Aussagen zur Corona-Situation 

Verein mit Stellungnahme: Vorstand stellt TSV Zorneding bloß 

Fußball gespielt wird beim TSV Zorneding momentan nicht. Doch der Vorstand bringt den Verein durch kontroverse Äußerungen in die Schlagzeilen.
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Fußball gespielt wird beim TSV Zorneding momentan nicht. Doch der Vorstand bringt den Verein durch kontroverse Äußerungen in die Schlagzeilen.

Der Vorsitzende des TSV Zorneding sieht das Coronavirus als Werkzeug einer Weltverschwörung. Seinen Trainern droht er mit Konsequenzen, wenn sie sich an einer Test-Aktion beteiligen.

Zorneding/Landkreis – Für Bohdan Kalwarowskyj aus Zorneding steht fest: „Die Implementierung einer neuen Weltordnung steht außer Frage.“ Die Rothschilds und Rockefellers, der „globale Geldadel“ wollen die Welt regieren – und mit dem Coronavirus die Bevölkerung „in Angst und Schrecken versetzen“. Die Impfung als Mittel zur Massentötung? „Es spricht einiges dafür“, sagt Kalwarowskyj der EZ.

Bohdan Kalwarowskyj ist Erster Vorsitzender des TSV Zorneding. Der 59-Jährige vertritt rund 1400 Mitglieder. In seiner jüngsten Rundmail, die nicht mit dem restlichen Vorstand abgesprochen war, droht er seinen Übungsleitern nun mit juristischen Konsequenzen.

Kalwarowskyi: Dem eigenen Übungsleiter Anzeige und juristische Konsequenzen angedroht 

„Der Kalwa war wieder aktiv“, heißt es hinter vorgehaltener Hand, wenn eine dieser Mails die Runde macht, in denen der Steuerberater an quasi allem zweifelt, was wissenschaftlicher Konsens zum Coronavirus ist. Auf Querdenker-Veranstaltungen tritt er als Sprecher auf.

Aktueller Anlass: Das Landratsamt hat eine Test-Initiative auf die Beine gestellt. Nach einer Schulung sollen Trainer und Übungsleiter Kinder unter 14 per Nasenabstrich aufs Coronavirus testen dürfen, um für sichereren Trainingsbetrieb zu sorgen – mit dem Einverständnis der Eltern. Für Kalwarowskyj ist das ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und Misshandlung von Schutzbefohlenen; ein Straftatbestand. „Das wäre genauso, wie wenn einer Kinder anfasst, sexuellen Missbrauch begeht“, sagt Kalwarowskyj der EZ. Notfalls werde er selber als Vertreter des Vereins Anzeige gegen seine Übungsleiter erstatten.

Nicht alle ficht diese Drohkulisse an – mehrere haben sich für die Nasentest-Schulung angemeldet. Der TSV scheint seinen eigenen Chef ins Leere laufen zu lassen.

Meinungsbild des Vereins ist eindeutig 

„Das Angebot wird insgesamt gut angenommen“, sagt Ingrid Golanski, die als Kreischefin des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) die Testkampagne unterstützt. Es sei eine Hilfe für die Vereine auf dem Weg zurück zum Trainingsbetrieb – und für die Kinder eine Chance, schneller wieder Sport in der Gruppe zu treiben. Das Landratsamt sieht das Angebot von der Testverordnung gedeckt, von einer Versicherung gedeckt sei es auch.

Für die Haltung Kalwarowskyjs hat die Verbandsvorsitzende Golanski kein Verständnis. Tonfall und Argumentation seien landkreisweit singulär. „Das mag seine Privatmeinung sein“, sagt Golanski. „Aber ein Vorstand kann nicht den ganzen Verein so vereinnahmen.“ Sie sagt auch: „Wenn ich sein Stellvertreter wäre, würde ich sagen: So nicht!“

Rundschreiben des Vorstands ging schon an den Bürgermeister 

Ein Anruf beim stellvertretenden TSV-Vorstand, Erwin Rett. Der sagt, die Mail sei zwar nicht abgestimmt, aber indirekt trage er Kalwarowskyjs Entscheidung mit. „Ich glaube auch teilweise die Inzidenzzahlen nicht mehr“, so Rett. Er habe da ein Video auf Youtube gesehen. Und über die Tests: „Lieber den Sport ruhen lassen als so einen Schmarrn mitzumachen.“ Die Thesen seines Vorstands gingen zwar „ein Stückerl zu weit“, aber der Vize findet: „Das ist privat.“

Auch Piet Mayr, CSU-Bürgermeister von Zorneding, gesteht dem TSV-Chef seine Meinung zu. Als Vorstand überschreite dieser aber seine Befugnisse. „Ich kann das nicht für gut heißen“, sagt Mayr über Kalwarowskyjs Rundschreiben. Der ficht schon den nächsten Strauß aus: In einem 76-seitigen Schreiben fordert er das Amtsgericht Ebersberg auf, Tests und Masken bei Kindern und Jugendlichen an Schulen komplett zu verbieten.

Verein meldet sich heute mit Stellungnahme auf Instagram 

(JOSEF AMETSBICHLER)

Quelle: Merkur.de

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