„Das war definitiv der kürzeste und teuerste Einsatz meiner Karriere“

TSV Steinhöring beim 2:2 mit vier Toren - Gelb-Rot nach zehn Sekunden

Murat Saglar mit der wohl schnellsten Gelb-Roten Karte in der Geschichte.
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Murat Saglar mit der wohl schnellsten Gelb-Roten Karte in der Geschichte.

Vier Tore machte der TSV Steinhöring beim 2:2-Remis gegen den FC Falke. Die beiden Eigentore waren fast identisch und innerhalb von nur kurzer Zeit.

Steinhöring Mindestens genauso kurios war der Kurz-Einsatz von Spielertrainer Murat Saglar. Er flog nach etwa zehn Sekunden mit Gelb-Rot vom Platz.

Die Fakten zum Spiel waren schnell abgehakt: Die Führung des TSV Steinhöring hielt drei Minuten (27./Vincent Lerch). Weitere vier Minuten später lagen die Gastgeber plötzlich zurück. Und das, obwohl der FC Falke fast chancenlos war. Aus eigentlich ungefährlicher Position nahe der Mittellinie hatte Falke-Spieler Luca Walther zwei Freistöße in den gegnerischen Strafraum geschlagen. Während der Flugphase war Spielertrainer Murat Saglar noch ruhig: „Die beiden verlieren normal kein einziges Kopfballduell.“ Doch zuerst verlängerte Christoph Kufer per Kopf ins eigene Tor und nur ein paar Augenblicke später war Tobias Bachleitner der Unglücksrabe.

„Beim ersten Eigentor dachte ich mir: Endlich haben wir auch mal wieder Glück. Beim zweiten konnte ich nur noch schmunzeln“, kommentierte Falke-Trainer Alexander Schmidbauer die kuriose Wiederholung. Saglar bemühte hingegen ein Zitat von Oliver Kahn: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“

Nach einem starken Saisonauftakt läuft es zurzeit gar nicht mehr beim TSV Steinhöring. „Das war zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber für uns ist das zu wenig“, so Saglar, dessen Team die vergangenen vier Spiele verloren hatte.

Für das kuriose Highlight des Spiels sorgte Saglar dann selbst: Am Spielfeldrand war er kaum zu beruhigen. „Ich habe mich beschwert. Der eine und andere von Falke kugelt sich nach einem Zweikampf dreimal auf dem Boden und springt nach dem Pfiff auf wie eine Gazelle.“ Für den lautstark vorgetragenen Hinweis an den Schiedsrichter sah Saglar die Gelbe Karte (83.). In der letzten Spielminute bekam Steinhöring einen Freistoß aus vielversprechender Position zugesprochen. Der kopfballstarke Saglar wechselte sich ein. Falke-Keeper David Silbersack fing den Freistoß allerdings ab. „Er wollte das Spiel dann schnell machen, kreuzte geschickt meinen Laufweg. Der Schiedsrichter fand, dass ich ihn behindert habe“, erklärte sich Saglar, der dafür mit Gelb-Rot bestraft wurde. „Ich war keine zehn Sekunden auf dem Feld. Das war definitiv der kürzeste und teuerste Einsatz meiner Karriere“, nahm es der 40-Jährige locker. Der Strafenkatalog sieht für einen Platzverweis eine saftige Strafe vor. „Ich bin da aber noch am Verhandeln“, lacht Saglar. An den zehn Euro für die Gelbe Karte kommt er wohl nicht herum. „Aber unser Kassenwart (Josef Steinegger, Anm. d. Red.) sieht sicher ein, dass das keine Unsportlichkeit von mir war.“

Ein finales Urteil wird es wohl erst beim Mannschaftstraining am Dienstag geben.

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