Auch U17 hatte Ambitionen

Türkgücü München: U19 schafft Aufstieg in Bezirksoberliga - dennoch herrscht Enttäuschung

Die Freude über den Aufstieg der U19-Mannschaft von Türkgücü München ist bei Alper Kayabunar (2.v.r.) und seiner Mannschaft groß.
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Die Freude über den Aufstieg der U19-Mannschaft von Türkgücü München ist bei Alper Kayabunar (2.v.r.) und seiner Mannschaft groß.

Die U19 von Türkgücü München hat den Aufstieg in die Bezirksoberliga Oberbayern geschafft. Die Freude darüber ist groß - doch zeitgleich herrscht Enttäuschung.

München - Durch die Corona-Pandemie verlief im Fußballgeschäft vieles anders. Das spürten vor allem die Juniorenmannschaften, denn die Relegationsspiele um den Aufstieg wurden durch ein Losverfahren ersetzt. „Wir haben uns gefreut, dass wir gezogen wurden“, sagt Alper Kayabunar, Trainer der U19 von Türkgücü München. Und doch hat der Aufstieg seiner Mannschaft in die Bezirksoberliga Oberbayern einen faden Beigeschmack. „Wir haben eine gute Saison gespielt und hätten lieber die Relegation gespielt“, so Kayabunar auf Nachfrage.

Türkgücü-Jugendspieler können sich auch Platz im Profibereich erarbeiten

Er und die Jugendlichen hätten sich dafür große Hoffnungen gemacht. Denn „ein, zwei Spieler, die bei den Profis mittrainiert haben“ seien auch im Aufstiegskader der U19 gewesen. Das sei jedoch noch keine Grundlage, um auch einen sicheren Platz in der Profimannschaft zu bekommen. Jeder bekomme die Chance, sich dort einen Platz zu erkämpfen, „aber jeder muss sich dafür beweisen“, sagt Kayabunar, der gleichzeitig auch Co-Trainer der Drittligamannschaft ist. Ziel von Türkgücü München sei es aber, Spieler aus der eigenen Jugend in den Profibereich zu bringen.

Dafür will der Verein auch den Abstand zwischen der U19 und der ersten Mannschaft in den Ligen verkürzen. Ein Aufstieg in der kommenden Saison, könne dabei helfen. „Wir wollen uns aber erst mal die Liga anschauen und uns darauf vorbereiten“, erklärt U19-Trainer Kayabunar. Das heißt, dass die Spieler der U19 dreimal pro Woche trainieren und zusätzlich ein bis zwei Testspiele absolvieren. „Wir versuchen - wie vergangenes Jahr - auch höherklassige Mannschaften dafür zu finden“, so Kayabunar. Dadurch werde seine Mannschaft gut auf die Bezirksoberliga und deren Teams vorbereitet.

Kein NLZ bei Türkgücü München: „Wir haben dadurch einen Nachteil“

Doch leicht sei es nicht, ohne Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) talentierte Jugendspieler für sich zu gewinnen, berichtet Alban Zinsou, Nachwuchskoordinator bei Türkgücü München. „Ohne NLZ müssen wir sicherlich mehr Überzeugungsarbeit leisten und haben dadurch einen Nachteil im Vergleich zu den Stadtkonkurrenten TSV 1860 München, FC Bayern München und Unterhaching, die ein solches nachweisen können.“ Das könnte sich aber auch bei Türgkücü ändern. „Ich bin gespannt, was die Gespräche zwischen der Geschäftsführung und der Stadt München ergeben. Meine Verantwortung liegt darin, gemeinsam mit dem Trainerteam die sportlichen Rahmenbedingungen zu schaffen“, so Zinsou.

Einen großen Vorteil in der Jugendarbeit des Vereins sieht Zinsou in Trainer Alper Kayabunar als Bindeglied zwischen Profis und Jugend. „Als Co-Trainer der Profimannschaft und Trainer der A-Junioren ist er schlechthin der ,Übergangstrainer‘ und kann so ambitionierten U19-Spieler den Zugang zum Profibereich ermöglichen und erleichtern.“

U17-Aufstieg durch Losverfahren gescheitert - Türkgücüs Nachwuchskoordinator ist enttäuscht

Doch nicht nur die U19 des Münchner Vereins hatte die Chance, aufzusteigen. Auch Türkgücüs U17 unter Lars Hoffmann war dem Ziel ganz nah. Die Mannschaft „hat alle Spiele gewonnen, 47 Tore geschossen und kein einziges Gegentor bekommen“, sagt Zinsou. Im Losverfahren zogen die Jugendlichen jedoch den Kürzeren. „Da sind wir schon enttäuscht und etwas verärgert, zumal die Ziehung, nicht nach den vorher festgelegten Vorgaben durchgeführt wurde.“ Demnach wäre das Halbfinale 2 zwischen Türkgücü und Planegg gewesen. In der Endziehung nahm der Kirchheimer SC diesen Platz ein, und darf nun aufsteigen. Hier von einem faden Beigeschmack zu sprechen wäre eine Untertreibung, so Zinsou.

Türgkücü München hat sich vom Verband keine Unterstützung gewünscht - „lediglich, dass man uns keine Hindernisse aufstellt. Wir haben bis zuletzt dafür gekämpft, die Relegation auszuspielen“, sagt Zinsou. Denn Testspiele sind derzeit erlaubt, die Relegationsspiele der Junioren aber mussten ausfallen. „Die Argumentation mit Bezug auf Covid-Maßnahmen ist nicht haltbar“, so der Nachwuchskoordinator. (ff) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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