Unkonventioneller Ansatz geht gegen FC Deisenhofen II auf

Elf Mann verteidigen - TSV Murnau gewinnt als starkes Team

Volle Konzentration und Wille zahlen sich aus: Murnaus Stürmer Fabian Hirschler trifft doppelt.
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Volle Konzentration und Wille zahlen sich aus: Murnaus Stürmer Fabian Hirschler trifft doppelt.

Ein Sieg ist kein Ikea-Regal. Für Erfolge gibt es keine minimalistischen Baupläne. Manchmal braucht es Improvisationskünste – und verrückte Ideen.

VON ANDREAS MAYR

Deisenhofen– Tim Schmid hatte da ein paar für das Auswärtsspiel des TSV Murnau: Seine zwei besten Spielgestalter setzte er zum Verteidigen ein. Manuel Pratz stand wie zuletzt häufiger in der Abwehrkette. Manuel Diemb platzierte Schmid davor im Mittelfeld. Einen zweiten ballsicheren Fußballer neben Maximilian Giglberger im Zentrum hielt er für wichtig gegen Deisenhofen. Der unkonventionelle Ansatz ging auf. Murnau siegte 2:0 bei der Bayernliga-Reserve – und die beiden provisorischen Defensivmänner waren doch auch offensiv die Entscheidenden.

Bei einem der seltenen Vorstöße schaffte es Pratz bis in den gegnerischen Strafraum und holte einen Elfmeter heraus (26.). Abfangjäger Diemb erfüllte seine Aufgabe so gut, dass er einen missglückten Pass direkt zu Fabian Hirschler weiterleitete (61.). In beiden Fällen vollstreckte der Stürmer problemlos.

Schmid aber pickt keine einzelnen Fußballer heraus. Passt nicht in seine Philosophie vom Sport. Nach dunklen Wochen mit wenigen Lichtblicken musste er gar nicht auf Einzelne eingehen. Denn Murnau siegte wegen des Gesamtkonzepts. Elf Mann beschäftigten sich mit dem Verteidigen. Auch die Stürmer nahmen sich da nicht raus. Schmid bestärkte das in seinem Ansatz: „Kompakt verteidigen und Fußball spielen schließen sich nicht aus.“ Wenn denn seine Kicker die Abwehrarbeit als Gemeinschaftsprojekt sehen.

Dabei hätte die Fahrt nach München wieder mit einer Enttäuschung enden können. Nach fünf Minuten stand ein Gegner alleine vor Felix Schürgers. Gerade noch lenkte er den Ball am Tor vorbei. Den schwachen Start führte der Trainer auf die Verunsicherung der vergangenen Wochen zurück. Schürgers Paraden, davon gab es in Hälfte zwei nochmals zwei große, lieferten den Murnauern kleine Elektroschocks, die sie zur passenden Zeit an den Plan erinnerten. Auch auf Deisenhofener Seite gab es eine Schlüsselszene – den Elfmeter.

Zuvor hatten die Hausherren ein Offensivfoul erkannt. Bei der anschließenden Grätsche traf Maximilian Mayer sehr viel Ball und sehr wenig Pratz. Schmid beurteilte die Situation nicht. Er hatte nicht genau hingeschaut. Es blieb sein Hinweis, dass „wir relativ viele Strafstöße kriegen, weil wir dahin gehen, wo es weh tut“. Die Deisenhofener dagegen bezichtigten ihre Gegner der Fallsucht, ließen sich mehr und mehr auf verbale statt fußballerische Duelle ein. Murnau kam das recht, weil das den FC von seiner größten Stärke, dem Kicken, ablenkte. Gerade nach der Pause gestaltete der TSV die Partie ausgeglichen, schaltete in den richtigen Momenten um. „Damit ziehst du einer spielstarken Mannschaft den Zahn“, sagt Schmid. In der Kabine hatte er sein Team vor größeren Patzern, in den vergangenen Spielen zu oft gesehen, gewarnt. Der TSV blieb fehlerfrei.

Quelle: Merkur.de

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