Der Trainer des TSV Gräfelfing hätte sich eine klarere Linie vom BFV gewünscht

Gegenfurtner: „Der Verband macht es sich zu einfach“

TSv Gräfelfing Trainer, Gegenfurtner hätte sich eine klarere Linie vom BFV gewünscht. 
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TSv Gräfelfing Trainer, Gegenfurtner hätte sich eine klarere Linie vom BFV gewünscht. 

TSv Gräfelfing Trainer, Gegenfurtner hätte sich eine klarere Linie vom BFV gewünscht. Der Übungsleiter glaubt nicht daran, dass die Saison nach dem 19.April wieder ganz normal anläuft.

Gräfelfing – Als Bernd Gegenfurtner jüngst einkaufen war, gab es in drei Supermärkten kein Mehl mehr. Für den Hobbykoch war das schwer zu verkraften, schließlich macht er in den nächsten Tagen erst einmal keine Nudeln mehr selbst. Auch sonst muss der Trainer des TSV Gräfelfing wegen der Corona-Pandemie auf manches verzichten. Für den Besitzer einer Dauerkarte beim EHC Red Bull München bedeutete das Aussetzen der Saison einen schweren Schlag. Der Verein war so konziliant und erstattete ihm das Geld für das Play-off-Ticket. Im Fußball fehlt den Funktionären die Entschiedenheit ihrer Kollegen aus dem Eishockey. „Der Verband macht es sich zu einfach“, findet der Coach.

„Die Gesundheit ist das größte Gut, das wir haben“

Ursprünglich hatte der Bayerische Fußball-Verband die Saison nur bis 23. März unterbrochen. Erst die Bayerische Staatsregierung, die für den Freistaat erst den Katastrophenfall auslöste und mittlerweile eine Ausgangsbeschränkung verhängte, nötigte den BFV dazu, die Realität um ihn herum wahrzunehmen. „Die Gesundheit ist das größte Gut, das wir haben“, stellt Gegenfurtner fest. „Das sollten wir in den Vordergrund stellen.“ Der Übungsleiter rechnet nicht damit, dass die Runde nach dem 19. April ganz normal wieder anläuft. Viele Plätze wie die Bezirkssportanlagen befinden sich in der Hand der Kommunen. Dass sie öffnen, wenn weiterhin die Gefahr besteht, sich mit Covid-19 anzustecken, hält der Trainer für unwahrscheinlich.

Dass es Leute gibt, die mitdenken, hat Gegenfurtner in seinem eigenen Verein miterlebt. Der TSV sperrte seine Sportstätten, bevor Maßnahmen vom Staat oder den Verbänden verkündet wurden. Gut möglich, dass sich die Verantwortlichen einem zu frühen Neustart widersetzen. „Der Verband muss sich Gedanken machen, wie er mit der Corona-Krise umgeht“, sagt der Coach.

Gegenfurtner hätte für Englische Wochen genügend Spieler zur Verfügung

Für die Wölfe bringt die lange Spielpause sogar Vorteile. „Unser Kader ist jetzt größer. Wir bringen 16 Leute an den Start.“ Sedin Karahasan hat sich von seiner Erkrankung erholt, Michael Gruber seinen Bänderriss auskuriert und Philipp Vogels Knie schmerzt nicht mehr. Nur die Langzeitverletzten Florian Holztrattner und Simon Schmidt werden in diesem Jahr nicht mehr aufs Feld zurückkehren. Sollte sich der Verband irgendwann dazu entschließen, die ausstehenden zwölf Spieltage in der Kreisliga München 2 mithilfe von Englischen Wochen durchzuprügeln, hätte Gegenfurtner genügend Personal. Verzichten könnte er auf diese Erfahrung aber genauso gut wie auf Mehl oder sein Play-off-Ticket beim EHC München.

Quelle: Merkur.de

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