5:3 Sieg gegen MTV Ingolstadt

Rückblick: Bayernliga-Aufstieg des TSV Eching 1985

Anton Plattner wurde 1984/85 zum Aufstiegstrainer des TSV Eching.
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Anton Plattner wurde 1984/85 zum Aufstiegstrainer des TSV Eching.

Der TSV Eching schafft 1985 den Bayernliga-Aufstieg im Entscheidungsspiel gegen den MTV Ingolstadt. Die Coronapause erlaubt einen Rückblick auf vergangene Relegationsspiele.

Eching – Zum Leidwesen vieler Fans, die der TSV Eching in den Jahren zuvor mit seiner attraktiven Spielweise und dem ersten Aufstieg in die Bayernliga 1983 hinzugewonnen hatte, konnte man sich nicht in der Klasse halten. Nur 15 Punkte in den Heimspielen waren ein Indiz, wie schwer man sich gegen namhafte Gegner tat. Platz 16 unter 20 Mannschaften reichte nicht, fünf Absteiger in einer Saison – nicht nur Trainer Toni Plattner empfand den Abstieg als sehr ärgerlich, hatte aber eine plausible Erklärung parat: „Uns hat die Routine gefehlt.“

Bei den meisten Clubs standen in der damals höchsten Amateurklasse auch Ex-Profis unter Vertrag. Die Echinger bauten dagegen auf den Stamm des Aufstiegsjahres, mussten aber mit Reiner Leitl (zum TSV 1860 München) im Sommer ’84 einen ihrer Besten ziehen lassen. Nicht nur deswegen waren die Partien gegen die Löwen die Höhepunkte der Saison. Im Vorspiel trotzten die Echinger dem Kontrahenten im Grünwalder Stadion ein überraschendes 0:0 ab. Das Rückspiel bestritt man aus Sicherheitsgründen nicht daheim an der Dietersheimer Straße, man wechselte ins Olympiastadion, wo es vor 8000 Zuschauern ein 1:2 gab. Am Ende stieg Eching ab, Sechzig wurde Meister, dem Club blieben vom Kick unter dem Olympiadach immerhin 35 000 Mark nach Abzug aller Kosten übrig.

TSV Eching verstärkt sich zur Saison 1984/85

In der Pause zur kommenden Landesliga-Saison 84/85 erfüllte sich ein Wunsch von Clubchef Willi Frömel. Der hatte immer betont, dass er es begrüßen würde, wenn die besten Kicker des Landkreises in Eching spielen würden. Mit dem Nandlstädter Christian Berndl und den Freisingern Walter Werner (früher Sportclub) und Anton Bönig (FC Eintracht) kamen dann Akteure hinzu, die sich schnell zu Stammspielern mauserten. Vor allem der Transfer von Bönig machte sich bezahlt. Zusammen mit Wolfgang Leitl belebte er das Offensivspiel gewaltig. 58 (Bönig 30, Leitl 28) von insgesamt 105 Saisontoren (Landesliga-Rekord um ein Tor verpasst) gingen auf das Konto des Duos. Trotzdem reichte es nicht zum Titelgewinn. Als Zweiter hinter dem SC Fürstenfeldbruck musste Eching in die Relegation gegen den Bayernligisten MTV Ingolstadt.

Dramatisches Spiel gegen MTV Ingolstadt

600 TSV-Fans folgten der Mannschaft am 1. Juni 1985 nach Geisenfeld und erlebten eine an Dramatik nicht zu überbietende Partie. Selten musste Trainer Toni Plattner an der Seitenlinie so viele Höhen und Tiefen in nur 90 Minuten durchmachen. 0:1-Rückstand, 2:1-Vorsprung (Bönig und ein Eigentor), 2:3-Rückstand, Ausgleich, erneute Führung, das wurde selbst dem Routinier zu viel. „Ich hatte gar keine Zeit mehr zu reagieren, meine Gedanken waren ganz weit weg“, so der damals 36-Jährige.

Doch auf sein glückliches Händchen konnte sich der Trainer verlassen. 72 Minuten waren gespielt, als er Norbert Paulus für Christian Leitl aufs Feld schickte. Der Neuzugang hatte gerade seine Flitterwochen in Jugoslawien verbracht, musste aber mit dem Zug nach München zurück, da er keinen Flug bekam. An der Vorbereitung kann es also nicht gelegen haben, eher an seinem Instinkt, als er einen hohen Ball per Fallrückzieher in die Maschen haute. Jetzt bekam die Elf wieder Oberwasser, jetzt traf auch endlich Wolfgang Leitl (4:3), und Verteidiger Christian Berndl machte den Deckel drauf.

Zwar verloren die Echinger das zweite Relegationsspiel gegen die SpVgg Plattling (trainiert vom Ex-Löwen Alfred Kohlhäufl) eine Woche später in Ergolding mit 1:3, doch durfte man zusammen mit den Niederbayern eine Klasse höher, da in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga mit der SpVgg Bayreuth der bayerische Vertreter das Rennen machte. Eching nahm den freien Platz ein – das zweite Jahr Bayernliga konnte kommen!

Text: Arthur Viol

Quelle: Merkur.de

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