Familie in Japan dabei

Trampolin-Talent aus Hechendorf geht bei WM in Tokio an den Start

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Fünfmal pro Woche trainiert Bettina Wöll in München. Der Aufwand hat sich gelohnt, sie qualifizierte sich für die Jugend-Weltmeisterschaft.

Sie hat es ihrem Vorbild gleichgetan: Genau wie Isabel Baumann aus Seefeld vor fünf Jahren darf heuer Bettina Wöll bei der Trampolin-WM der Jugend mitmachen.

Hechendorf – Heute beginnt die Jugend-Trampolin-Weltmeisterschaft 2019 in Tokio. Mit dabei ist die 13-jährige Bettina Wöll. Die Hechendorferin hatte sich früh für die WM qualifiziert und ist eine Starterin unter 24 Jugendlichen aus Deutschland, die sich auf den Weg nach Japan machen durften.

Schon früh setzte sich die Realschülerin das Ziel, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Sie wollte es ihrem Vorbild gleichtun, Isabel Baumann aus Seefeld, die sich erstmals 2014 in Florida mit den Besten ihres Alters messen durfte. Baumann war es auch, die Wöll vor einigen Jahren von der Trampolinabteilung des TSV Hechendorf zu den Munich Airriders lotste. „Von da an hat sie professioneller trainiert“, sagt Bettinas Mutter Irmgard. „Man merkte ihr an, wie sehr sie das erfüllt. Sie hatte von Anfang an unglaublich viel Spaß am Tuch.“

Schwierige Anfahrt und hohe Kosten - aber die Familie steht hinter Bettina Wöll

Die Anfahrt ist für die 13-Jährige nicht so einfach. Fünfmal in der Woche trainiert Bettina Wöll in München. Sie hat Glück, dass die ein Jahr jüngere Pauline Hering ebenfalls von Seefeld aus zum Training muss. „Wir Eltern wechseln uns da mit dem Abholen und Hinfahren ab“, erzählt Irmgard Wöll. Es lohne sich, weil ihre Tochter großen Spaß an den Trainingseinheiten habe. Zusammen mit Trainer Markus Thiel, der gleichzeitig Bundestrainer ist, feilt sie täglich an neuen Variationen, um ihren Auftritt zu verbessern.

Thiel schlug die damals Zwölfjährige für die WM vor. „Der Trainer ist auf mich zugekommen und meinte, sie hätte das Zeug dazu“, erinnert sich Mutter Irmgard. Bereits im ersten Anlauf bei einem Turnier habe es mit der Qualifikation für Tokio geklappt. „Sie hat das anfangs gar nicht realisiert.“

Obwohl die Teilnahme ohnehin schon eine finanzielle Belastung ist („Man bekommt zwar Unterstützung vom Deutschen Turner-Bund, allerdings reicht das alleine nicht“), ist Familie Wöll bei den Wettkämpfen in Japan ebenfalls vor Ort. Beim Trainingslager in Frankfurt und den Vorbereitungstagen in Tokio war das Nachwuchstalent jedoch alleine. „Sie überall hinzubegleiten, ist finanziell und zeitlich nicht machbar. Aber diesen Höhepunkt mit der WM müssen wir einfach miterleben“, sagt Mutter Irmgard.

Kein bestimmtes Ziel für die WM: „Sie soll es genießen“

Den bislang größten Erfolg feierte Bettina Wöll in diesem Jahr im Saarland: Bei der Saar Trophy erreichte sie den zweiten Platz und verpasste nur um Haaresbreite den Sieg. „Da hat sie gezeigt, wie gut sie mittlerweile ist“, meint die stolze Mutter. Das größte Problem ihrer Tochter sei es, die Nerven im Griff zu haben. „Aber meistens kriegt sie auch das hin.“

Ein bestimmtes Ziel hat sich die Trampolinspringerin für die WM nicht gesetzt. „Sie soll es einfach genießen und viel Spaß haben. Das ist mit Abstand das Wichtigste“, sagt Irmgard Wöll. „Bettina hat sich nie mit irgendwelchen Zielen beschäftigt. Das wäre auch nicht richtig.“

Thomas Okon

Quelle: Merkur.de

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