Im Interview mit Trainer Lösch

„Da ist etwas zusammengewachsen“: Starkes 2019 macht TSV Eching Hoffnung auf Aufstieg

+
Beim Fünf-Jahres-Plan voll im Soll: Das Team von Trainer Gerhard Lösch startet als Ligaprimus in die Restsaison.

Der TSV Eching hat gute Chancen auf den Aufstieg in die Fußball-Landesliga. Im Interview erklärt Trainer Gerhard Lösch, warum es bisher so gut läuft und was seinem Team noch fehlt.

Eching – Die Tabelle der Bezirksliga Nord ist wegen der Nachholspiele einiger Mannschaften noch etwas verschoben, Fakt ist jedoch: Der TSV Eching ist Tabellenführer und hat gute Chancen auf den Aufstieg in die Fußball-Landesliga. Der Fünf-Jahres-Plan von Trainer Gerhard Lösch wäre nach drei Jahren erfüllt. Vor dem Trainingsauftakt am kommenden Montag erklärt der 31-Jährige im Tagblatt-Interview, warum es in dieser Saison bisher so gut läuft, welche Rolle dabei die zurückliegende Runde spielt, und was seinem Team noch fehlt.

Herr Lösch, was würden Sie sagen, wenn Ihre Mannschaft mit dem Aufstieg ihren Fünf-Jahres-Plan nach drei Spielzeiten erfüllen würde?

Mitnehmen. Wenn uns der Coup gelingen sollte, nehmen wir ihn mit.

Wie weit sehen Sie Ihr Team? Wäre es aktuell in der Landesliga konkurrenzfähig?

Nein, das wären wir nicht. Ich kenne die Landesliga. Nur mit Fleiß geht es nicht. Wir bräuchten noch zwei, drei gestandene Führungsspieler.

„Das ist Jammern auf hohem Niveau“

Woran machen Sie das fest?

Es gab in der ersten Saisonhälfte Spiele, die wir mit mehr Erfahrung gewonnen hätten. Ganz oben steht das 4:4 gegen Alte Haide, wo wir in Überzahl eine 4:1-Führung verspielt haben. Wir wollten aufs fünfte Tor gehen, anstatt runterzuschalten. Da waren wir zu grün. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Im Kader stehen dennoch einige Spieler, die bereits in der Landesliga aufgelaufen sind.

Ja, das stimmt, darunter sind aber auch Spieler wie Ante Basic und Florian Höltl, die damals jung waren und keine Verantwortung übernehmen mussten. Das lernen sie gerade. Sie sind auf einem guten Weg, aber das dauert. Im Bereich Erfahrung müssen wir noch zulegen – das ist der Hauptpunkt.

Im Kalenderjahr 2019 holte der TSV aus 31 Spielen 66 Punkte – kein Team war in der Bezirksliga Nord so erfolgreich. Woher kam die Leistungssteigerung seit dem Winter 2018/19?

Wir hatten im Niemandsland der Tabelle überwintert und konnten ohne Druck auf Wettkampfniveau spielen. Und wir konnten Dinge ausprobieren. Das war nötig, weil Daniel Steinacher aufhören musste. Er war auf dem Feld der wichtigste Eckpfeiler und sehr präsent. Ohne ihn musste die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden. Die Jungs konnten in dieser Situation wachsen und reifen. Wir haben das über das Kollektiv wettgemacht.

„Wir hatten dort maximalen Spaß“

Welche Rolle spielte das Winter-Trainingslager in Südtirol 2019? Und wird es in der anstehenden Vorbereitung wieder ein Trainingslager geben?

Ja, wir werden vom 5. bis 8. März wieder in Südtirol sein. Letztes Jahr im Winter hatten wir dort maximalen Spaß. Wir wollten an bestimmten Baustellen arbeiten. Das hat hervorragend funktioniert.

Und dann hätte Ihr Team nach 25 Punkten aus elf Spielen fast noch die Aufstiegsrelegation erreicht.

Ja, hätten wir nicht die letzten beiden Begegnungen verloren, wäre das möglich gewesen. Aber es wäre zu früh gekommen.

Den Schwung hat der TSV mit in die laufende Saison genommen.

Wir hatten im Sommer keine Abgänge. Da ist etwas zusammengewachsen. In der Hinrunde haben wir dann auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Das Jahr 2019 war für uns insgesamt mehr als zufriedenstellend.

„Wir wollen offensiv Fußball spielen“

Unter Ihrer Leitung hat sich der TSV Jahr für Jahr versteigert. Der Punkteschnitt stieg von 1,46 Zähler in der ersten Saison auf aktuell 2,05 Zähler an, die Torausbeute von 44 auf derzeit 56 Tore nach nur 20 Spielen. Zufall?

Wir wollen den Ball haben und offensiv Fußball spielen. Wir wollen nicht 60 von 90 Minuten hinterherlaufen. Im Training üben wir das Gegenpressing und versuchen Wege zu finden, schnell vor das gegnerische Tor zu kommen. Die vielen Tore sind kein Zufall. Das wollen wir so, dazu müssen aber mehrere Rädchen ineinandergreifen.

Gab es im Winter Veränderungen?

Unser Ersatztorwart Sebastian Mikuska hat uns aus persönlichen Gründen verlassen. Dafür kam Torhütertalent Robin Schmid aus Altenerding. Mit Innenverteidiger Marvin Frehe hat es nicht mehr so gepasst. Da gab es Differenzen. Da Maxi Völke, der eigentlich im Mittelfeld spielt, sich im Lauf der Saison in der Innenverteidigung reingespielt hat, haben wir im Mittelfeld nachgelegt und mit dem 22-jährigen Rany Hassan einen Sechser aus Aschheim geholt.

Wie gehen Sie die letzten zehn Saisonspiele an? Als Tabellenführer können Sie etwas verspielen. Die Ausgangsposition hat sich im Vergleich zum letzten Winter deutlich verändert.

Wir versuchen, es locker anzugehen, und schauen, was passiert. Wenn es in dieser Saison nicht mit dem Aufstieg klappt, werden wir es nächstes Jahr versuchen.

Freising-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Freising-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus dem Landkreis Freising - inklusive aller Entwicklungen rund um die Kommunalwahlen auf Gemeinde- und Kreisebene. Melden Sie sich hier an.

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Marco Bläsers Top-Elf: Wiesel, Poldi und Möchtegern-Sechser Flo
Marco Bläsers Top-Elf: Wiesel, Poldi und Möchtegern-Sechser Flo
Mit Werbetafeln auf Zeitreise: Hosen von Endres, Möbel vom Angermair
Mit Werbetafeln auf Zeitreise: Hosen von Endres, Möbel vom Angermair
Leitl: „Ein bisschen herumspielen und viel Gaudi“
Leitl: „Ein bisschen herumspielen und viel Gaudi“
BFV und Lotto Bayern verlängern ihre Partnerschaft um zwei Jahre
BFV und Lotto Bayern verlängern ihre Partnerschaft um zwei Jahre

Kommentare