Wichtiges Bindeglied zwischen Jugend- und Herrenbereich

TSV Murnau II sucht neuen Coach, der die Zügel anzieht

Nicht so einfach zu ersetzen: Stephan Bierling legt eine Pause als Coach der Murnauer Reserve ein.
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Nicht so einfach zu ersetzen: Stephan Bierling legt eine Pause als Coach der Murnauer Reserve ein.

Die 2. Mannschaft des TSV sucht einen Trainer. Wichtig sei, dass der neue Mann „die Zügel anzieht“. Ein Wunschkandidat der Vereinsführung hat keine Zeit.

Murnau – Am Wochenende hat Stephan Bierling nochmals an der Poschinger-Allee vorbeigeschaut. Er jubelte mit den Murnauern über zwei Siege in der Kreisliga und der A-Klasse. Die Mannschaften freuten sich riesig, ihren ehemaligen (Co-)Trainer wiederzusehen. Wenn’s nach Michael Adelwart geht, könnte Bierling direkt wieder einsteigen beim TSV Murnau, als Reservecoach und Bindeglied zwischen Jugend und Erster Mannschaft.

„Das wäre mein größter Wunsch, er vereint alle Punkte. Stephan hat sein letztes Hemd für den Verein gegeben. Das war einzigartig“, lobt der Abteilungsleiter. Doch Bierling wird fürs Erste nicht zurückkehren. Private Gründe haben ihn eine Pause einlegen lassen. Der TSV braucht einen Nachfolger, nur er findet keinen.

TSV Murnau II: Neuer Trainer braucht keine Lizenz oder einen Trainerschein

Normalerweise zählen die Jobs in Murnau zu den lukrativsten der lokalen Branche. Jugendteams in der Bayern- oder Landesliga locken Kandidaten an, die Aufstiegschancen sehen. Der Job als Bindeglied ist offenbar weniger begehrt. Mannschaft und Abteilungsleiter wünschten sich Konrad Berger, den 1000-Tore-Konni wie er genannt wird. Zeit hat der aber keine. Was die Suche erschwert: Der Posten als Trainer der Zweiten ist keiner für Glanz und Glamour. Stattdessen warten wichtige Arbeiten im System TSV: zuarbeiten, organisieren, motivieren. Warum es schwierig ist, einen Kandidaten zu finden, erklärt Adelwart so: „Weil der zwischen U19 und Erster hängt.“ Improvisationsgeschick ist wie auch Geduld gefragt. Dafür verlangt Adelwart keine großen Qualifikationen, keine Lizenz oder einen Trainerschein. Gesucht ist einer oder eine mit dem Willen, zu lernen und den Weg des Klubs mitzugehen. Etwa würde der Job gut zu einem Neueinsteiger im Trainergeschäft passen, der sich in Murnau ausprobieren könnte.

Der neue Mann oder die neue Frau soll die Zeit des Übergangs managen. Jahr für Jahr stoßen immer mehr Spieler aus dem Nachwuchs-Reservoir zu den Senioren – und damit zwangsläufig zur Reserve. Einerseits, sagt Adelwart, sei das ja eine tolle Sache für einen Trainer. Andererseits sorgt der ständig wechselnde Kader nicht gerade für Planbarkeit. „Das Schöne ist: Wir stehen nicht mit dem Rücken zur Wand.“ Druck von der Klubführung gibt es keinen. Zudem verfüge das Team über einen treuen und zuverlässigen Kern. Die Kapitäne Hannes Wackerle und Stephan Krug preist der Spartenchef als Helfer an, die gerne Aufgaben übernehmen und beratend zur Seite stehen. Vorstellbar wäre auch ein Spielertrainer. Wichtig ist bloß, dass der „die Zügel anzieht“. Ein persönliches Engagement über den Winter hinaus schließt Interimsmann Adelwart aus. „Das ist eigentlich keine Option.“ (Andreas Mayr)

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