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TSV Gräfelfing: Wölfe in der Corona-Falle - Trainer Sascha Polecki erwartet Eingreifen des BFV

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Von: Christian Heinrich

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Sascha Polecki (links in gelb) hofft auf klare Handlungsanweisungen des Verbands.
Sascha Polecki (links in gelb) hofft auf klare Handlungsanweisungen des Verbands. © Rutt

Gräfelfings Trainer steht vor dem Re-Start in die zweite Saisonhälfte vor einem Dilemma. Zu viele offene Fragen stehen nach der Corona-Infektion von sechs Spielern im Raum des Kreisligisten.

Gräfelfing – Der Test vor einer Woche gegen den TSV Geiselbullach ist schon ausgefallen, und auch am vorigen Sonntag musste der TSV Gräfelfing seine Vorbereitungspartie gegen den TSV Geltendorf absagen. „Ich hätte dieses Spiel gerne noch gehabt“, sagt Sascha Polecki. Aber seit vergangener Woche hat der Trainer des Fußball-Kreisligisten sechs an Covid-19 erkrankte Kicker in seiner Mannschaft zu beklagen, die sich womöglich beim Trainingslager in Schönau am Königssee angesteckt haben.

„Das kommt in einer Phase, in der wir in einem Flow drin sind“, so der Coach. Er ärgert sich schon ein wenig, dass seine Elf nach vier Siegen und einem Unentschieden in der Vorbereitung auf einmal zur Untätigkeit verurteilt ist. Nun steht der positive sportliche Trend plötzlich infrage.

Am kommenden Samstag nehmen die Wölfe mit dem Heimspiel gegen den FC Neuhadern die Saison wieder auf. Noch weiß Polecki nicht, ob er überhaupt eine Mannschaft zusammenbekommt, und wenn ja, welche. Aber welchen Preis rechtfertigt der Kampf um den Klassenerhalt in der Kreisliga? „Es ist nur ein Spiel, die Gesundheit geht vor“, sagt Polecki. Wie bei den Profi-Vereinen auch herrscht beim TSV große Sorgfalt, dass man von Corona genesene Fußballer nicht gleich wieder einsetzt. Das Risiko, dass sich ein Spieler übernimmt und den Einsatz nicht verkraftet, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Erfahrung, den Körper zu schnell zu massiv belastet zu haben, kennen auch Sportler, die an Grippe erkrankt waren. „Es kriegt keiner was, wenn er auf dem Platz umkippt“, mahnt Gräfelfings Trainer.

„Es ist nur ein Spiel, die Gesundheit geht vor“: Trainer Sascha Polecki bezieht klar Stellung - eigentlich

Trotzdem ist es keine einfache Situation für ihn. Wie verhält er sich selbst, wenn seine Leistungsträger kurzfristig vor einer entscheidenden Partie ausfallen oder das halbe Team an Corona erkrankt ist? Polecki hat mitbekommen, welche Entwicklungen gerade im Handball oder Eishockey stattfinden. Oft fehlen Spieler, weil sie erkrankt sind. Die Begegnungen müssen aber trotzdem ausgetragen werden, wenn keine triftigen Gründe dagegen stehen. Der Ehrgeiz, unter allen Umständen eine Saison zu Ende zu führen, kann zu Wettbewerbsverzerrung führen. Manch einer, der es sich leisten kann, steigt aus diesem System aus und zieht seine Mannschaften zurück.

Droht diese Entwicklung auch dem Fußball, wenn es jetzt im Frühjahr wieder losgeht? „Ich denke, es ist eine Sache, mit der sich der Bayerische Fußball-Verband auseinandersetzen muss“, sagt Polecki und betont: „Nicht erst in vier Wochen, sondern jetzt.“ Denn Trainer wie er müssen in der nächsten Zeit entscheiden, wie sie sich verhalten werden. Lassen sie Spieler nach dem Freitesten sofort wieder spielen? Lassen sie genügend Vorsicht walten, wenn jemand als Kontaktperson gilt, aber noch keine Symptome zeigt? Verzichten sie lieber auf die Punkte und schonen die Gesundheit ihrer Kicker – oder umgekehrt? „Das sind Entscheidungen, die jemand an übergeordneter Stelle treffen muss“, stellt Polecki klar. Er hofft darauf, dass es klare Anweisungen vom BFV gibt, die der allgemeinen Situation Rechnung tragen. (Christian Heinrich)

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