„Glaube nicht, dass wir Ligapokal gewinnen werden“

TSV Gräfelfing beendet das Fußballjahr 2020 vorzeitig

Zum letzten Training des Jahres bat gestern Abend Trainer Konstantin Schachtner seine Mannschaft.
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Zum letzten Training des Jahres bat gestern Abend Trainer Konstantin Schachtner seine Mannschaft.

Die Gräfelfinger ziehen für das Fußballjahr 2020 einen Schlussstrich. Den Spielern ist das Risiko einer Infektion zu groß.

GräfelfingDas Ligapokal-Spiel beim SV Akgüney Spor fand schon nicht mehr statt. „Es sagen viele, dass es ihnen nicht wert ist, da noch ein Risiko einzugehen“, spricht Konstantin Schachtner vom offenen Streik seiner Fußballer. Angesichts explosionsartig steigender Infektionszahlen und dem für den 2. November beschlossenen Lockdown beschloss der Trainer des TSV Gräfelfing, schon jetzt in die Winterpause zu gehen. Gestern Abend trainierte er noch ein letztes Mal mit seiner Mannschaft. „Zusammenkommen und ein Abschlussspielchen“ standen auf dem Programm. Dann fiel der Hammer. Das Fußball-Jahr 2020 ist damit für die Wölfe beendet.

TSV Gräfelfing: Spieler wollen in diesem Jahr nichts riskieren

Trotzdem bleiben einige Fragen, die in den nächsten Wochen nach einer Antwort suchen. Was passiert mit der Wertung der Partie gegen Akgüney Spor? „Kann sein, dass wir die Punkte abgezogen bekommen“, mutmaßt Schachtner. Aber das ist eh egal. Für die Finalrunde des Ligapokals ist der TSV ohnehin schon qualifiziert. Ob als Dritter oder Vierter trägt nichts zur Sache bei, denn mit dem Aufstieg in die Bezirksliga über diesen Wettbewerb liebäugelt im Wolfsbau ohnehin niemand mehr. Dazu ist die Mannschaft generell zu schwach besetzt und die Konkurrenz in München viel zu stark. „Ich glaube nicht, dass wir den Ligapokal gewinnen werden“, sagt Schachtner. Genauso wenig rechnet er damit, dass die beiden Pokalpartien, die der TSV während des Lockdowns im November versäumt, im Dezember noch nachgeholt werden. Einen Kaltstart nach gut fünf Wochen Pause betrachtet der Übungsleiter als „kompletten Schwachsinn“, ist es im kommenden Monat doch gesetzlich verboten, dass Angehörige aus mehr als zwei Haushalten öffentlich zusammenkommen. Ein Trainingsbetrieb ist unter diesen Bedingungen nicht möglich. Außerdem kann kein Mensch vorhersagen, wie sich die Situation bis zum ersten Advent in Deutschland entwickelt.

Schachtner hätte nach dem Re-Start nur Ligaspiele absolvieren wollen

Schachtner kann deshalb schon einmal Bilanz ziehen. Drei Spiele hat sein Team in der Meisterschaft bestritten, nachdem die Saison im September neu gestartet wurde. Dafür hat er seine Mannschaft über zwei Monate intensiv vorbereitet. Im Ligapokal kamen dann noch zwei Begegnungen dazu. „Es wäre sinnvoll gewesen, sechs Punktspiele anzusetzen“, sagt der Trainer, der mit erheblichen Terminproblemen im nächsten Jahr rechnet. Da der Bayerische Fußball-Verband die beiden Wettbewerbe synchron ablaufen lief, müssen die Wölfe im kommenden Frühjahr noch neun Begegnungen absolvieren, um die Meisterschaftsrunde komplett abzuschließen. Ob da noch ein Ligapokal dazwischen passt, erscheint angesichts des absehbaren Terminstaus sehr unwahrscheinlich.  hch

Quelle: Merkur.de

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