Jona Kuhls vom TSV Alling

TSV Alling: Ist das Bayerns jüngster Stadionsprecher?

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Jona Kuhls hat in der Kabine Mikro und Kasse im Griff. 

Es gibt über Stadionsprecher keine offizielle Statistik. Würde es sie geben, dürfte der zwölfjährige Jona Kuhls vom TSV Alling einer der jüngsten in Bayern sein.

Alling –  Der Schüler des Germeringer Max-Born-Gymnasiums informiert seit fast drei Jahren die Zuschauer auf dem Allinger Dorfplatz über Aufstellung oder Torschützen und gibt sonstige Informationen durch.

Aus Jona, der bei Allings U15-Junioren im Mittelfeld spielt, konnte eigentlich nur ein fußballbegeisterter Bub werden – so stark ist er erblich vorbelastet. Mama Claudia hat einst selbst gespielt, als auch in Alling der Frauenfußball Fuß fassen wollte. Papa Thorsten, der im Verein so gut wie unverzichtbar ist, hat jahrelang als Torwart seine Knochen hingehalten, war Abteilungsleiter und ist jetzt Trainer der Kreisklassen-Mannschaft. Wird noch ein weiterer Schritt in der Generation zurückgegangen, dann stehen Oma Maria und Opa Werner Kain auf der Liste, ohne die der TSV Alling fast nicht denkbar wäre.

Auf die Idee, den Stadionsprecher zu machen, kam Jona, als der Platz eine neue Flutlichtanlage samt Sprecheranlage erhielt. „Da habe ich mit der alten Anlage und dem CD-Player ein bisschen rumprobiert, und das hat mir viel Spaß gemacht.“ Als dann die neue Anlage installiert war, hat der damals Zehnjährige seinen Papa gefragt, ob er denn beim nächsten Heimspiel den Stadionsprecher machen dürfte. Der Vorgesetzte – sowohl daheim als auch im Verein – hat nichts dagegen. „Seitdem bin ich die Stimme auf dem Allinger Dorfplatz, der alle zuhören.“ Manche würden sogar nur kommen, um ihn zu hören, meinte Jona selbstbewusst. Hemmungen, ins Mikro zu sprechen, hat er überhaupt nicht.

Jona bleibt immer gelassen

Seine junge Stimme kommt gut an auf dem Platz. Sie klingt so erfrischend und klar. „Einmal habe ich einen Namen falsch bei der Aufstellungsdurchsage ausgesprochen“, erinnert sich Jona. Sekunden vorher hat er dessen Mutter abkassiert, denn nebenbei kassiert der junge Allinger auch noch die Eintrittsgelder. „Die Frau stürmte zu mir in die Kabine hinein und sagte, der Name ist falsch ausgesprochen. Das brachte mich momentan ein bisschen aus der Fassung und ich hatte Mühe, die restlichen Namen durchzusagen.“

Gelassen bleibt Jona auch dann, wenn tatsächlich mal die Technik versagt, wie unlängst beim Spiel gegen Aufkirchen. „Da fiel die Torhymne aus, die ich immer abspiele, wenn unsere Mannschaft ein Tor erzielt. Zum Glück funktionierte es beim nächsten Treffer wieder.“

Stadionsprecher macht Jona „riesig Spaß“, die Leute abkassieren dagegen weniger. „Das lenkt vom Spiel ab. Und ich will doch auch zuschauen, schon allein deshalb, damit ich auch die richtigen Torschützen durchsagen kann“, meint der Bayern-Fan, der von seinem Lieblingsspieler Müller auf Lewandowski umgeschwenkt ist. Trikots hat er zuhauf, sowohl vom FC Bayern und – da kommt der Opa wieder ins Spiel – von den „Clubberern“ aus Nürnberg.

Quelle: Merkur.de

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