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Pentenried ballert sich zum Aufstieg: Rückkehr in die Kreisklasse nach neun Jahren

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Von: Michael Grözinger

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Riesen-Jubel nach extra-langer Relegation: Der TSV Pentenried spielt wieder Kreisklasse.
Riesen-Jubel nach extra-langer Relegation: Der TSV Pentenried spielt wieder Kreisklasse. © Dagmar Rutt

Deutlicher 4:0-Sieg gegen Germering: Der TSV Pentenried feiert nach neun Jahren seine Rückkehr in die Kreisklasse.

Gilching – Am Ende musste Franz Möhwald sein Versprechen nicht einlösen. „Wenn Germering heute ein Tor schießt, gehe ich zu Fuß nach Hause“, hatte der Ex-Trainer des TSV Pentenried in der Halbzeitpause des entscheidenden Relegationsspiels um den Aufstieg in die Kreisklasse verlauten lassen. Da führte sein ehemaliges Team, das er in der Winterpause abgegeben hatte, gegen den SV Germering mit 1:0. Der Gegner hatte bis dato wenig Zwingendes zustande gebracht – und befand sich in Unterzahl. Am Ende belohnten sich die Pentenrieder für ihre Überlegenheit, gewannen 4:0 und feierten den Aufstieg. „Ich freue mich für die Mannschaft“, sagte Möhwald, der selbst auch erheblichen Anteil an der Kreisklasse-Rückkehr hat. Feiern lassen wollte der 61-Jährige das Team dann aber doch lieber alleine.

Bereits früh hatte sich angedeutet, wo die Reise hingehen könnte. Der TSV dominierte und hatte nach vier Minuten die erste Riesenchance, doch Nicolas Krafft und Björn Papelitzky brachten den Ball nicht im Germeringer Gehäuse unter. Wenig später scheiterte auch Quirin Wiedemann mit einer Großchance, der sich auf dem neutralen Platz für die Relegation in Gilching durchaus heimisch fühlte. Bis zum Winter war Wiedemann dort noch für Landesligist TSV Gilching-Argelsried aufgelaufen.

Germering wurde auf der Gegenseite in der ersten Hälfte nur einmal so richtig gefährlich, als Robert Cupic von der Strafraumgrenze abzog und Jan Krohn im Pentenrieder Tor gerade noch parieren konnte (16.). Sieben Minuten später stellte Krafft die Weichen auf Sieg für die Römerfelder, als er nach einem langen Ball im Nachschuss zum 1:0 traf. Der Genickbruch ereilte den SVG kurz darauf: Schiedsrichter Maximilian Hafeneder schickte Nico Stotz wegen Nachtretens mit glatt Rot unter die Dusche (26.).

Anstatt die Überzahl direkt zu nutzen, wirkte der TSV anschließend schläfrig und schludrig, die nötige Konsequenz fehlte. Doch offensichtlich wirkten die Worte von Coach Magnus Piele in der Kabine, denn nach der Pause legten die Würmtaler los wie die Feuerwehr und sorgten schnell für die Entscheidung. Besser gesagt: fast direkt nach der Pause. Als Aufwecker bedurfte es neben der Ansprache des Trainers nämlich auch noch eines Germeringer Pfostenkrachers in der 48. Minute. Dann stellten Wiedemann (52.), vom Stadionsprecher als „Fußballgott“ gefeiert, und Papelitzky mit einem Doppelschlag (54., 58.) auf 4:0 und räumten alle Restzweifel aus. Die besseren Chancen hatte in der Folge zwar Germering, der Aufstieg der Römerfelder geriet aber nicht mehr in Gefahr.

Was folgte, war Party: Nach neun Jahren kehrt der TSV Pentenried in die Kreisklasse zurück. Franz Möhwald lag mit seinem Tipp zur Pause übrigens knapp daneben. 4:1 hatte Pentenrieds Ex-Trainer zu Protokoll gegeben – wohlwissend, dass er dann laut eigenem Versprechen zu Fuß nach Hause gehen müsste. „Das wäre vielleicht gar nicht so schlecht“, sagte Möhwald und ergänzte scherzhaft, der Weg vom weit entfernt geparkten Auto bis zu ihm nach Hause sei ohnehin nicht mehr lang. Die Römerfelder hingegen haben für ihren Aufstieg den größtmöglichen Umweg mit zwei Relegationsrunden genommen – und sich den Sommerurlaub nun völlig verdient.

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