Verein mit neuen Ideen und Plänen 

TSV Peißenberg: Mit großem Fest aus Sport-Lockdown

15 Banner haben Markus Heidler (links) und Stefan Rießenberger im Ort aufgehängt.
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15 Banner haben Markus Heidler (links) und Stefan Rießenberger im Ort aufgehängt.

Die Coronakrise trifft den TSV Peißenberg hart. Doch der Verein ist nicht in Lethargie verfallen. Das Präsidium hat Pläne für neue Sportangebote und ein Sommerfest geschmiedet.

Peißenberg – Gepflegt und bestens in Schuss, so präsentiert sich derzeit das Wörther Sportstadion. „So einen tollen Rasen hatten wir noch nie“, sagt TSV-Präsident Stefan Rießenberger. Auch die in den Vereinsfarben rot-schwarz gestalteten Sitzschalen auf den Tribünen passen zum perfekten Gesamtbild. Die UEFA-zertifizierten Sitze hat der TSV günstig aus einem Restposten einer Kufsteiner Fachfirma aufgekauft. „Doch gesessen ist darauf noch niemand“, bedauert Rießenberger: „Das Stadion ist schön, aber einsam.“

Pandemie hat zu Rückgang der Mitgliederzahlen geführt 

Die Corona-Krise hat den Sportbetrieb lahmgelegt. Inzwischen gibt es zwar Lockerungen, aber die Regeln, die sich an den Inzidenzwerten orientieren, sind kompliziert und mit Aufwand verbunden. Zudem gibt es fast täglich neue Vorschriften. Die Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang der Mitgliederzahlen geführt – was aber weniger daran liegt, dass die Sportler ihre Mitgliedschaft wegen der Corona-Krise gekündigt hätten. Das Problem ist, dass der natürliche Mitgliederschwund nicht durch Neuanmeldungen kompensiert werden kann.

 „Das merken wir vor allem bei den großen Abteilungen wie Fußball und Eishockey im Kinder- und Jugendbereich“, berichtet Rießenberger. Aktuell zählt der Verein 2100 Mitglieder: „Da fehlen uns rund 500.“ Doch der Präsident und sein Vorstandsteam lassen sich nicht entmutigen. „Die Gefahr besteht, dass man es schleifen lässt“, erklärt er. „Aber dafür bin ich überhaupt nicht der Typ. Manchen meiner Vorstandskollegen bin ich sogar zu extrem“, berichtet er schmunzelnd.

In den vergangenen Monaten war der TSV trotz Lockdowns und Kontaktbeschränkungen planerisch aktiv. Personell wurde die Vorstandschaft mit Alexander Muschiol (Rießenberger: „Er hilft im technischen Bereich mit und ist unser Mädchen für alles“) sowie Fabian Schmäling (EDV- und Finanzexperte) erweitert. Auch was das Sportangebot betrifft, hat man sich Gedanken gemacht. Nordic-Walking-Kurse und geführte Mountainbike-Touren für Hobbyfahrer sollen ebenso bald im Programm stehen wie eine Breitensportgruppe, die sich im Winter jeden Sonntag in der Glückaufhalle beispielsweise zum Volleyball, Badminton oder Basketballspielen trifft. „Wer Lust hat, kann mitspielen. Wer kommt, der kommt“, erklärt Rießenberger. Für Familien soll es während der Gruppentreffen eine Kinderbetreuung geben.

„Wir müssen den Leuten den Spaß und die Lust am Sport vermitteln, um sie zu uns zurückzuholen“

Der TSV geht also neue Wege, um neue Klientel für den Vereinssport zu begeistern. Dass der „Restart“ nach der Corona-Krise nicht einfach wird, ist den Verantwortlichen bewusst. In Peißenberg haben Rießenberger und Vize-Präsident Markus Heidler 15 Banner mit dem TSV-Logo aufgehängt. „Damit wollen wir zeigen, dass der TSV noch existiert“, sagt Rießenberger. Auch die gemeindlichen Litfaßsäulen entlang der Ortsdurchfahrt wird man bald plakatieren: „Darauf können sich dann alle Sparten präsentieren“, so Rießenberger. Aber das alleine wird nicht genügen, um den Sportbetrieb wieder richtig ins Laufen zu bringen: „Wir müssen den Leuten den Spaß und die Lust am Sport vermitteln, um sie zu uns zurückzuholen“, meint der TSV-Präsident. Und deshalb plant der Verein unter dem Motto „Peißenberg erwacht“ einen großen Aktionstag rund um das Wörther Sportgelände

An den Parkplätzen respektive im direkten Stadionumgriff sollen Flohmarktstände für private Anbieter aufgebaut werden, auch andere Vereine sollen sich präsentieren können. „Wir wollen keine Konkurrenz, sondern ein Miteinander“, betont Rießenberger: „Jeder Verein hat momentan seine Sorgen.“ Auch die Peißenberger Wirte wolle man mit ins Boot holen. „Die ,Sonne’ kann Steckerlfisch grillen und die ,Post’ Weißwürste to go anbieten. In München ist das der Renner.“ Die Intention, die der TSV mit dem Aktionstag verfolgt, ist für Rießenberger jedenfalls klar: „Es soll ein Tag für ganz Peißenberg werden – eine Art Gewerbeschau für die Vereine.“

(BERNHARD JEPSEN)

Quelle: Merkur.de

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