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TSV Sauerlach: „Wir sind auf einem guten Weg“ – trotz null Punkten und 1:64 Toren

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Von: Umberto Savignano

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Die Fußballer des TSV Sauerlach stemmen sich mit Macht gegen die teils übermächtigen
Gegner. Der Verein hat die Mannschaft stark verjüngt.
Die Fußballer des TSV Sauerlach stemmen sich mit Macht gegen die teils übermächtigen Gegner. Der Verein hat die Mannschaft stark verjüngt. © brouczek

Wenn Hermann Eggerl seine Zwischenbilanz einleitet, drängt sich dem unbefangenen Zuhörer erst einmal der Verdacht auf, dass ihm der Realitätssinn verloren gegangen sein könnte.

Sauerlach – „Von der Entwicklung her ist es sehr positiv. Wir sind auf einem guten Weg“, behauptet der Vorsitzende des TSV Sauerlach. Dabei stehen seine Kreisliga-Fußballer zur Hälfte der Vorrunde der Zugspitz-Gruppe 1 nicht nur auf dem letzten Platz:

Sie haben zudem in sieben Partien noch keinen einzigen Punkt geholt, und auch das Torverhältnis von 1:64 offenbart die mangelnde Konkurrenzfähigkeit.

Doch Eggerl weiß genau, wo die Mannschaft steht, das beweist sein Nachsatz: „Von der Qualität her sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen. Wir sind noch nicht kreisligatauglich.“ Und bei näherem Hinsehen ist seine erste Behauptung doch nicht so wirklichkeitsfremd: Zumindest leichte Fortschritte sind erkennbar. Zwar waren die Sauerlacher in allen Spielen chancenlos, sie kassierten auch böse Klatschen, die höchste mit dem 0:14 beim FC Real Kreuth.

Doch in der bislang vorletzten Partie beim 1:9 gegen den Tabellendritten Lenggrieser SC gelang mit dem Ehrentreffer in der 87. Minute durch Stefan Steinbichler schon mal das erste Saisontor. Und, ja: Es wurde gejubelt. „Das befreit den einen oder anderen, wenn er vom Anhang unterstützt wird“, sagt Eggerl. Tatsächlich war der Auftrieb danach im Match gegen den Spitzenreiter SG Hausham 01 spürbar: Mit 0:4 fiel das Ergebnis so knapp aus wie noch nie in dieser Saison. „Die Moral nach dieser Niederlagenserie stimmt, da muss ich den Spielern ein großes Kompliment machen. Sie haben sich gegen Hausham reingehauen, gefightet und gekämpft. Das war eine tolle Mannschaftsleistung“, lobt Eggerl.

Die Erfolglosigkeit seiner Truppe kommt für den TSV-Boss nicht überraschend. Er hat sie bewusst in Kauf genommen, als er entschied, auf den Nachwuchs zu setzen, und die Zusammenarbeit mit Arlind Daschner beendete. Der Coach hatte die Sauerlacher als Abstiegskandidat der A-Klasse übernommen und dann auf schnellstem Weg in die Kreisliga geführt. Viele Spieler, teils mit Erfahrung in der 3. Liga, wie der frühere Löwen-Profi Kodjovi Koussou, oder in der Regionalliga, wie Ex-Bayer Riccardo Basta, waren Daschners Ruf gefolgt und sind nun wieder weg. 15 Abgänge verzeichnete der Verein vor dieser Saison, der neue Trainer Stefan Weitzl hat den Auftrag, aus jungen Spielern auf lange Sicht ein wettbewerbsfähiges Team zu formen. „Wir bauen auf die Jungen. Nächstes Jahr kommen die Spieler aus der A-Jugend dazu. Egal, ob wir absteigen oder nicht, wir setzen diesen Weg fort“, betont Eggerl.

Noch allerdings sind die Sauerlacher nicht abgestiegen. Der Modus mit einer Abstiegsrunde nach dem Winter, in die nicht die erspielten Zähler, sondern Bonuspunkte gemäß der Platzierung mitgenommen werden, lässt Hoffnung. Dann soll auch wieder der wegen eines Schlüsselbeinbruchs fehlende Stürmer Ottavio Cosenza (Eggerl: „Er geht uns schon sehr ab.“) dabei sein. Und wenn die Fortschritte, die man beim TSV derzeit vor allem intern wahrnimmt, auch für Außenstehende sichtbar werden, dann könnte es vielleicht doch noch spannend werden im Kampf um den Klassenerhalt. Eggerl zeigt sich sogar schon für die nähere Zukunft zuversichtlich: „Gegen Otterfing (zuhause am kommenden Sonntag, 17 Uhr - d. Red.) wird es wohl noch nichts, aber vielleicht klappt es danach in Holzkirchen schon mit dem ersten Punkt.“

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