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TSV 1865 Dachau: Leugner-Tor hält Hoffnungen am Leben

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Sein Tor lässt den TSV 1865 hoffen: Daniel Leugner erzielte zehn Minuten vor Schluss des Relegations-Auftaktspieles in Sonthofen den 1:2-Anschlusstreffer für Dachau.
Sein Tor lässt den TSV 1865 hoffen: Daniel Leugner erzielte zehn Minuten vor Schluss des Relegations-Auftaktspieles in Sonthofen den 1:2-Anschlusstreffer für Dachau. © RO

Die Hoffnung lebt. Der TSV 1865 Dachau könnte der Bayernliga erhalten bleiben – dank einer Regel, die im internationalen Fußball bereits abgeschafft worden ist.

Dachau - Der im Sommer nach Landsberg abwandernde Daniel Leugner erzielte im ersten Spiel des Relegations-Marathons das unter Umständen noch sehr wichtige Auswärtstor in Sonthofen. Den Dachauern genügt nun im Rückspiel am morgigen Samstag im eigenen Stadion ein 1:0-Sieg zum Einzug in die zweite Runde.

Die Dachauer traten in Sonthofen engagiert auf, nur der Zug zum Tor fehlte in der ersten Stunde der Partie. Sonthofen traf im ersten Durchgang zweimal ins Schwarze und ging so mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause. Erst die offensiven Wechsel des TSV 1865 im Highspeedbereich brachten den Schwung, der nötig ist, um einen Angriff auch erfolgversprechend zu Ende zu spielen.

Die zweite Halbzeit gehörte den Dachauern. Die Taktik der Hausherren, auf Konter zu setzen, ging im zweiten Durchgang nicht mehr auf. Es gab ab Minute 46 keine einzige nennenswerte Torchance für die Sonthofener.

1865-Boss Wolfgang Moll meinte nach dem Schlusspfiff: „Dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren, zwei individuelle Fehler haben uns das Genick gebrochen. Aber dank des Anschlusstreffers sind wir guter Dinge für das Rückspiel.“

Ins gleiche Horn stieß Trainer Alexander Weiser, der den urlaubenden Marcel Richter vertrat: „Ein bittereres Ergebnis, wir haben zwei dumme Toren kassiert, weil wir die Konter nicht verteidigen konnten. Aber das Auswärtstor öffnet uns wieder die Tür zur zweiten Runde.“

Die Sonthofener starteten wie die Feuerwehr, bereits nach 120 Sekunden traf Marc Penz aus 16 Metern die Latte des Dachauer Kastens. Nach und nach übernahmen dann aber die Dachauer das Kommando, Oliver Wargalla vergab in der 14. Minute nach guter Vorarbeit von Sebastian Brey die Chance zum 1:0.

Das 1:0 für die Sonthofener fiel in der 32. Minute – nach einem Ballverlust der Dachauer im Mittelfeld. Per Kopf brachte Dachau-Schreck Kevin Haug die Hausherren in Führung, er traf platziert ins linke Eck.

In der 36. Minute hatte die Richter-Elf eine Doppelchance auf das 1:1: Erst scheitert Stefan Vötter aus halblinker Position an Marco Zettler, dem Schlussmann der Sonthofener, und dann trifft im Nachschuss Mario Maric aus 18 Metern nur das linke Lattenkreuz.

Besser machten es die Sonthofener sechs Minuten später: Marc Penz wird wunderbar im Strafraum freigespielt, er vollendet aus zehn Metern ins lange Eck.

Auch diesem Gegentor war ein individueller Fehler der Gäste 25 Meter vor dem eigenen Tor vorausgegangen, der Lapsus von Alexander Weiss wurde prompt bestraft.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Dachau will das Spiel machen, Sonthofen kontert. Torszenen waren erstmal Mangelware, dafür wurden die Zweikämpfe härter. Das Spiel der Dachauer in Spitze wirkte bis zur 64. Minute eher uninspiriert. Gezielte Aktionen waren nur sporadisch zu erkennen. Frischen Wind brachte 65-Joker Marcel Kosuch ins Spiel, der für den unglücklich agierenden Oliver Wargalla eingewechselt wurde. Seine erste Aktion war eine eigentlich verunglückte Flanke, die FCS-Torwart Marco Zettler zu einer Parade nötigte.

Diese Szene wirkte wie ein Hallo-Wach-Ruf, Dachau drängte fortan immer vehementer auf das so wichtige Auswärtstor. Ein weiterer gelungener Schachzug der Gäste war die Einwechslung vonNickoy Ricter, der in der 71. Minute Mario Maric ersetzte. Ricter, Kosuch, Brey – in Sachen Tempofußball war man beim TSV 1865 bestens gerüstet für eine flotte Schlussphase.

Das wichtige Anschlusstor resultierte aus eben so einem Express-Spielzug. Marcel Kosuch und Nickoy Ricter bereiteten im Höchsttempo vor, Daniel Leugner vollendete aus sieben Metern. Vendim Sinani hätte in der 86. Minute um ein Haar sogar noch das 2:2 erzielt, seinen Freistoß aus 25 Metern konnte FCS- Keeper Marco Zettler gerade noch über das Lattenkreuz lenken.

Das Rückspiel findet am morgigen Samstag um 16.30 Uhr im Stadion an der Jahnstraße statt. Angesichts des knappen Hinspielergebnisses ist für Hochspannung gesorgt. Klar, dass die Dachauer auf eine volle Hütte mit lautstark mitgehenden Fans hoffen. Trainer Alexander Weiser weiß: „Sonthofen ist schlagbar, aber wir dürfen eben nicht in diese Konter rein laufen wie im Hinspiel. Individuelle Fehler im Spielaufbau müssen unter allen Umständen verhindert werden. Wir müssen ein Tor erzielen – und dann geduldig weiter spielen. Leider betreiben wir schon seit langer Zeit für einen Treffer viel zu viel Aufwand.“

Das Parallel-Hinspiel, das für die Dachauer wichtig werden könnte, endete in Unterföhring mit einem 4:1-Sieg der Gäste aus Pullach. Damit sind die Raben fast schon durch und in Runde zwei, in der sie, so hoffen die 65-Fans, auf den TSV Dachau treffen werden.

Stenogramm

1. FC Sonthofen - TSV 1865 Dachau 2:1 (2:0)

1. FC Sonthofen: Marco Zettler, Manuel Schäffler, Manuel Wiedemann, Kevin Haug, Marc Penz, Armin Bechter, Patrick Littig, Gregor Mürkl, Andreas Hindelang, Markus Notz, Tom Liebherr – Tim Lorenz, Felix Schulla, Umut Akan, Ali Odaci.

TSV 1865 Dachau: Marco Jakob, Alexander Weiss, Oliver Wargalla, Sebastian Brey, Mathias Leiber, Franz Hübl, Stefan Vötter, Lirim Kelmendi, Daniel Leugner, Mario Maric, Vendim Sinani – Nickoy Ricter, Orkun Tugbay, Marcel Kosuch, Niclas Groß

Zuschauer: 391

Tore: 1:0 (32.) - Kevin Haug. 2:0 (42.) - Marc Penz. 2:1 (80.) - Daniel Leugner.

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