Auch Buchbachs Petrovic wurde schon beleidigt

So geht Jetzendorfs Gädke mit Rassismus um

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Daniel Gädke (re.) wurde immer wieder mit rassistischen Sprüchen konfrontiert. Mittlerweile spornt ihn sowas nur noch mehr an.

Rassistische Äußerungen haben im Fußball keinen Platz. Trotzdem gibt es immer wieder Zwischenfälle auf deutschen Plätzen, auch bei den Amateuren. 

Im Länderspiel zwischen Deutschland und Serbien am Mittwochabend kam es zu rassistischen Beschimpfungen gegen die deutschen Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündoğan. In einem Facebook-Video berichtet Basketball-Moderator André Voigt über seine Eindrücke. Er verfolgte das Spiel mit seiner zweijährigen Tochter und seiner Frau live im Stadion. In der zweiten Halbzeit begannen die rassistischen Äußerungen. Wenn Sané am Ball war, fielen Ausdrücke wie „Neger“, „Bimbo“ oder „Affenmensch“. Gündoğan wurde als „der Türke“ bezeichnet.

Nicht nur im Profifußball kommt es zu rassistischen Vorkommnissen. Der Stürmer Daniel Gädke vom TSV Jetzendorf berichtete im Gespräch mit dem Pfaffenhofener Kurier über seine Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland. „Einen harten Zwischenfall gab es wirklich nie“, sagte der 24-Jährige. Trotzdem gab es einige Einzelfälle. Schon in der Jugend musste Gädke immer wieder Beleidigungen über sich ergehen lassen. „Für Kinder sind solche Sprüche wirklich eklig“, so Gädke. „Das ist, finde ich, auch die Aufgabe der Verantwortlichen. Sie müssen die Leute im Zaum halten.“ 

Gädke: „Da kann ich drüberstehen“

Mittlerweile hat sich der Stürmer an die Zwischenrufe der Fans gewöhnt. „Es ist doch Fußball. Und ganz ehrlich? Das interessiert mich nicht. Das sind Fremde, da kann ich drüberstehen. Aber wenn ich es höre, dann spornt mich das nur noch mehr an.“ 

Auf dem Platz hingegen bleibt Rassismus eine Seltenheit. Zwar gibt es immer wieder verbale Sticheleien, rassistische Kommentare fallen aber nie. Gegen- und Mitspieler bleiben ihm gegenüber immer fair: „Vielleicht mal wirklich im Witz, aber man muss auch ein Stück weit über sich selbst lachen können“, findet Gädke. 

Appell von Petrovic: „Jeder kann etwas verändern“

Auch Regionalligaspieler Aleksandro Petrovic äußerte sich bereits in der Vergangenheit im Interview mit soccer-fit-you.com über derartige Erfahrungen. Die Buchbach-Legende berichtet von einigen rassistischen Äußerungen, die er sich gefallen lassen musste. Der Spielmacher versucht wie Gädke auch, die Antwort auf dem Rasen zu geben. Für ihn hängt es vom Typ des Spielers ab, wie die jeweiligen Akteure reagieren. Obwohl er sich selbst als temperamentvoll bezeichnet und nach eigenen Angaben nichts auf sich sitzen lässt, regelt er solche Vorkommnisse keinesfalls auf nationale und rassistische Art.

Petrovic ist sicher, dass die Ausländerfeindlichkeit nur gemeinsam im Verbund mit Spielern und Fans bekämpft werden kann. „Seit Jahren werden Anti-Rassismus Kampagnen im Profibereich gefahren und mit Bannern, Sprüchen, Slogans etc. beworben. Trotzdem ist Rassismus immer noch allgegenwärtig. Heißt, jeder einzelne muss sich da selber an der Nase packen und kann so etwas verändern“, sagt der 31-Jährige. 

Man könne nicht immer nur den Profivereinen die ganze Arbeit überlassen. „Gerade im Amateurbereich gibt es so viele Spieler und Fans. Wenn da jeder nur einen kleinen Beitrag leisten würde, dann könnten wir gemeinsam viel erreichen“, sagte der Rekordspieler und -Torschütze der Regionalliga Bayern. 

Quelle: Merkur.de

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