Der nächste Winkelzug des Hasan Kivran?

Stadt München wundert sich über offensive Aussagen von Türkgücü 

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Mr. Rätselhaft: Hasan Kivran, schwer zu durchschauender Türkgücü-Boss.

Die Ankündigung von Hasan Kivran sorgt bei der Stadt München für Verwunderung. Die Aussichten sind lange nicht so positiv, wie Türkgücü München offenbar vermutet.

  • Präsident Hasan Kivran hat sich offensiv geäußert, dass Türkgücü München von der Stadt Aussicht auf eine eigene Heimat im Münchner Südosten erhalten hat. 
  • Die Stadt München zeigt sich verwundert und dämpft die Hoffnungen des ambitionierten Aufsteigers. Die „interne Prüfung“ sei noch nicht abgeschlossen.
  •  Der Klub darf sportlich vom aktuell vom nächsten Aufstieg träumen, doch bis 1. März müsste der Verein die Lizensierungsunterlagen für die 2. Bundesliga einreichen.

Münnchen –Die Aussagen sorgten für Aufsehen. Zu den „wichtigsten Gründen“ für seinen plötzlichen Verbleib zählte Türkgücüs Präsident Hasan Kivran auch die „Aussicht auf ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) im Südosten von München“. Die Münchner trainieren aktuell an der Bezirkssportanlage in der Heinrich-Wieland-Straße. Die Anlage wird mit anderen Schulklassen sowie Vereinen geteilt und entspricht gerade im Winter nicht den Bedürfnissen eines Profiteams.

Türkgücü befindet sich deshalb schon länger auf der Suche nach einer sportlichen Heimat. Die letzten Jahre sei man bei dieser Thematik „gegen die Wand gelaufen“, sagt Kivran, aber nun gebe es „eine Nachricht von der Stadt München.“

Türkgücü München: Stadt München dämpft Hoffnung - „interne Prüfung“ noch nicht abgeschlossen

Die Nachricht ist aber keineswegs so positiv, wie man sich das im Verein erhofft. Der Bedarf von Türkgücü München nach einer Sportfläche für den Aufbau eines Nachwuchsleistungszentrums sei der Stadt zwar bekannt, die gegebenenfalls infrage kommende städtische Areale seien sehr rar. Daher gab es auch noch keine Zusage an Türkgücü, selbst die „interne Prüfung“ sei noch nicht abgeschlossen.

In der Halbzeitpause des Spiels gegen Dynamo Dresden hatte Geschäftsführer Max Kothny noch erläutert, dass die Nachricht vom vermeintlichen Rückzug Kivrans „Folgeerscheinungen“ implizierte: „Die Stadt fragt uns: Braucht ihr überhaupt noch ein Gelände? Meine Aussage war immer: Ja, es wird weitergehen.“

Türkgücü München: Stadt München wundert sich über offensive Aussagen von Hasan Kivran

Nach Informationen unserer Zeitung zeigte man sich bei der Stadt allerdings verwundert über die offensiven Aussagen Türkgücüs. Laut Kivran soll es „eine ernst zu nehmende Bereitschaft von der Stadt zu geben, dass wir endlich ein Gelände bekommen. Dort soll dann auch die erste Mannschaft trainieren.“

Der Investor möchte mit Türkgücü mittelfristig wieder aufsteigen, ab der 2. Bundesliga ist ein NLZ verpflichtend. Die Münchner haben in dieser Saison nicht nur mit dem 1:0-Erfolg über den souveränen Spitzenreiter Dynamo Dresden bewiesen, dass sie bis zum Schluss um die vorderen Plätze mitkämpfen können. Aktuell hat Türkgücü in der Tabelle nur drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und somit die Löwen – allerdings auch ein Spiel weniger.

2. Bundesliga: Klubs müssen Lizensierungsunterlagen bis 1. März eingereicht haben

Doch die Zeit drängt: Bis zum 1. März müssen Bewerber aus der 3. Liga die Lizenzierungsunterlagen für die 2. Bundesliga einreichen. Wo genau das Areal im Südosten Münchens angeblich entstehen soll, konnte von Vereinsseite auf Nachfrage unserer Zeitung am Dienstag keiner beantworten.

Sportlich muss sich Türkgücü am Freitag bei Viktoria Köln (19 Uhr) beweisen. „Das Spielglück haben wir uns hart erarbeitet“, sagte Coach Alexander Schmidt nach dem Sieg gegen Dresden. Der 52-Jährige betonte zudem, dass die positive Entwicklung um Kivraneine riesige Erleichterung für uns war. Das hat uns schon belastet.“

Schmidt wird auch in Köln wieder auf eine defensive Grundordnung bauen, in englischen Wochen könne man nicht nur mit „absolutem Angriffsfußball bestehen.“ 

(NICO-MARIUS SCHMITZ)

Quelle: Merkur.de

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