TSV Neuried lädt zum 1. Würmtaler Kabinen-Cup ein

eSport: Konsolenfußball voll im Trend

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Zum 1. Würmtaler Kabinen-Cup lädt der TSV Neuried am Samstag ein. In vier Umkleidekabinen der Fußballer wird der Würmtaler FIFA-Meister ermittelt.

Die in der jüngsten Vergangenheit stark gewachsene eSport-Szene erreicht auch den Großraum München. Im Würmtal gibt es Sportler, die eSport vorantreiben.

Der virtuelle Sport eSport ist spätestens seit Beginn des abgelaufenen Jahres mit der Installation im Koalitionsvertrag der Bundesregierung auch für den realen Sport zu einem großen Thema geworden. In der deutschen eSport-Szene ist in der jüngsten Vergangenheit einiges ins Rollen gekommen, wie Zahlen zum eSport-Markt eindrucksvoll belegen (siehe Info-Kasten). Das deutsche Mekka der sportlichen Wettkämpfe von Computerspielern liegt bis dato eher im Osten und Norden der Bundesrepublik. Allerdings steigt das Interesse auch im Münchner Raum. Große Sportverbände wie der Bayerische Fußball-Verband (BFV) haben das Thema mit dem BFV eSport-Cup in München im vergangenen Jahr bereits aufgegriffen. Im eSport mischen auch einige Würmtaler in der Branche mit, die auch der realen Sportwelt sehr nahestehen.

Der TSV Neuried hat sich dem eSport-Thema mit dem am kommenden Samstag anstehenden 1. Würmtaler Kabinen-Cup erstmals angenommen (siehe Meldung rechts). Der Kraillinger Markus Jaisle ist Fachmann auf dem Gebiet der eSport-Vermarktung. Der Tennisspieler und Jugendwart des TV Stockdorf ist Geschäftsführer der Berliner eSport-Firma Veritas Entertainment. Ein Unternehmen, das eSportler in ihrer über 2000 Quadratmeter großen Halle in der Berliner Stadtmitte zu Wettbewerben von Arcade-Spielen wie „Rocket League“ zusammenbringt – und das sich die Weiterentwicklung der e-Sport-Community auf die Fahne geschrieben hat.

„eSport ist die Zukunft des Entertainments“, sagt der langjährige Marketing-Fachmann bei großen deutschen Firmen. Storytelling, Sozialisierung von eSport in Form von Events sowie die Förderung und Ausbildung von Talenten sind drei zentrale Aspekte der Berliner Firma des Kraillingers, der im September 2017 in diese Branche wechselte.

Im Großraum München, wo es mit dem eSport-Club in Baldham (Landkreis Ebersberg) eine 700 Quadratmeter große Lokalität für Gamer gibt, hat sich eine Sportlerin aus dem Würmtal der eSport-Ausbildung verschrieben. Kathrin Lehmann, Eishockeyspielerin des Bundesligisten ESC Planegg, ist Geschäftsführerin des Sportbusiness Campus in München. An ihrer privaten Hochschule wird seit geraumer Zeit der Studiengang eSports Manager angeboten. Es ist eine Zusatzausbildung für Angestellte in Marketing, Sales und Vertrieb in Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sportvereinen und -verbänden sowie für eSport-Interessierte.

Die ehemalige Fußball- und Eishockeyspielerin in der Schweizer Nationalmannschaft bietet für das kommende Sommersemester Weiterbildungen in den drei Bereichen Basic-Manager, Advanced-Manager und Premium-Manager an. Lehmann, die aktuell bei den Seniorinnen des FC Bayern München Fußball spielt, ist von der Wichtigkeit des eSports für die Gesellschaft überzeugt: „Wir begleiten dieses Thema wissenschaftlich und bieten ein Lehrkonzept an. eSport wird die Gesellschaft in den nächsten Jahren auf Trab halten.“ Die zweifache Olympia-Teilnehmerin sieht Verknüpfungspunkte von eSport zum realen Sport. „Ein eSportler muss Auffassungsgaben haben, die Sportler auch mitbringen“, meint Lehmann.

Organisierte eSport-Strukturen gibt es laut Martin Müller in Bayern noch nicht flächendeckend. Der im eSport-Bund Deutschland (ESBD) für den Breitensport zuständige 34-Jährige kennt nur vereinzelte Gruppen von bayerischen eSportlern. Neue Projekte wie eine eSport-Trainerausbildung und eine weitere Lokalisierung wolle man in Zukunft ins Auge fassen.

Der TSV Neuried hat derweil schon einmal mit einem Pilotprojekt begonnen. „Das ist ein Startschuss, um das Interesse für eine eSport-Abteilung auszuloten. Aber es ist noch keine konkrete Absicht da, eine eigene Abteilung zu gründen.“ Markus Jaisle sieht im eSport vor allem den Gedanken der Zusammenkunft der eSport-Community bei Events als entscheidend. „Die Nachfrage, sich für eSport zu treffen, steigt. Das ist die Zukunft der Kids, wie sie sich unterhalten werden“, glaubt der zweifache Familienvater.

Text: Robert Frank

Quelle: Merkur.de

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