Ereignisreiche Jahre beim TSV 

Der TSV Indersdorf erinnert sich: „Ball vor dem Löwenspieler weggekickt“

Der TSV Indersdorf Anfang der 1960er Jahre: Toni Schöll, Jim Moser, Erwin Maul, Rudi Diepold, Walter Hanusch, Josef Deichl, Rudolf Hanusch (hinten v.l.). Franz Habla, Horst Nickel, Bruno Hanusch, Erich Betz, Martin Wild (vorne v.l.)
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Der TSV Indersdorf Anfang der 1960er Jahre: Toni Schöll, Jim Moser, Erwin Maul, Rudi Diepold, Walter Hanusch, Josef Deichl, Rudolf Hanusch (hinten v.l.). Franz Habla, Horst Nickel, Bruno Hanusch, Erich Betz, Martin Wild (vorne v.l.)

Indersdorf erlebte viel in den 1960er Jahren, nach Abstieg aus der A-Klasse kam das Freundschaftsspiel gegen den TSV 1860 München. Immer dabei: Trainerlegende Rodolf Hanusch. 

Indersdorf In Zeiten des kollektiven Aussitzens einer schier endlos anmutenden Pandemie erinnern sich viele Sportler an die „guten, alten Zeiten“, also an jene Tage, an denen noch reinen Gewissens (und ohne Hemmnisse) trainiert, gespielt, gelaufen, geworfen oder gesprungen werden konnte. In loser Folge stöbern wir in den Vereinschroniken der Klubs, die ihr historisches Bildmaterial sorgsam gepflegt haben.

Heute beschäftigen wir uns mit den Fußballern desTSV Indersdorf, bei denen vor annähernd 60 Jahren nach einem bitteren Abstieg das Aufstiegsfieber grassierte. „Das waren noch Zeiten“, meinte Erwin Maul, als er das Foto betrachtete, das heute auf dieser Seite aufschlägt.

Ereignisreiche Saisons zu Beginn der 60er Jahre 

Er erinnert sich noch gut an die Saison 1962/1963, als er mit seinen Mitspielern aus der damaligen A-Klasse abgestiegen war. Es dauerte aber nur eine Saison, dann durfte wieder gejubelt werden, denn umgehend haben die TSV-Kicker den Wiederaufstieg geschafft. Maul war nach dem Abstieg „felsenfest davon überzeugt“, dass die Rückkehr in die A-Klasse nur eine Frage der Zeit sei: „Ich bin darauf sogar eine Wette eingegangen – und habe diese gewonnen.“

Betreut wurde die damalige Aufstiegsmannschaft von Rudolf Hanusch. Was den Coach anging, da wollte Maul unbedingt noch etwas los werden: „Seine väterliche Art bleibt unvergessen. Er betreute uns nicht nur fußballerisch, sondern legte viel Wert auf unsere Erziehung. Für uns war er der Boss und wir waren seine Buam.“

Wie sehr Hanusch, der die Mannschaft von der Jugend bis hin zu der AH betreute, die Spieler am Herzen lagen, verdeutlicht Maul mit zwei netten Anekdoten: „Wenn wir am Sonntag ein schweres Spiel hatten, kontrollierte er am Samstag die Indersdorfer Gasthäuser. Traf er dort einige seiner Buam an, forderte er diese bestimmt auf, das Lokal zu verlassen.“ Die Erwischten folgten brav und machten sich durch den Hauptausgang auf den Weg, „nur um durch den Hintereingang manchmal wieder ins Lokal zurückzukehren“, erinnert sich Maul schuldbewusst.

Freundschaftsspiel gegen die Löwen wird zur Wasserschlacht 

Eine besonders kuriose Geschichte dokumentiert, wie intensiv Rudolf Hanusch die Spiele seiner Mannschaft miterlebte. Es war ein Freundschaftsspiel bei den Münchner Löwen. Wegen andauernden Regens musste die Begegnung auf einen Nebenplatz verlegt werden.

In der Eile konnten der Münchner Platzwart keine Netze an den Toren anbringen. Folgende Szene sorgte bei den Indersdorfern für Erheiterung, bei den Löwen für Proteste: Betreuer Hanusch hielt sich immer hinter dem Tor auf, das von seinem Sohn Bruno gehütet wurde. Als die Löwen einmal die TSV-Abwehr überspielt hatten, blieb der Ball vor dem Sechzehner im Morast stecken. Der Löwen-Stürmer steuerte alleine auf Bruno zu. Wie von der Tarantel gestochen sprintete Vater Hanusch durch das netzlose Tor und beförderte den Ball per „Spitz“ ins Seitenaus. Der Unparteiische beließ es bei einer Verwarnung für den „Täter“. Erwin Maul rückblickend: „Die Zusammenarbeit mit Rudolf Hanusch war und bleibt unvergessen.“ 

(WALTER HANUSCH)

Quelle: Merkur.de

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