Aufsteiger reicht Unterlagen für 2. Liga ein

Türkgücü München enttäuscht bei Dayats Debüt - Präsident Kivran tobt

Kein Spiel für Feingeister: Türkgücü-Kapitän Sercan Sararer (r.) traf spät zum 1:1.
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Kein Spiel für Feingeister: Türkgücü-Kapitän Sercan Sararer (r.) traf spät zum 1:1.

Das Unentschieden gegen den FSV Zwickau dämpft die Aufstiegshoffnungen von Türkgücü München. Die Lizenzunterlagen für die 2. Liga hat der Klub trotzdem eingereicht.

München –In den letzten Tagen wollte man bei Türkgücü München intern vor allem für eine gute Stimmung sorgen. „Die lachenden Gesichter bringen mir immer viel“, sagte Serdar Dayat am Sonntag vor seinem Trainerdebüt für Türkgücü. Auch Geschäftsführer Max Kothny sprach davon, dass die „Jungs Spaß haben“ müssen: „Der Rest kommt von selbst.“ Die Mannschaft setzte das jedoch nicht um, statt dem erhofften Spaß gab es ein ernüchterndes 1:1 daheim gegen den FSV Zwickau.

Türkgücü München: Serdar Dayat nimmt wenige Änderungen vor

Die Gäste aus Sachsen gaben im Grünwalder Stadion sofort den Ton an sorgten das erste Mal durch einen Distanzschuss von Can Coskun für Torgefahr, René Vollath parierte jedoch stark. Dayat vertraute überwiegend dem bewährten Personal der vergangenen Wochen, im Vergleich zum 2:0-Sieg in Lübeck rückte Sebastian Maier für Nico Gorzel in die Startaufstellung. Dayat sei zwar der verantwortliche Cheftrainer, sagte Kothny, die Co-Trainer Andi Pummer, Alper Kayabunar und Michi Hofmann haben aber weiter einen „entscheidenden Anteil“ an der Trainingsgestaltung.

Als taktische Offenbarung konnte man die Ausführungen von Dayat im Interview vor der Partie bei „MagentaSport“ jedenfalls noch nicht einordnen. Seine Fußballidee beschrieb der 51-Jährige als „Balance zwischen Abwehr und Angriff“: „Es geht immer um den Fußball, damit wir keine Tore kassieren, sondern Tore schießen.“

Türkgücü München hat Lizensierungsunterlagen für die 2. Bundesliga eingereicht

Zwickau lief die Münchner immer wieder früh an und verhinderte somit einen ungestörten Spielaufbau. Türkgücü hingegen verteidigte passiver, zog sich zurück und wartete auf Fehler des Teams von Trainer Joe Enochs. Die Zwickauer spielten aber konzentriert und druckvoll. Auf Seiten von Türkgücü vergab Kilian Jakob die beste Chance in der ersten Halbzeit kläglich per Kopf.

Dabei soll sportlicher Erfolg den Münchnern doch bei den offenen Baustellen helfen. Die Lizenzierungsunterlagen für die 2. Bundesliga wurden fristgemäß eingereicht, bei einem möglichen Aufstieg wird aber ein eigenes Nachwuchsleistungszentrumzur Pflicht. „Je besser du dastehst, desto mehr glaubt dir auch die Stadt, dass du langfristig gute sportliche Ziele verfolgen wirst“, sagte Kothny. Daher wolle man auch unter den Münchner Mannschaften „so weit vorne wie möglich sein“: „Das ist für den schwierigen Stellenwert, den wir aktuell noch haben, von enormer Bedeutung.“

Türkgücü München: Präsident Hasan Kivran schimpft nach Unentschieden gegen FSV Zwickau

In der zweiten Halbzeit – Omar Sijaric ersetzte den erneut schwachen Petar Sliskovic – spielte Türkgücü zwar engagierter, aber ohne offensive Durchschlagskraft.

Erst in der Schlussphase kam Spannung auf: Die Zwickauer belohnten sich mit dem Kopfballtreffer von Manfred Starke zum 1:0 zunächst für eine gute Leistung. Türkgücü konterte in der Nachspielzeit durch Sercan Sararer – 1:1.

Alex Sorge monierte nach dem Abpfiff die vielen Ballverluste und das Zweikampfverhalten. Auch Trainer-Debütant Dayat stimmte zu: „Wir haben heute kein ordentliches Spiel angeboten.“ Und am Spielfeldrand tobte Präsident Hasan Kivran und schrie in Richtung des eigenen Trainerteams. Spaß klingt anders.

(NICO-MARIUS SCHMITZ)

Quelle: Merkur.de

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