Wie Pframmern an einen neuen Torhüter kommt

Familienzusammenführung der anderen Art beim TSV Oberpframmern

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Ludwig Huber kommt aus Egmating zurück nach Pframmern

Gute Stürmer sind ebenso gefragt und rar gesät wie Torhüter. Ihr Ausfall schmerzt deshalb umso mehr. Zumal wenn er mitten im Laufe der Saison zu kompensieren ist.

Dass Max Kroetz für ein paar Wochen, in denen er unlängst im Urlaub weilte, ersetzt werden musste, war den Oberpframmerner Kickern bekannt. „Das tut zwar weh, nachdem er in den vergangenen Wochen monstermäßig gehalten hatte“, bekundete Spielertrainer Manu Lutz, „ist aber nicht zu ändern und müssen wir eben verschmerzen“. Doch Kroetz, der erst zu Saisonbeginn vom SC Baldham-Vaterstetten nach Pframmern zurückgekehrt war, hatte, kaum aus dem Urlaub, eine weitaus schmerzhaftere Botschaft für seine Teamkollegen: Berufsbedingt werde er nach Hamburg wechseln. Pframmern stand erneut ohne Torwart da.

Für die in diesem Jahr noch anstehenden Spiele der Kreisligamannschaft war schnell eine interne Lösung gefunden. Daniel Silbereisen, früherer Stammkeeper und jetzt Trainer der Pframmerner Zweiten, erklärte sich bereit einzuspringen. „Sein Augenmerk liegt aber klar auf der Reserve“, stellte Chefcoach Manu Lutz klar. Und dass Silbereisen nicht mehr regelmäßig im Training ist, war beim Derby in Grafing nicht zu übersehen. Seine Reflexe hat er allerdings nicht eingebüßt. Mit einer sagenhaften Reaktion bewahrte er seine Pframmerner in der letzten Minute vor einer Niederlage.

Mit dieser Übergangslösung war Manu Lutz gedient. Trotzdem würde die Torhüter-Position demnächst vakant werden. Was tun? „Wir schlafen nicht in Pframmern, sondern lassen unsere Verbindungen spielen“, so Lutz lachend. War seine Idee, den blitzschnellen Stürmer Michael Huber zum Keeper umzumünzen und ihn dann im Stile eines Petar Radenkovic als stürmenden Mann zwischen den Pfosten einzusetzen, mehr scherzhaft, so hatte sie doch den Kern getroffen. Denn Michael Huber, den sie gerne als schnellsten Gemeinderat des Kreises bezeichnen, hat einen „kleinen“ Bruder, Ludwig (20). Und der steht beim Kreisklassisten TSV Egmating im Tor. Die Idee, auch ihn nach Pframmern zurückzuholen, schwirrte schnell in Manu Lutzs Kopf umher. Sogleich animierte er seinen Stürmer Michael Huber: „Frag doch einmal Deinen Bruder, ob er nicht wieder in Pframmern spielen möchte.“ Und gab ihm im Scherz den Rat mit auf den Weg: „Sag ihm, dass er andernfalls ausziehen muss, oder die Miete erhöht wird.“ Denn Torwart Ludwig Huber ist Untermieter im neu gebauten Haus von Bruder Michael.

Eine Stunde nach dem Gespräch, so Pframmerns Spielertrainer Lutz, kam eine Mail: „Alles klar, er macht’s.“

Ob die „Drohung“ Mietpreiserhöhung eingesetzt wurde, ist nicht bekannt. Vielmehr die Tatsache, dass zum Saisonende ein Wechsel ohnehin angedacht war.

„Gerne verlieren wir ihn nicht, wollen ihm aber auch keine Steine in den Weg legen“, sagte Egmatings Trainer Christian Kleiber zur demnächst anstehenden Abwanderung seines „Noch-Torwarts“. „Bei dieser Familienzusammenführung wollen wir kein Hindernisgrund sein.“ Dass ihm das mit einem Lachen über die Lippen kam, dürfte auch an dem Umstand liegen, dass sich die Egmatinger nicht ihrerseits auf Torwartsuche begeben müssen. Denn Quirin Friedel, der verletzungsbedingt seinen Platz im Egmatinger Tor aufgeben musste, will in der Winterpause wieder im Training angreifen. Kleiber: „Er ist zwar nicht der Größte, aber das kompensiert er mit seiner Sprungkraft. Außerdem spielt er als Keeper gut mit, das brauchen wir.“ Ende gut, alles gut!

Quelle: Merkur.de

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