Interview über Hasan Kivran, Jürgen Klopp und hohe Ziele

Kampfansage von Türkgücü-Trainer Petr Ruman: „Wir werden voll angreifen“

Will auch mit Türkgücü hoch hinaus: Petr Ruman steht hinter den ambitionierten Zielen des Vereins.
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Will auch mit Türkgücü hoch hinaus: Petr Ruman steht hinter den ambitionierten Zielen des Vereins.

Petr Ruman will bei Türkgücü München durchstarten. Im Interview spricht der 44-Jährige über die hohen Ziele des Klubs und den Einfluss von Präsident Hasan Kivran.

München – Türkgücü München startet heute die Vorbereitung auf die zweite Saison im Profifußball. Als neuer Trainer soll Petr Ruman die hohen Ambitionen des Drittligisten erfüllen. Zuvor trainierte Ruman die U 23 von Greuther Fürth, ist also ein Experte im Umgang mit Talenten. Im Exklusiv-Interview mit unserer Zeitung spricht der 44-Jährige über Reaktionen aus dem Freundeskreis seit seinem Wechsel, das negative Image seines neuen Arbeitgebers und Jürgen Klopp als Mentor.

Herr Ruman, bei Greuther Fürth haben Sie in einem NLZ trainiert, nun sitzen wir vor einer Bezirkssportanlage. Ein Kulturschock?

Ich komme aus bodenständigen Verhältnissen. Mit meinen Eltern, Bruder und Hund haben wir in Tschechien auf 60 Quadratmetern gelebt. 1999 bin ich nach Fürth gewechselt, die Kabine hier bei Türkgücü München* auf der Anlage erinnert mich an diese Zeit. Der Verein arbeitet mit Hochdruck ständig daran, die Gegebenheiten zu verbessern. Wir werden aus diesen Umständen das Beste machen.

Was für ein Trainertyp sind Sie?

Ich bin sehr kommunikativ. Klare Ansagen sind mir extrem wichtig. Jeder soll wissen, wo er bei mir dran ist. In einer Mannschaft gibt es nicht nur beste Freunde. Wichtig ist, dass wir ehrlich zueinander sind.

„Zu Kloppo fällt mir nur ein Wort ein: überragend“

Petr Ruman über seinen Ex-Trainer Jürgen Klopp

Sie haben als Mainz-Profi unter Jürgen Klopp* gespielt. Was haben Sie sich da abgeschaut?

Zu Kloppo fällt mir nur ein Wort ein: überragend. Ich habe mich erst nach einer Woche getraut, ihn zu duzen. Er hat uns vermittelt, dass jede Person Wertschätzung erfahren muss. Wenn ich respektiert werden will, muss ich auch andere respektieren.

Türkgücü wird meist mit Chaos in Verbindung gebracht. Was waren Ihre ersten Gedanken, als die Anfrage kam?

Ich war erst mal erfreut, dass ich als Kandidat in der engeren Auswahl stand. In der Fußballwelt verbreiten sich Gerüchte ebenso schnell wie fundierte Informationen. Ich hatte, wie viele andere auch, vordergründig negative Sachen über den Verein gehört oder gelesen. Die ersten Gespräche mit Hasan Kivran und Roman Plesche haben mich dann aber komplett vom Gegenteil überzeugt. Türkgücü hat hohe Ambitionen, tut aber auch viel dafür, um diese Ziele zu erreichen. So ticke ich auch. Wir werden voll angreifen und sind bereit.

Türkgücü-Trainer Petr Ruman über Einfluss von Präsident Hasan Kivran: „Ich bin immer offen für Impulse“

Was für Reaktionen gab es von Trainerkollegen oder Ihrem Bekanntenkreis?

Natürlich waren viele erst mal eher skeptisch. Aber ehrlich gesagt darf mich das nicht interessieren. Mir ist es wichtig, wie es im Verein intern abläuft. Und da habe ich schnell gemerkt: Hier ist nicht nur heiße Luft, sondern es gibt viele Leute, die jeden Tag Vollgas geben für den Verein.

Ihre Vorgänger auf der Trainerposition kritisierten den Einfluss von Hasan Kivran. Wie stehen Sie dazu?

Ich bin immer offen für Impulse. Das betrifft nicht nur den Präsidenten, sondern das gesamte Trainerteam und die sportliche Führung. Wir müssen gemeinsam einen Weg finden, um erfolgreich zu sein.

Türkgücü München: Trainer Petr Ruman hat „definitiv vor, länger hier zu bleiben“

Haben Sie mit Ihrer Familie schon eine Wohnung gefunden?

Meine Familie bleibt erst mal in Fürth. Ich wohne aktuell noch in einem Hotel in München. Ich habe aber definitiv vor, länger hier zu bleiben. Es liegt an mir. Meine Mannschaft soll attraktiven Fußball spielen, die Zuschauer begeistern. Gleichzeitig erwarte ich aber auch, dass sich jeder für die Mannschaft aufopfert und sich in die Zweikämpfe schmeißt, ohne Angst vor Verletzungen. (Interview: Nico-Marius Schmitz) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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