrlicher Kerl, deswegen sind wir seiner Bitte natürlich nachgekommen“, sagt SpVgg-Trainer Koston.

Matthias Koston (Kammerberg): „Wir sind alle froh, jetzt geht’s wieder richtig los.“

Keine Zu- und Abgänge gibt es dagegen beim SVA Palzing, dem Aufsteiger aus dem Ampertal. Auch die Palzinger trainierten in den vergangenen Wochen, jeweils donnerstags. „Vielleicht werden es in der nächsten Woche zwei Einheiten“, sagt Trainer Summerer. Er hat kein Problem damit, die klassische Vorbereitungsdauer von sechs, sieben Wochen in diesem Sommer zu überschreiten. „Wir haben so lange pausiert, da können wir auch früher starten“, sagt der 65-Jährige. Dass seine Kicker topmotiviert sind, steht außer Frage. „Das letzte Mal waren 19 Spieler da. Die Jungs haben Spaß, das merkt man“, spürt Summerer. Seine Aufgabe in den kommenden Wochen sei es, „die Belastung so zu steuern, dass die Motivation hoch bleibt“.

Der TSV Eching hat bisher nicht trainiert. Am 23. Juli endet die lange Pause, dann startet der Bezirksliga-Tabellenführer in seine Vorbereitung. „Die Jungs haben sich ein halbes Jahr nicht mehr auf dem Platz gesehen. Die Vorfreude ist groß“, betont Trainer Gerhard Lösch. Sieben Wochen lang wird der 32-Jährige seine Spieler fit machen für den ersten Teil des letzten Saisondrittels, der vor der Winterpause über die Bühne geht.

Ein Gegner im Testspielplan der Echinger ist Kreisligist SV-DJK Kolbermoor. Dorthin hat sich Löschs Trainerkollege Dennis Magro während der Corona-Pause verabschiedet. Ihm folgten zwei Kicker aus dem Echinger Kader: Benjamin Sivic (zwei Einsätze in dieser Bezirksliga-Saison) und Rany Hassan, der erst im vergangenen Dezember zum TSV gewechselt war. Lösch gibt zu, dass er sich von Hassen durchaus etwas erhofft hatte: „Wir haben Rany nicht ohne Grund geholt, außerdem haben wir auf der Sechs Bedarf“, erklärt der Zebras-Trainer. Dass Hassan nun ausgerechnet nach Kolbermoor weiterzieht, ist für Lösch jedoch kein Thema. „Dennis hat mich vorher gefragt. Er war damals die treibende Kraft bei Ranys Wechsel nach Eching – deshalb ist es absolut okay, dass er ihn nach Kolbermoor mitnimmt.“ Die vakante Stelle im defensiven Mittelfeld müssen die Echinger intern lösen, denn Neuzugänge sind nicht geplant.

Wenn die lange Corona-Pause etwas Gutes hatte, dann in dem Punkt, dass angeschlagene Spieler ihre Verletzungen auskurieren konnten: Julien Santana-Mielke ist wieder fit, Timo Schaffhauser auf einem guten Weg. „Timo hatte Leistenprobleme und konnte nur noch unter Schmerzen trainieren. Er wird aber noch so lange aussetzen, bis er wieder komplett schmerzfrei ist“, betont Lösch. Er rechnet damit, dass Schaffhauser im nächsten Jahr zurückkehrt.

Kreisliga

Mitten in der ohnehin bereits laufenden Vorbereitung hat die Kicker des TSV Moosburg die Nachricht von den weiteren Lockerungen ereilt. Seit vergangener Woche arbeiten die Neustädter auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs hin. Sportlicher Leiter Martin Braun: „Der einzige Unterschied ist, dass wir jetzt intensiver trainieren können.“ Dass Einheiten mit Körperkontakt von politischer Seite nun zugestanden werden, war für Braun überfällig, „wenn ich allein schau, was in Österreich und in Baden-Württemberg mittlerweile möglich ist. Komisch ist nur, dass die Entscheidung wieder von heute auf morgen kam.“ Ansonsten werden die Moosburger ganz normal weitertrainieren und darauf warten, dass auch Testspiele wieder gestattet sind. „Im August wird das zwingend nötig“, sagt Braun.

Völlig entspannt haben Abteilungsleiter Sigi Brunnhuber und die Fußballer des BC Attaching die weiteren Entwicklungen verfolgt. „Bei uns läuft jetzt erst einmal das Corona-Training weiter“, zeigt Brunnhuber auf. Heißt: Pässe, Torschüsse, Kombinationen – alles mit gebührendem Abstand. Erst ab dem 20. Juli werden die Attachinger wieder ins geregelte Fußballtraining einsteigen, wollen sie sich wieder in die Zweikämpfe werfen. Brunnhuber sieht es wie viele seiner Kollegen auch: Ohne Testspiele macht ein Re-Start der Saison ab September wenig Sinn. Prophylaktisch habe man, erläutert der BCA-Fußballchef, für August ein paar Partien ausgemacht. „Denn ich gehe schon davon aus, dass wir im September starten.“

Michael Rosenwirth (FCM): „Das wird jetzt wieder mehr nach Fußball ausschauen.“

Durchaus erfreut über die Meldung waren die Verantwortlichen des FC Moosburg. Als eine der ersten Mannschaften im Landkreis waren die Dreirosenstädter vor einigen Wochen ins – wenn auch verhaltene – Training eingestiegen. „Endlich ist wieder mehr möglich“, jubelte Trainer Michael Rosenwirth am Mittwoch. Trotz aller Euphorie über die neuen Freiheiten wollen die Moosburger natürlich nicht gleich in die Vollen gehen – zu groß ist die Gefahr, nach Monaten der fußballlosen Zeit Verletzungen zu riskieren. „Wir werden erst einmal in reduziertem Umfang starten“, erläutert Rosenwirth. „Dennoch wollen wir schon gleich auch mit Zweikämpfen und Ähnlichem beginnen, das wird jetzt wieder mehr nach Fußball ausschauen.“ Motiviert scheinen die Kicker des FC Moosburg zu sein. Immerhin gilt es, den Abstieg noch zu verhindern.

Lesen Sie auch: Kreisliga-Teams wappnen sich für Re-Start: Allershausen und Kranzberg gelingen Glücksgriffe

Quelle: Merkur.de

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