Lennart Siebdrat sieht Rot

TSV 1865 Dachau unterliegt dem TSV 1860 München II trotz Überzahl

+
Standen am Samstag im Fokus: Sebastian Brey (li.) wurde kurz nach der Pause von Lennert Siebdrat umgehauen (Ampelkarte), und Kevin Nsimba sorgte für das 3:0 der Junglöwen.

Es bleibt dabei: der TSV 1865 Dachau sieht gegen eine von Frank Schmöller gecoachte Mannschaft kein Land.

Ein Edelfan des TSV 1865 meinte Mitte der zweiten Halbzeit treffend: „Wir können noch 100 Stunden weiter spielen, heute wird das nichts mit einem Tor.“ Die Junglöwen aus München rückten mit diesem Sieg in das obere Drittel der Tabelle vor, die Lamotte-Elf hingegen rutschte in das untere Drittel der Tabelle ab.

Die Dachauer wussten, wie schon drei Tage zuvor im Auswärtsspiel bei Schwaben Augsburg, in Überzahl nicht zu überzeugen. Diesmal hatten die 65-Kicker nach der Ampelkarte gegen Lennert Siebdrat gleich nach dem Seitenwechsel fast eine Halbzeit lang Zeit, den personellen Vorteil zu nutzen, doch daraus wurde nichts. Am Ende stand ein verdienter Sieg der ambitionierten und gut eingestellten Junglöwen aus der Landeshauptstadt.

Beide Teams legten einen flotten Start hin, vor allem die Münchner wirkten sehr ballsicher. Auf Dachauer Seite war in der ersten Viertelstunde Ryosuke Kikuchi sehr auffällig, der für den verletzten Stefan Vötter in die Startformation gerückte Japan-deutsche sorgte mit einigen schnellen Aktionen für Gefahr vor dem Gästekasten. So auch in 13. Minute, als er über rechts durchbrach und danach fast den Führungstreffer auflegte.

Ansonsten spielte der TSV 1865 Dachau wie gewohnt, aufgebaut wurde die Offensivaktionen meist über die Mittelachse mit Lamotte und Weiser. Es folgten in der Regeln öffnende Diagonalpässe auf Sebastian Brey oder Ryosuke Kikuchi auf den Außenpositionen.

Doch 1860-Trainerfuchs Frank Schmöller durchschaute dies schnell, er ließ die Passwege geschickt zustellen. In der 17. Minute kassierte Nikolaus Grotz nach einem taktischen Foul an dem Ex-Pipinsrieder Kevin Nsimba die gelbe Karte. Eine gute Schussmöglichkeit vergab in der 28. Minute Sebastian Brey aus 14 Metern halbrechter Position.

Im direkten Gegenzug erzielten die Löwen die 1:0- Führung durch Peter Guinari, er nutze einen Torwartfehler von Maximilian Mayer nach einem hohen Ball gnadenlos aus und schob den Ball ins leere Tor. Für das Münchner 2:0 sorgte sechs Minuten später Kristian Böhnlein, der zwei Dachauer wie Slalomstangen umkurvte, ehe er aus elf Metern vollendete.

Der Doppelschlag hinterließ Wirkung bei den in der Defensive ungewohnt fahrig agierenden Dachauern. Nur 180 Sekunden nach dem zweiten Treffer ließ Kevin Nsimba Löwentreffer Nummer drei folgen, er traf nach einer schönen Kombination und einem kapitalen Fehler von Fabian Lamotte im Aufbauspiel.

Restlos bedient war Dachaus Fußball-Boss Ugur Alkan beim Gang in die Halbzeitpause: „Wir haben solide begonnen, verloren dann aber nach einer halben Stunde komplett den Faden. Wir stellen jetzt um, ich hoffe auf ein schnelles Anschlusstor.“

Durchgang Nummer zwei begann mit einem Paukenschlag, der bereits verwarnte Münchner Lennert Siebdrat übersah den Dachauer Sebastian Brey und haute diesen stockgerade um. Die Ampelkarte war die logische Konsequenz, fortan spielten die Hausherren in Überzahl

1860 rührte nach dem Platzverweis schnell härtenden Beton an, beim Versuch, diesen zu knacken bissen die Dachauer auf Granit. Bis zur 65. Minute war die „Operation Wende“ aus Dachauer Sicht ein aussichtsloses Unterfangen, torgefährlich wurden die durchaus bemühten Dachauer eigentlich nie.

Die beste Möglichkeit vergab in der 68. Minute Alexander Weiser, er scheiterte mit einem Kopfball aus acht Metern nach einer Ecke von Christian Doll.

Dachaus Spielertrainer Fabian Lamotte fand die treffenden Worte nach dem Schlusspfiff: „Wir haben gut begonnen, aber wir haben seit vier Halbzeiten kein Tor mehr erzielt.“

Stenogramm

TSV 1865 Dachau - TSV 1860 München II 0:3 (0:3)

TSV 1865 Dachau: Maximilian Mayer, Fabian Lamotte, Alexander Weiser, Alexander Weiss (77. Hüseyin Ceker), Merlin Höckendorff, Dominik Schäffer (53. Marko Todorovic), Nikolaus Grotz, Sebastian Brey, Robin Volland (83. Mario Maric), Christian Doll, Ryosuke Kikuchi

TSV 1860 München II:György Szekely, Peter Guinari, Oliver Stefanovic, Lennert Siebdrat, Niklas Lang (85. Erkut Satilmis), Dominik Schön, Kevin Nsimba, Kristian Böhnlein, Matthew Durrans (60. Tomislav Kraljevic), Alexander Kovacevic, Antonio Trograncic (50. Timo Spennesberger)

Schiedsrichter:Steffen Grimmeißen

Zuschauer: 105

Gelb-rote Karte: Lennert Siebdrat (47.)

Tore: 0:1 (29.) – Peter Guinari. 0:2 (35.) – Kristian Böhnlein. 0:3 (38.) – Kevin Nsimba.

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Der Kern bleibt zusammen
Der Kern bleibt zusammen
Skandalspiel ASV Antdorf - FSV Höhenrain: Klemens Wind verteidigt Referee  
Skandalspiel ASV Antdorf - FSV Höhenrain: Klemens Wind verteidigt Referee  
Sulzemoos muss gegen Schwabing „alles geben“
Sulzemoos muss gegen Schwabing „alles geben“
Frauenfußball ist nichts für Memmen
Frauenfußball ist nichts für Memmen

Kommentare