Teams trennten lange Zeit Welten

TSV Neuried: Gegner TSV Großhadern mit gegensätzlicher Entwicklungskurve

Letztmals in einem Ligaspiel aufeinandergetroffen sind Neuried und Großhadern in der Saison 2015/16. Zu Hause gewannen die Würmtaler um Jonas Einloft (l.) und Manuel Swidersky (r.) damals 2:1, auswärts gab es ein 2:2-Unentschieden.
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Letztmals in einem Ligaspiel aufeinandergetroffen sind Neuried und Großhadern in der Saison 2015/16. Zu Hause gewannen die Würmtaler um Jonas Einloft (l.) und Manuel Swidersky (r.) damals 2:1, auswärts gab es ein 2:2-Unentschieden.

Der Bezirksligist TSV Neuried will nach dem verpatzten Auftakt in der neuen Saison ankommen. Am Sonntag geht es gegen den TSV Großhadern.

Neuried – Mit dem Heimspiel gegen den TSV Großhadern am Sonntag (14 Uhr, Am Sportpark) beginnen drei „Münchner Wochen“ für Fußball-Bezirksligist TSV Neuried. Die kommenden Gegner der Würmtaler sind allesamt in der Landeshauptstadt beheimatet: Auf Großhadern folgen der FC Kosova (8. August), die SpVgg Haidhausen (11. August), der SV Neuperlach (15. August) und schließlich der FC Hertha (22.August).

Neurieds Trainer Maximilian Zgud, der das erste Spiel noch urlaubsbedingt verpasste, freut sich auf die vielen Derbys. Er glaubt allerdings nicht, dass es große Unterschiede zwischen den Münchner Teams und denen aus dem Umland gibt: „Vielleicht spielen einige Münchner Mannschaften etwas robuster, aber das sollte man nicht überbewerten.“

TSV Großhadern: Vierteljahrhundert lang Landesliga

Den von der Historie namhaftesten Gegner hat der TSV gleich am Sonntag vor der Brust. Die nur gut 3,5 Kilometer voneinander entfernten Klubs trennten vor einiger Zeit noch Welten: Ab Mitte der 1980er-Jahre spielte der TSV Großhadern ein Vierteljahrhundert lang mit einigen Unterbrechungen in der Landesliga, eine Saison sogar in der damals drittklassigen Bayernliga, Neuried dagegen war jahrelang in den unteren Spielklassen zu Hause.

Niebler: „Was genau schiefgelaufen ist, kann ich nicht genau sagen.“

Im vergangenen Jahrzehnt verlief die Entwicklung der beiden TSV-Fußballabteilungen jedoch in gegensätzliche Richtungen: Seit der Eröffnung des modernen Neurieder Sportparks 2007 feierten die Fußballer einige Erfolge, etablierten sich zunächst in der Bezirksliga und spielten von 2017 bis 2019 sogar für zwei Spielzeiten in der Landesliga. Für Großhadern begann dagegen mit dem Landesliga-Abstieg 2010 eine Abwärtsspirale, und in den vergangenen Jahren durfte man sich nur noch mit der zweiten Neurieder Mannschaft messen. Erst in der abgebrochenen Saison 2019/21 gelang nach mehreren vergeblichen Anläufen die Bezirksliga-Rückkehr. „Was nach dem Abstieg 2010 genau schiefgelaufen ist, kann ich gar nicht genau sagen“, sagt Günther Niebler, seit gut fünf Jahren Großhaderns Abteilungsleiter. „Aber jetzt geht es wieder in die richtige Richtung, auch im Jugendbereich.“

TSV Neuried: Potenzial für die Landesliga

Und wohin führt die Reise beider Vereine in Zukunft? Mittelfristig scheint der TSV Neuried mit seinem modernen Sportpark, zahlreichen Jugendmannschaften und einer talentierten ersten Mannschaft die nötigen Voraussetzungen für die Landesliga zu haben, Aufsteiger Großhadern muss sich erst mal wieder in der Bezirksliga etablieren. Große Abstiegsangst verspürt Abteilungsleiter Niebler aber nicht: „Die Mannschaft ist in sich gefestigt, und die Harmonie ist gut. Das oberste Ziel ist der Klassenerhalt, aber ich traue uns grundsätzlich einen Platz in den Top Sechs zu.“

Zelmat: Ausfall trifft Team hart

Großhadern verfügt über einige im Münchner Amateurfußball bekannte Spieler, etwa Innenverteidiger Daniel Zielinski (30) oder Stürmer Albert Rudnik (28), auch wenn der Ausfall von dessen Sturmpartner Khareem Zelmat (Kreuzbandriss) schwer wiegt. Ganz abgeschrieben hat man auch noch höherklassigen Fußball in Großhadern nicht. „In zwei bis drei Jahren würden wir gerne über die Landesliga zumindest nachdenken“, so Niebler.

Zgud: „Grundlegende Dinge nicht an Tag gelegt.“

Während die Gäste mit einem 2:0-Heimsieg gegen den FC Kosova erfolgreich in die Saison starteten, setzte es für Neuried eine 1:4-Niederlage beim BCF Wolfratshausen. „Da haben wir grundlegende Dinge nicht an den Tag gelegt“, sagt Zgud, der die Niederlage am Flughafen im Livestream verfolgte. Zwar hat er Respekt vor dem namhaften Gegner, dennoch betont Zgud: „Wenn wir unsere Qualität wieder auf den Platz bringen, werden wir auf jeden Fall eine gute Rolle spielen.“ Verzichten müssen die Grün-Weißen auf Nicolas Legrand, Jonas Einloft (beide Urlaub) sowie Alexander Greisel (privat verhindert). Dafür kehrt im Vergleich zur Vorwoche Patrick Gegenbauer zurück ins Team.

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