Türkgücü München: Trainer Alexander Schmidt im Interview

Schmidt: „Wenn es funktioniert, rennen uns die Fans die Bude ein“

Trainer Alexander Schmidt will Türkgücü München in der 3. Liga etablieren.
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Trainer Alexander Schmidt will Türkgücü München in der 3. Liga etablieren.

Knapp sieben Jahren nach seinem Aus beim TSV 1860 feiert Alexander Schmidt sein Comeback an der Isar. Im Interview spricht er über seine Aufgabe bei Türkgücü München.

  • Alexander Schmidt ist als Trainer zurück in München. Der Ex-Löwe soll Aufsteiger Türkgücü in der 3. Liga etablieren. 
  • Im exklusiven Interview spricht der 51-Jährige über seine neue Aufgabe und die Hoffnung auf begeisterungsfähige Fans. 
  • Außerdem erinnert sich Schmidt an seine Zeit beim TSV 1860 und berichtet, wie sein Verhältnis zu den Löwen sich entwickelt hat.

München - Ende August 2013 war für Alexander Schmidt an der Grünwalder Straße Schluss. Nachdem er sich vom NLZ als Trainer bis zu den Profis hochgearbeitet hatte, war für den heute 51-Jährigen das Kapitel beendet. 

Knapp sieben Jahre später feiert Schmidt sein Comeback an der Isar. Er soll als Nachfolger von Reiner Maurer, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, Aufsteiger Türkgücü München in der 3. Liga etablieren. Im Interview spricht er über die die neue Aufgabe und seine persönliche Entwicklung seit dem Abgang vom TSV 1860.

Türkgücü München: Präsident Kivrans Ehrgeiz beeindruckt Alexander Schmidt

Sie sind seit wenigen Tagen neuer Trainer von Türkgücü München. Wie kam es zur Rückkehr nach München? 

Kaderplaner Roman Plesche und ich kennen uns schon lange und haben uns in den letzten Jahren immer wieder ausgetauscht. Ich finde das Projekt spannend. Präsident Hasan Kivran ist sehr ehrgeizig, das beeindruckt mich. Ein lockerer, vom Charakter her junger Typ mit Power und Ehrgeiz. Er zieht seinen Weg durch. Wir wollen beide Erfolg, von daher haben wir das gleiche Ziel.

Am 3. August ist Trainingsauftakt. Wie sieht es nach dem Durchmarsch von der Landes- bis in die 3. Liga mit der Infrastruktur aus? Dort muss Türkgücü ja aufholen. 

Für Fußballer ist es wichtig, dass der Trainingsplatz gut ist. Beim Platz bin ich kritisch, aber der Rasen an der Heinrich-Wieland-Straße ist ordentlich. Ob mein Büro frisch gestrichen ist oder schöne Lampen hat, ist mir relativ egal.

Alexander Schmidt setzt auf Türkgücü-Fans: „Das könnte ein Highlight werden“

Was reizt Sie an der neuen Aufgabe besonders? 

Ich glaube, wenn unser Projekt funktioniert, rennen uns die Fans die Bude ein. Türkische Zuschauer sind sehr begeisterungsfähig. Das könnte ein Highlight werden.

Die ersten Neuzugänge stehen bereits fest. Ist Stefan Stangl von ihrem Ex-Klub St. Pölten Ihr Wunschspieler? 

Ja, er hat zwar mit Blick auf die letzten beiden Jahre nicht die Super-Vita, aber ich habe ihn ja im Training gesehen. Wenn er dieses Niveau bringt und sich nicht verletzt, ist das sehr stark.

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Gibt es wegen Corona und dem engen Spielplan Überlegungen, den Kader breiter aufzustellen? 

Wir müssen kreativ sein. Wir können nicht jede Position gleichwertig doppelt besetzen oder 20 Spieler mit Bundesliga-Erfahrung holen. Wir müssen schauen, dass wir einige Säulen im und neben dem Team aufbauen und junge Spieler entwickeln.

Alexander Schmidt: Abgang von Sechzig „hat mir schon weh getan“

Für Sie kommt es zum Wiedersehen mit ihrem Ex-Klub. Wie ist ihr Verhältnis zu Sechzig? 

Da gibt es keine Probleme. Es war eine wichtige Zeit. Ich hatte viele Höhen, aber natürlich war es am Ende auch schwierig. Ich bin mit Michael Köllner und Günther Gorenzel befreundet. Auch mit manchen Spielern und zur NLZ-Leitung habe ich noch vereinzelt Kontakt.

Wie war es nach der langen Zeit bei den Löwen in einem neuen Verein? 

Natürlich war es wichtig für meine Entwicklung. Andererseits war ich gerne bei Sechzig. Es war aber klar, dass es nach den Stationen als Trainer der Jugend-Bundesliga-Mannschaften bis zu den Profis so enden kann. Irgendwann ist dann der Zeitpunkt, an dem es einfach nicht weitergeht. Das fiel mir schwer, weil ich bei Sechzig mit Herzblut gearbeitet habe. Wir haben gemeinsam viele Spieler zu Nationalspielern entwickelt und in die Bundesliga gebracht. Das hat mir schon weh getan damals.

Alexander Schmidt: RB Salzburg ist fast wie ein Fünf-Sterne-Hotel

Danach waren Sie unter anderem als Scout und Leiter des NLZ beim VfB Stuttgart tätig.

Das war eine sehr interessante Aufgabe. Bei 1860 mussten wir selbst viel scouten. Für den VfB war ich in ganz Europa unterwegs, habe mir verschiedene U-Nationalmannschaften angeschaut und viele Kontakte geknüpft, die mir heute auch noch helfen.

Wie waren die eineinhalb Jahre bei RB Salzburg? 

Salzburg ist ein hochprofessioneller Verein, der sehr viel in die Ausbildung der Jugendspieler investiert. Im Scoutingbereich sind sie extrem gut aufgestellt. Sie brauchen für ihr laufintensives Spiel natürlich junge Spieler. Das war eine Top-Erfahrung, auch der sportwissenschaftliche Teil, eine Wahnsinns-Zeit.

Kein Vergleich zum NLZ bei 1860? 

Es war anders, bei Sechzig hat man nicht so viel Unterstützung und muss viel selbst gestalten. Bei Red Bull war es fast wie in einem Fünf-Sterne-Hotel. Es gibt Athletiktrainer, Videoanalysten, Kneippbecken, eine Fußballhalle im Winter, beheizte Plätze. Es ist alles da, ich musste mich nur bedienen.

(Interview: Jörg Bullinger)

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