Fußballer als Helfer der Münchner Tafel

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Die Fußballer des TSV Hohenbrunn gehen in der Corona-Pandemie mit gutem Beispiel voran und unterstützen die Hilfsbedürftigen unserer Gesellschaft. 

Fußballer des TSV Hohenbrunn als Helfer der Münchner Tafel

LandkreisSchutzmaske statt Fußballschuhe: Während der Ball auf den Sportplätzen im Landkreis weiterhin ruht, haben einige Vereine Hilfsprogramme für ihre Gemeinden gestartet. „Alles wird gut“ steht in großen Buchstaben auf einer der zahlreichen Kisten im Kofferraum des Kleintransporters – darüber ein Regenbogen. Bis fast unter das Autodach stapeln sich die Pappboxen mit Konserven und Nudelpackungen. Die Auswahl an Lebensmitteln, die sich nebenan im Vereinsheim des TSV Hohenbrunn auf mehreren Tischen häuft, stellt die Auslage von so manchem Supermarkt in den Schatten. Entsprechend stolz blicken die Helfer des TSV unter ihren Stoffmasken in die Kamera. Die TSV-Fußballer hatten die Hohenbrunner Bürger dazu aufgerufen, die Münchner Tafel mit Essensspenden zu unterstützen. Initiator Anton Wunder gemeinsam mit seinen Mitspielern Tom Kussmaul, Christoph Schulz, Felix Kratzer und Trainer Sebastian Heidrich auf den Weg, die Spenden einzusammeln, die insgesamt 62 Haushalte – natürlich unter Wahrung der Abstandsregeln – vor ihren Haustüren platziert hatten. 15 Umzugskisten und zahlreiche kleinere Kartons kamen so zusammen. Zusätzlich spenden die Hohenbrunner Fußballer 200 Euro an den „Tisch Süd-Ost“ der Caritas.

Die Lebensmittelausgabe der Caritas ist derzeit geschlossen, weil viele der Helfer dort selbst zur Corona-Risikogruppe zählen. „Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft“, zeigt Heidrich mit dem Erfolg der Aktion zufrieden. „Unseren Spendern gilt ein ganz großer Dank.“

Die Idee zu der Aktion hatte Hohenbrunns Mittelfeld-Motor Anton Wunder, in Schulz und Kussmaul fand der TSV-Kapitän schnell zwei weitere Unterstützer. Als Inspiration diente Wunder auch seine Schwester, die als Kinderkrankenschwester in erster Reihe hilft. „Da wollte ich auch irgendwas machen“, erklärt die Hohenbrunner Nummer sechs. Damit die Aktion nicht an der Gemeindegrenze Hohenbrunns endet, ließen sich die Organisatoren einen weiteren Kniff einfallen: In einem Video auf ihrer Facebook-Seite nominierten die Hohenbrunner vier weitere Vereine, ihrem Beispiel zu folgen. „Wir haben von allen vieren schon das Feedback bekommen, dass sie etwas auf die Beine stellen wollen“, kann Wunder auch für diesen Teil des Plans einen Erfolg vermelden. So berät beispielsweise der TSV Ottobrunn derzeit mit Bürgermeister Thomas Loderer, wo die Hilfe der Kicker am besten eingesetzt werden kann. „Wir würden am liebsten direkt in der Gemeinde helfen. Ich bin sicher, dass wir dafür ein gutes Team auf die Beine stellen“, gibt sich Ottobrunns Fußballchef Matthias Schmidt zuversichtlich.

Und auch beim Putzbrunner SV ist der Aufruf aus Hohenbrunn auf fruchtbaren Boden gefallen. Die PSV-Kicker sammelten nach Hohenbrunner Vorbild Spenden für die Münchner Tafel.

Ebenso wollen es die Kicker vom FC Rot-Weiß Oberföhring handhaben. Beim TSV Brunnthal hatte sich die Helferfront schon vor dem Aufruf aus Hohenbrunn organisiert und bereits Ende März dem „Sozialen Ring“ der Nachbarschaftshilfe Brunnthal angeschlossen hatte. Auch andernorts keimte in der fußballfreien Zeit schnell die Idee zu gesellschaftlichem Engagement auf. Bereits Mitte März schloss sich die Jugendabteilung des SV Pullach einer Aktion des Pullacher Burschenvereins an. Seitdem koordinieren sich in einer Whatsapp-Gruppe circa 30 Helfer, zu denen neben den Burschen und den Fußballern auch die SVP-Handballer und die Pullacher Madln zählen, um die örtliche Nachbarschaftshilfe bei Einkauf und Ausfahrt von Lebensmitteln und Medikamenten zu unterstützen.

„Uns geht es so gut, dass man schnell vergisst, wie sehr man auch vor der eigenen Haustür schon helfen kann“, beschreibt Pullachs Jugendleiter Felix Coenen den Eindruck, den die Aktion auch bei den Helfern hinterlässt. Wie im Isartal ist es auch in Taufkirchen die Nachbarschaftshilfe, die derzeit Unterstützung durch die Fußballer des SV-DJK erfährt. Die Kicker reagierten damit auf einen Appell des Vereins, der hilfsbedürftige Taufkirchener bei Einkäufen unterstützt oder ihnen Rezepte und Medikamente nach Hause bringt. Auch hier erfahren die Helfer immer wieder äußerst positive Resonanz für ihr Engagement.

„Eine Dame hat uns angerufen und sich tausendfach bedankt, dass wir für ihre Eltern nach einem Kuraufenthalt den Großeinkauf übernommen haben“, berichtet Taufkirchens Fußballabteilungsleiter Michael Ellinger von einem Anruf. Daneben unterstützt der Verein eine Privatinitiative. Um dem Engpass an medizinischer Schutzausrüstung zu begegnen, nähen die Helfer für die Münchner Frauenklinik des Bayrischen Roten Kreuzes in der Taxisstraße Mund- und Nasenmasken.

In Hohenbrunn ist man derweil glücklich, wie gut die Aktion von Spendern und Nominierten aufgenommen wurde. „Sehr geil“, kommentierte der TSV Hohenbrunn in den sozialen Medien die Hilfszusage aus Oberföhring und auch Wunder zeigt sich „sehr zufrieden“ mit dem Erfolg der Hilfsaktion. „Man hat einfach ein gutes Gefühl, wenn man hilft“, zieht der Initiator auch für sich ein positives Fazit.

Quelle: Merkur.de

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