Das ewig junge Derby

Murnau gegen Ohlstadt: Knister-Stimmung an der Poschinger

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Wieder daheim: Ohlstadt-Coach Jan Tischer kehrt am Samstag an die Poschinger Allee zurück. 

Zwei junge Trainer stehen vor neuen Erfahrungen. Tim Schmid erlebt gleich im vierten Match als neuer Cheftrainer des TSV Murnau die elektrisierende Wirkung eines Vergleichs gegen den SV Ohlstadt.

Murnau/Ohlstadt – Deren Coach Jan Tischer begleitet die Mutter aller Derbys als Verantwortlicher erstmals von der anderen Seite.

Die Diktion beider Coaches erinnert so gar nicht an die Vergangenheit. Sticheleien bleiben ebenso aus wie Begrifflichkeiten hinsichtlich der Vormacht im Landkreis. Der Blick richtet sich allein auf das eigene Team. Man könnte fast meinen, ein völlig normales Kreisligaspiel steht bevor. Schmid verstärkt diesen Eindruck durch allgemeine Aussagen sogar noch. So „ganz außergewöhnlich“ sei dieses Spiel für ihn nicht, schließlich gebe es ja im erweiterten Sinne „viele Derbys“ in dieser Spielklasse.

Nur: Peißenberg, Habach oder Polling sind eben nicht Ohlstadt. Das wird spätestens klar, wenn am Nachmittag (16 Uhr) an der Poschinger Allee angepfiffen wird. Dessen ist Schmid sich bewusst. „Man merkt es an Umfeld und Spielern“, räumt er ein. Auch wenn er die brisante Partie „letztlich“ wie ein ganz gewöhnliches Match angehen will. Er hofft, dass seine Mannen „mutig“ agieren und nicht anfällig für Nervosität sein werden. Daran habe man nämlich gegen Uffing schon gemerkt, dass Nachbarschaftsduelle unter leicht veränderten Gesichtspunkten ablaufen. Auch was das Interesse in der Region angeht. Die Kulisse im Staffelsee-Derby sei für Kreisligaverhältnisse „ein Wahnsinn“ gewesen, bestätigt Schmid. So macht es jedem gleich noch mehr Spaß.

Natürlich hat sich der 31-Jährige im Kreise seiner Kicker über die Ohlstädter schlau gemacht. Bei deren 2:1-Erfolg in Peißenberg war überdies ein Spion vor Ort, der weitere Erkenntnisse liefern konnte. „Man zieht seine Schlüsse draus“, sagt Schmid. Gleichwohl wird er sich „nicht komplett“ am Gegner orientieren. Für ihn ist von Bedeutung, dass die TSV-Mannschaft einen Schritt nach vorne macht. Der Einsatz sei bei den Siegen gegen Uffing und Holzkirchen „überragend“ gewesen. Fußballerisch aber besteht noch „viel Luft nach oben“. Kevin Diemb, der am Samstag aus dem Urlaub zurückkehrt, ist für die Zweite Mannschaft vorgesehen, dafür hat Schmid mit Leo Axthaler nach zweiwöchiger Auszeit wieder eine wertvolle Alternative im Mittelfeld.

Beim SVO hingegen bangt man um den Einsatz von Franz Leis, dem eine schmerzhafte Kapselblessur am Finger zu schaffen macht. Leis ist in puncto Spielintelligenz für das Ohlstädter Team an sich unverzichtbar. Gerade wenn es darum geht, nach Ballverlusten offensiv zu verteidigen. Eine jener SVO-Defizite, die Tischer am Donnerstag explizit ansprach, weil das Team sie abstellen müsse, „wenn wir in Murnau bestehen wollen“. Tischer ließ intensiv am zuletzt mangelhaften Torabschluss feilen, vertiefte zudem wichtige Spielformen. „Wie biete ich mich an, wie nutze ich den Raum in die Tiefe?“, nennt der Coach einen Schwerpunkt.

In der Summe möchte der 40-Jährige zeitnah eine wache und schlaue Einheit anleiten. Doch dazu müssten die Ohlstädter erst „schneller und zielstrebiger“ werden. Zugleich für Tischer die Voraussetzungen, die Anfälligkeiten der Murnauer Defensive aufzudecken. Seine eigene Vergangenheit mit dem Drachen auf der grünen Brust sieht Tischer indes nicht als maßgeblich für dieses Match. Das Derby sei Sache der Spieler, er ist dabei nur „Randerscheinung“. Eine „coole Erfahrung“ sei es dennoch, so ein Spiel als Cheftrainer begleiten zu dürfen.

Tischer hofft nach eher unspektakulären Vergleichen in den vergangenen Jahren auf ein Derby, an das man sich „noch einige Jahre“ erinnern wird. Wobei: Das letzte Aufeinandertreffen bescherte ihm immerhin den Job beim SVO.

Quelle: Merkur.de

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