So tickt Türkgücüs neuer Trainer

Peter Hyballa hat Anteil an WM-Titel: „Zeig der Welt, dass du besser bist ist als Messi“

Das erste Türkgücü-Training von Peter Hyballa.
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Das erste Türkgücü-Training von Peter Hyballa.

Ehrgeizig. Wild. Und ehrgeizig. Diese drei Worte wählte Peter Hyballa, als er sich auf einem Youtube-Video von Türkgücü München selbst beschreiben soll.

München - Grob weiß man also schon, was für ein Typ da zukünftig für die Münchner an der Seitenlinie steht. Dem ruhigen Ruman folgt der wilde Hyballa. Bereits gestern waren in der Heinrich-Wieland-Straße andere Töne zu vernehmen. Hyballa leitete sein erstes Training. Es wurde laut, die taktischen Anweisungen schallten über das ganze Gelände. Die Verantwortlichen wird es freuen. Der neue Coach soll für einen „Hallo Wach-Effekt“ sorgen. In einer ZDF-Dokumentation wird Hyballa während seiner Zeit bei Wisla Krakau porträtiert. Seinen Stürmer Felicio Brown Forbes motivierte er damals mit den herzlichen Worten: „Soll ich dir in den Arsch treten oder willst du mehr Liebe von mir?“

Hyballa sagt, was er denkt. Und lebt den Fußball. Als er arbeitslos war, habe er „immer so halbe Depressionen“ gehabt: „Bei uns Trainern ist das schon eine Fußballsucht.“ Eine Sucht, die man manchmal nicht kontrollieren kann? So scheint es jedenfalls, liest man Berichte über seine letzte Station beim dänischen Zweitligisten Esbjerg fB. Die Mannschaft beschwerte sich öffentlich über den angeblich erniedrigenden Führungsstil Hyballas, der zurücktrat. Und einen Komplott witterte. „Das war Rufmord. Es ist eine Hetz–jagd gegen mich abgelaufen. Sogar meine Familie wurde bedroht.“

Motivator für Mario Götze - Peter Hyballa mit Anteil an WM-Titel in Brasilien

Vor seinen Jahren als Wandervogel in Ungarn, Polen oder auch der Niederlande trainierte Hyballa hauptsächlich Junioren. In Bielefeld, Wolfsburg, Leverkusen oder auch Dortmund. Bei der U19 des BVB förderte Hyballa den jungen Mario Götze. Der berühmte Satz „Zeig der Welt, dass du besser bist ist als Messi“, den Bundestrainer Jogi Löw Götze im WM-Finale 2014 vor der Einwechslung ins Ohr flüsterte, stammt übrigens von Hyballa. Die DFB-Psychologen hatten sich bei dem 45-Jährigen erkundig, wie man Götze denn motivieren könne. Hyballa hat also auch einen Anteil am Siegtor Götzes gegen Argentinien und dem Titelgewinn in Brasilien.

Statt dem Maracana-Stadion geht es am Sonntag ins Olympiastadion. Eine Woche hat Hyballa Zeit, um der Mannschaft erste Ansätze seiner Spielphilosophie einzuimpfen. Oder einzubrüllen. Hyballas erster Gegner ist Dortmund II, also ein Ex-Verein. Bleibt nur zu hoffen, dass der Rasen des Olympiastadions verschont bleibt. In der ZDF-Doku verdeutlicht Hyballa seine Leidenschaft für den Fußball, in dem er Grashalme vom Spielfeld rausrupft: „Am meisten habe ich nicht den ganzen Firlefanz drumherum und eigentlich auch nicht das Geld oder den Status vermisst, sondern das Feld.“ (NICO-MARIUS SCHMITZ)

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