„Er soll froh sein, dass er den Schein in Deutschland bekommen hat“

Türkgücü München: Neururer und Bommer legen gegen Serdar Dayat nach

Nach den Ungereimtheiten um die Trainer-Lizenz von Türkgücü-Coach Serdar Dayat verraten Peter Neururer und Rudi Bommer Details zum Vorfall vor rund zwölf Jahren.
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Nach den Ungereimtheiten um die Trainer-Lizenz von Türkgücü-Coach Serdar Dayat verraten Peter Neururer und Rudi Bommer Details zum Vorfall vor rund zwölf Jahren.

Nach den Ungereimtheiten um die Trainer-Lizenz von Türkgücü-Coach Serdar Dayat verraten Peter Neururer und Rudi Bommer Details zum Vorfall vor rund zwölf Jahren.

München - Nachdem Peter Neururer die Verpflichtung von Serdar Dayat bei Türkgücü München als “Skandal“ bezeichnet hat, tritt der Kult-Coach nochmal gegen seinen Trainerkollegen nach. Auch Rudi Bommer und Frank Wormuth erinnern sich an den Fall zurück.

Peter Neururer: Trainingseinheiten waren Serdar Dayat zu früh

Peter Neururer erzählt gegenüber Sport1 genaue Details zum versäumten Praktikum Dayats: "Dayat ist bei mir zu Trainingseinheiten nicht erschienen, weil ihm diese zu früh waren. Daraufhin habe ich ihn rausgeschmissen. Dann hat er Trainingsberichte über die Trainingsinhalte abgegeben. Er war aber in keiner Einheit dabei und hat Protokolle über Einheiten abgegeben, die er nie besucht hat. Dayat hat Unterlagen gefälscht und Kommentare von Trainern abgegeben, die er noch nie gesprochen hat", polterte Neururer weiter.

Rudi Bommer über Serdar Dayat: „Er soll froh sein, dass er den Schein in Deutschland bekommen hat"

Dayat hatte auch bei Rudi Bommer, der vor Neururer Trainer beim MSV Duisburg war ein Praktikum über drei Wochen absolviert. Damals hatten sich Neururer und Bommer unabhängig voneinander beim DFB gemeldet, weil Dayat die von ihnen aufgeführten Praktika gar nicht angetreten hatte. Bommer erinnert sich bei Sport1 genau an den Vorfall vor rund zwölf Jahren:  "Als Herr Dayat den Job bei Türkgücü bekam, wurde ich informiert und ahnte, dass alles wieder hoch kommt. Bei mir hat Herr Dayat Hefte abgegeben, und die waren teilweise auch ausgefüllt. Aber ein Mal war sein Auto defekt, und deshalb konnte er acht Tage nicht kommen. Und beim zweiten Mal war er in der Türkei, weil irgendwas mit seiner Mutter war", erzählte Bommer. "Bei Peter war das eine andere Geschichte, denn er hat das noch extremer gespürt. Bei mir war Dayat nur drei Wochen. Er soll froh sein, dass er den Schein in Deutschland bekommen hat."

Frank Wormuth: Für Peter Neururer eine persönliche Sache 

Frank Wormuth war damals Leiter der Fußballlehrer-Ausbildung beim DFB und äußerte sich jetzt auch zu dem Vorfall. Nach der Lizenzvergabe Dayats soll Neururer Wormuth angerufen und sich über ihn beschwert haben. Dies war für Wormuth "völlig überraschend, weil wir alle Unterlagen beisammen hatten und diese in Ordnung waren", sagte er Sport1. Für Wormuth ist klar, dass für Neururer eine persönliche Sache hintersteckt : "Wir haben ja nicht vor Ort kontrolliert, ob er das Praktikum gemacht hat. Peter hing persönlich da mit drin, weil er Uwe Speidel sehr gut kannte und dieser die Zulassung nicht geschafft hat.“ 

Uwe Speidel, damals Diplom-Sportlehrer und ein Freund Neururers, habe sich ebenfalls für die Fußballlehrer-Ausbildung beworben und sei mehrfach abgelehnt worden. Wormuth weiter: „Jemand zu verurteilen nur aufgrund dessen, dass Peter mit Dayat nicht klar kam, da bin ich vorsichtig. Ich verstehe Peter, aber ob seine Reaktion gerechtfertigt ist oder nicht, weiß ich nicht. Man muss aufpassen, solche alten Geschichten rauszuholen. Menschen können sich entwickeln. Dayat und Peter haben sich wohl einfach nicht gemocht."

Türkgücü München: Serdar Dayat lädt Peter Neururer auf einen Kaffee ein

Für Serdar Dayat ist das Thema Geschichte, er will sich von jetzt an auf seine Arbeit bei Türkgücü konzentrieren. Dayat bot Peter Neururer im Vorfeld zum Ingolstadt-Spiel seiner Mannschaft sogar ein klärendes Gespräch an: “Für mich ist die Sache abgehakt, ich habe Peter Neururer mein Angebot gemacht, einen Kaffee trinken zu gehen und über die Sache zu reden.“, sagte er zu Magenta TV. 

Neururer hatte schon beim ersten Angebot Dayats, ein Gespräch zu führen, wenig Interesse: "Ich muss gar nichts klären, mit solchen Leuten rede ich nicht. Das ist Betrug und Verunglimpfung von allen Kollegen."
Serdar Dayat: „Keiner geht mehr in eine Staatsbücherei, um Infos zu bekommen“

Auf die Plagiats-Vorwürfe bei seinem Praktikumsbericht äußerte sich der Türkgücü-Trainer wie folgt bei Sport1: "Wie schreibt man die vielen Doktor-Arbeiten? Wie recherchiert man? Aus Büchern oder aus dem Internet? Das Internet steht über allem. Keiner geht mehr in eine Staatsbücherei, um Infos zu bekommen. Damals ging es dem MSV Duisburg nicht gut, und ich konnte nicht jeden Tag die Verantwortlichen nach Infos fragen. Ich musste also recherchieren, um meinen Bericht schreiben zu können. Das hat jeder gemacht."

(Mario Gjevukaj)

Quelle: Merkur.de

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