1. tz
  2. Sport
  3. Amateure

Erling gegen Dießen: Mehr Spitzenspiel geht nicht - Derbykracher am heiligen Berg

Erstellt:

Kommentare

Der letzte Sieg des TSV Erling-Andechs (r. Robin Sprinkart) gegen den MTV Dießen um Spielertrainer Philipp Ropers (l.) ist bereits vier Jahre her.
Der letzte Sieg des TSV Erling-Andechs (r. Robin Sprinkart) gegen den MTV Dießen um Spielertrainer Philipp Ropers (l.) ist bereits vier Jahre her. © andrea jaksch

Überragende Vorzeichen fürs Derby: Erster gegen Zweiter, MTV Dießen beim TSV Erling-Andechs. Am Sonntag steigt der Kracher in A-Klasse 5.

Erling/Dießen – Mehr Spitzenspiel geht kaum: Der seit 14 Spielen ungeschlagene Tabellenführer der A-Klasse 5, der MTV Dießen, reist am Sonntag zum in diesem Kalenderjahr ebenfalls noch unbezwungenen Tabellenzweiten TSV Erling-Andechs (14 Uhr, Machtlfinger Straße). Beide Mannschaften trennen nur zwei Punkte voneinander, beide stellen nicht nur die stabilsten Abwehrreihen (19 Gegentore Dießen, 21 Gegentore Erling), sondern auch den besten beziehungsweise zweitbesten Angriff der Liga (69 Tore Dießen, 62 Tore Erling) und mit Manuel Öhler (Erling, 19 Tore) sowie Vincent Vetter (Dießen, 16 Tore) die zwei gefährlichsten Torjäger.

Bei einem Sieg würde Gastgeber Erling die Tabellenspitze übernehmen, mit einer Niederlage und dann fünf Punkten Rückstand auf Dießen wäre Platz eins bei noch vier verbleibenden Partien dagegen kaum noch zu erreichen. „Es empfiehlt sich für beide zu gewinnen“, sagt Thomas Wandinger, Fußballabteilungsleiter des TSV, lachend – auch wenn das Ergebnis angesichts des schweren Restprogramms aller Top-Vier-Teams für ihn noch keine endgültige Entscheidung im Titelrennen bedeutet. Die Gäste haben auf dem Papier die entspanntere Ausgangsposition: Auch bei einem Remis würden sie die Tabellenführung verteidigen.

MTV-Spielertrainer Philipp Ropers kündigt dennoch kein Taktieren an: „Wir werden nicht auf Unentschieden spielen. Wir wollen das Spiel gewinnen und die Tabellenführung ausbauen.“

Dass es sich um ein echtes Spitzenspiel handelt, ist für die Gastgeber von Coach Bernd Öhler einerseits Grund zur Motivation – andererseits aber auch zur Sorge. Denn der TSV Erling-Andechs spielt zwar eine starke Saison und gewann 15 von 21 Spielen – doch gegen die anderen Top-Teams der Liga ist die Bilanz bisher katastrophal. Die Partien gegen den Dritten TSV Haunshofen (0:2), den Vierten TSV Königsdorf (0:2, 0:1), und auch das Hinspiel beim MTV Dießen (0:2) gingen bisher allesamt verloren. Die sonst so starke Offensive um Toptorjäger Manuel Öhler blieb dabei sogar ohne eigenes Tor.

Wenn die Erlinger am Ende ganz oben stehen wollen, müssen sie diese Bilanz an den kommenden beiden Wochenenden zwingend verbessern. Denn nach dem Kracher gegen Dießen steht auch noch das schwere Auswärtsspiel in Haunshofen an. Von einer Spitzenspiel-Phobie will TSV-Abteilungsleiter Wandinger aber nichts wissen. „Wir sind genauso optimistisch wie vor jedem anderen Spiel. Wir wissen um die Stärken des Gegners, aber auch um unsere eigenen Fähigkeiten“, so Wandinger. Er freut sich nach einigen Ausfällen in den vergangenen Wochen über die Rückkehr der Leistungsträger Robin Sprinkart nach Verletzung und Martin Erras, der nach überstandener Krankheit bereits beim 1:1 gegen Berg II sein Comeback gab.

Noch weniger präsent als die Spitzenspiel-Schwäche ist ihm die schwache Ausbeute gegen den MTV Dießen in den vergangenen Jahren: Von den vergangenen zehn Partien gewann der MTV acht bei einem Unentschieden und einem Erlinger Sieg. Dieser liegt allerdings auch schon fast vier Jahre zurück. „Das war mir gar nicht bekannt – aber es wird wahrscheinlich stimmen“, sagt Wandinger schmunzelnd.

Gäste-Trainer Ropers hingegen glaubt durchaus, dass die negative Bilanz gegen die Spitzenteams und auch die schwache Ausbeute gegen Angstgegner Dießen zumindest im Hinterkopf der Erlinger eine Rolle spielen. Dennoch ist auch ihm klar: „Im Endeffekt bedeutet das alles am Sonntag wenig.“ Er erwartet ein von den starken Defensiven geprägtes Spiel auf Augenhöhe, „in dem sich beide Mannschaften nichts schenken“.

Ob der TSV beim Versuch, sowohl seine Spitzenspiel- als auch seine Dießen-Bilanz aufzubessern, auf zahlreiche Zuschauer zählen kann, vermag Abteilungsleiter Wandinger aktuell noch nicht abzuschätzen. Er vermutet, dass angesichts des Maifeiertages bei einigen potenziellen Besuchern andere Aktivitäten Priorität haben – allerdings ist seine Zuschauerprognose ebenso offen wie das Ergebnis. Seine Hoffnung: „Vielleicht kommen ja gerade deshalb auch mehr Leute.“

Auch interessant

Kommentare