Umstrukturierung und Zuwachs im Verein 

TSV Herrsching: Corona-Pause wird als Chance genutzt

Endlich wieder jubeln möchten die Fußballer des TSV Herrsching. In der kommenden Saison werden sie dafür definitiv in der A-Klasse antreten – egal, was der BFV entscheidet. 
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Endlich wieder jubeln möchten die Fußballer des TSV Herrsching. In der kommenden Saison werden sie dafür definitiv in der A-Klasse antreten – egal, was der BFV entscheidet. 

Beim TSV Herrsching gibt es weitreichende Veränderung, der Vorstand wurde neu aufgestellt  Zuwachs im Jugendbereich verzeichnet - und das in der Corona-Pause. 

HerrschingOb der Bayerische Fußball-Verband (BFV) für die derzeit unterbrochene Saison Auf- und Absteiger auf Basis der Quotientenregel bestimmt, ist nach wie vor offen. Fest steht allerdings, dass derTSV Herrsching in jedem Fall den Weg in die A-Klasse antreten wird. „Wir würden den Jungs damit keinen Gefallen tun“, sagt Peter Seidl in Bezug auf einen Gnadenerlass durch den BFV. Zu deutlich war für den kommissarischen Abteilungsleiter die Unterlegenheit seiner Elf in der Kreisklasse. Mehr als ein einziger Punkt sprang in 18 Begegnungen nicht für den Tabellenletzten heraus. Nach einer sich ewig hinziehenden Abschiedsvorstellung möchten die Verantwortlichen zusammen mit den Kickern lieber den Neuanfang starten.

Gesamter Kader ist in der neuen Saison wieder dabei 

Die Stimmung im Verein ist trotz der Pandemie gelöst wie lange nicht mehr. Der gesamte Kader hat signalisiert, dass mit ihm in der kommenden Saison zu rechnen ist. Selbst der einzige A-Jugendliche, der heuer zu den Erwachsenen wechselt, hat bereits angekündigt, unbedingt beim TSV weitermachen zu wollen. 25 Fußballer zählt das Aufgebot, was für eine einzige Mannschaft zu viele sind und für zwei Teams zu wenige. Seidl hofft daher, die Reihen noch auffüllen und eine Reserve melden zu können. „Wir sind dabei, neue Spieler zu gewinnen.“

Allein auf die Senioren aus der AH möchte er sich nicht verlassen. Interessierte finden am Ammersee einen Verein vor, der die Corona-Pause dazu genutzt hat, sich neu aufzustellen. So bald es die Lockerungen nach dem zweiten Lockdown erlaubt hatten, gingen die Herrschinger mit ihrem Nachwuchs auf den Platz. Die Trainer organisierten 25-minütige Einzeltrainings für die F- bis A-Jugend, die von den Kindern und Jugendlichen mit großer Begeisterung angenommen wurden. „Wir haben das gemacht, damit sie bei der Stange bleiben“, erklärt Laszlo Pilz. Zur Überraschung des stellvertretenden kommissarischen Abteilungsleiters trafen die Verantwortlichen mit dieser Aktion genau ins Schwarze, was wohl auch daran liegt, dass insgesamt acht Übungsleiter über die C-Lizenz des Deutschen Fußball-Bunds verfügen. Irgendwann sprach es sich in der Gemeinde herum, dass sich bei den Kickern wieder etwas regt, weshalb gleich ein paar junge Handballer die Seiten wechselten.

Trendwende wurde eingeleitet: „Sind ganz gut aus der Krise gekommen“ 

Während überall vor den negativen Folgen der Pandemie gezittert wird, haben die Herrschinger Fußballer für sich die Trendwende eingeleitet und verbuchen innerhalb des Nachwuchsbereichs Zuwächse. „Wir sind ganz gut aus der Krise rausgekommen“, findet Pilz. Inzwischen hat sich der TSV getraut, auch junge Mädchen im Alter unter 14 Jahre anzusprechen, um mit ihnen eine neue Mannschaft aufzustellen. Beim ersten gemeinsamen Kennenlernen erschienen gleich neun. „Wer will, kann sich jederzeit bei uns melden“, weist Pilz darauf hin, dass sich der Verein auf weitere Neuzugänge freut.

Entscheidend war jedoch, dass der TSV seine größte Baustelle schließen konnte. In den vergangenen Monaten haben sich genügend motivierte Mitglieder gefunden, die den kommenden Vorstand bilden wollen. Seidl und Pilz kandidieren bei den Neuwahlen als erster und zweiter Abteilungsleiter. Die Jugendleitung bleibt in den bewährten Händen von Jona Velte, während die Damen endlich eine Nachfolgerin für Harald Sättler gefunden haben. Viviane Fall wird bei ihrer Wahl die erste Frau in der Geschichte der Herrschinger Fußballer sein, die diesem Bereich vorsteht. An die Urnen geht es, sobald es die Lage erlaubt. „Wir möchten eine Präsenzversammlung machen“, betont Pilz.

Der kommissarische Vize wird dann auch über das Spendenaufkommen für den Soccer-Five-Platz berichten. Mittlerweile sind über 26 000 Euro eingegangen. Damit sich auch der schmale Geldbeutel eine eigene Parzelle leisten kann, hat Pilz den Preis für bestimmte Quadrate auf fünf beziehungsweise zehn Euro gesenkt. Anders als noch vor der Pandemie finden die Herrschinger auf einmal Lösungen für ihre Probleme. 

(Christian Heinrich) 

Quelle: Merkur.de

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