Ex-Trainer im Exklusiv-Interview

Schmidt spricht über Türkgücü-Aus: „Es heißt nur Aufstieg, Aufstieg“

„Sehr enttäuscht“: Alexander Schmidt. 
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„Sehr enttäuscht“: Alexander Schmidt. 

Alexander Schmidt hat seine Entlassung bei Türkgücü München nicht kommen sehen. Im Interview spricht der ehemalige Trainer über sein Aus beim Drittliga-Aufsteiger.

  • Alexander Schmidt wurde von seiner Entlassung bei Türkgücü München kalt erwischt. 
  • Im Interview spricht der Ex-Trainer über das Aus und die seit dem Spätherbst veränderte Erwartungshaltung von Präsident Hasan Kivran. 
  • Der 52-Jährige kann sich vorstellen, sofort bei einem anderen Klub einzusteigen.

München – Alexander Schmidt hat die Entlassung bei Türkgücü „sehr überrascht.“ Der 52-Jährige äußert sich im Interview zu seiner Freistellung, der Zeit bei den Münchnern und seiner Zukunft.

Herr Schmidt, wie kam’s zur Trennung von Türkgücü und wie sehr wurden Sie von der Entscheidung überrascht?

Präsident Hasan Kivran hat mir seine Entscheidung am Dienstag im Hotel Rilano mitgeteilt, wo wir uns jede Woche mit Trainerstab und Geschäftsführung zusammensetzen. Ich war sehr überrascht und enttäuscht, das habe ich ihm auch mitgeteilt. Aber ich muss es akzeptieren.

Alexander Schmidt verweist auf Ausfälle von Aaron Berzel, Kilian Fischer und Philipp Ehrhardt

Erklärt wurde der Schritt mit der sportlichen Entwicklung der letzten Wochen. Fünf sieglose Spiele, nur ein Tor.

Wenn ich die letzten neun Spiele sehe, haben wir viermal gewonnen, dreimal unentschieden gespielt und nur zweimal verloren.

War der Auftritt beim 1:3 in Wiesbaden zu alarmierend?

Wir haben in der ersten Halbzeit nicht besonders gut gespielt, das stimmt. Am Ende steht ein negatives Ergebnis. Trotzdem sei es mir erlaubt, auch auf die personelle Situation hinzuweisen. Es tut weh, dass mit Aaron Berzel, Kilian Fischer und Philipp Ehrhardt aktuell gleich drei zentrale Mittelfeldspieler ausfallen, das ist auf dem Niveau schwer zu kompensieren.

Türkgücü München: Seit Spätherbst heißt das Ziel Aufstieg in die 2. Bundesliga

Heißt: Sie sind auch an der Erwartungshaltung gescheitert?

Zu Saisonbeginn hieß es, dass wir uns in der Liga etablieren wollen, einen einstelligen Tabellenplatz anstreben – ohne Sorge um den Klassenerhalt. Ich denke, dafür stehen wir sehr gut da. Aber seit dem Spätherbst vergangenen Jahres heißt es nur noch Aufstieg, Aufstieg. Das trägt natürlich nicht unbedingt zur Ruhe bei.

Die Mannschaft wurde im Winter mit fünf Spielern verstärkt. Fast könnte man den Eindruck bekommen, die Zugänge hätten mehr Probleme geschaffen als gelöst.

Man muss die Transfers einzeln und sachlich betrachten. Maxime Awoudja kam aus Stuttgart mit einem gerade verheilten Achillessehnenriss, Noel Niemann aus Bielefeld mit einer Schulterverletzung, die wohl erst ab Mitte März Einsätze zulassen wird. Basti Maier hat in Bochum ein Jahr kaum gespielt, auch Lucas Röser und Kilian Jakob hatten in Lautern und Augsburg kaum Spielpraxis. Ich habe immer drauf hingewiesen, dass das gute Spieler sind, die aber noch Zeit brauchen. Und so ist es.

Alexander Schmidt: „Für mich ist das Glas halbvoll“

Ihr Vorgänger Reiner Maurer hat öffentlich von massiver Einflussnahme des Präsidenten auf die Aufstellung gesprochen. Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht?

Kein Kommentar.

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Ich bin stolz auf die Mannschaft, was sie geleistet hat, trotz schwieriger Bedingungen, vor allem im Winter. Für mich ist das Glas halbvoll.

Ihre weitere Saisonprognose?

Aufgrund der Verletzungen geht es erst mal darum, die Kurve zu kriegen.

Alexander Schmidt kann sich sofort neue Aufgabe bei anderem Klub vorstellen

Co-Trainer Andi Pummer soll mangels Fußballlehrer-Lizenz nur eine Interimslösung als Chef sein. Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?

Ein ruhiges Arbeiten und dass er seine Dinge umsetzen kann.

Wie geht’s für Sie persönlich weiter?

Ich bin sofort frei und mache gerne sofort mit einer neuen Aufgabe weiter.

(Interview: Ludwig Krammer)

Quelle: Merkur.de

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