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Türkgücü: Sercan Sararer - „Natürlich ist es einfacher, wenn ein Trainer länger da ist“

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Von: Nico-Marius Schmitz

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Bekommt viel Lob von Sercan Sararer: Türkgücüs Interimstrainer Kayabunar.
Bekommt viel Lob von Sercan Sararer: Türkgücüs Interimstrainer Kayabunar. © imago

München – Bei Türkgücü München war in den letzten Wochen mal wieder viel los. Peter Hyballa musste gehen, Alper Kayabunar übernahm als Interimstrainer.

Beim 2:2 gegen Zwickau zeigten die Münchner Moral und erkämpften sich das Remis. Ein traumhaftes Tor erzielte dabei Sercan Sararer. Mit unserer Zeitung spricht der 32-Jährige über die besondere Beziehung zu Kayabunar, seine hohen Ansprüche und Geschenke für die Kinder.

Sercan Sararer, was war das für ein Gefühl nach Ihrem traumhaften Tor gegen Zwickau?

Um ehrlich zu sein, war ich ziemlich erleichtert. Ich hatte länger nicht getroffen, die Situation war in den letzten Wochen nicht immer die einfachste. Das Tor war daher auch eine Befreiung für mich. Wobei man sagen muss, dass der Treffer zu 70 Prozent Andy Irving gehört.

So einen Pass sieht man nicht alle Tage ...

Das war wirklich perfekt. Ich habe ihn sofort gelobt. Im Training zeigt er diese Qualitäten Woche für Woche. Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt: Glaub an dich, wir brauchen deine Pässe. Auch abgesehen von seiner Vorlage für mich hat er mit seinen Steckpässen immer wieder kluge Entscheidungen getroffen und uns Raum verschafft. Wir brauchen seine Übersicht.

 „Ich glaube, es ist gerade auch eine große Chance für ihn“

Sercan Sararer über Alper Kayabunar

Ihr schnellster Sprint im Spiel war vermutlich der zu Interimstrainer Alper Kayabunar nach dem Treffer.

(lacht) Das war vorher schon geplant. Ich habe ihn in den letzten Wochen immer schon gewarnt: Wenn ich treffe, komme ich zu dir. Da habe ich halt nur leider nie getroffen.

Wie wichtig ist Alper Kayabunar für den Verein?

Er ist mir sehr ans Herz gewachsen in den zwei Jahren, die ich nun für Türkgücü spiele. Er hat das Herz am rechten Fleck, ist immer ehrlich. Mit seiner lockeren Art ist er auch gerade für die jüngeren Spieler sehr wichtig. Er hält super Ansprachen und macht seinen Job bislang überragend. Alpi weiß, wie hier alles funktioniert. Ich glaube, es ist gerade auch eine große Chance für ihn. Er wird in den kommenden Jahren sicherlich die nächsten Schritte machen. Ich arbeite extra hart, um ihm alles zurückzugeben, was er für mich und den gesamten Verein macht.

Mit den Trainern hatte Türkgücü bislang nicht immer Glück. Wie schwer ist das für die Mannschaft?

Natürlich ist es einfacher für das Team, wenn ein Trainer länger da ist. Jeder Coach hat seine eigene Philosophie, es braucht immer Zeit, bis sich Spieler und Trainer aneinander gewöhnt haben. Wenn ein neuer kommt, fängst du quasi erst mal wieder von null an. Wir brauchen einen Trainer, der ein Gespür für die Situation hier hat. Wir sind eben noch ein junger Verein, es läuft nicht immer alles perfekt.

Türkgücü läuft aktuell den Erwartungen hinterher. Wie beurteilen Sie Ihre Leistung bislang?

Wir haben uns natürlich allgemein viel weniger Torchancen erarbeitet als in den letzten Jahren. Natürlich sind die Ansprüche an mich selbst viel höher. Das habe ich auch den Verantwortlichen gesagt, dass ich eine Situation wie aktuell nicht akzeptieren kann. Dafür bin ich zu ehrgeizig. Ich will Schritt für Schritt wieder dahin kommen, wo ich in der letzten Saison war.

„Wir müssen uns jetzt zusammen aus dem Strudel befreien“

Sercan Sararer über die Lage bei Türkgücü

Die Qualität ist in der Mannschaft ja ohne Zweifel vorhanden.

Keiner versteht, warum wir unten sind. Manchmal muss man tiefer in die Wunde greifen, um zu verstehen, wieso etwas nicht läuft. Über die Qualität unseres Kaders braucht man nicht diskutieren. Wir müssen uns jetzt zusammen aus dem Strudel befreien. Mal eine kleine Serie starten, das bringt wieder mehr Selbstvertrauen. Der Glaube ist auf jeden Fall da. Jeder zieht mit, die Leistung in den Trainingseinheiten ist immer überragend. Man spürt, dass jeder mit der Situation aktuell unzufrieden ist und mehr will. Das ist ein gutes Zeichen.

Bald ist Winterpause. Freuen Sie sich auf die Erholung?

Ich freue mich vor allem darauf, viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen und meine Kinder wieder länger zu sehen. Wenn ich sehe, wie sie sich über die Geschenke an Weihnachten freuen und glücklich sind – das sind doch Momente, auf die man das ganze Jahr über hinfiebert.

Über welches sportliche Geschenk würden Sie sich noch freuen?

Ich habe einen Wunsch: gesund bleiben. Dafür arbeite ich jeden Tag hart. Nur wenn mein Körper funktioniert, kann ich auf dem Platz die beste Leistung abrufen. Siege und Tore sind dann der Bonus, aber die Gesundheit geht immer vor.

Interview: Nico-Marius Schmitz

Bekommt viel Lob von Sercan Sararer: Türkgücüs Interimstrainer Kayabunar.
Bekommt viel Lob von Sercan Sararer: Türkgücüs Interimstrainer Kayabunar. © Imago

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