Türkgücü München zündet die nächste Stufe

Max Kothny: „Wir haben uns einen Namen in Deutschland gemacht“

Türkgücü-Geschäftsführer spürt bundesweites Interesse.
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Türkgücü-Geschäftsführer spürt bundesweites Interesse.

Türkgücü München treibt die eigene Marke voran. Vor allem die Türkei als Zweitmarkt ist für den Serienaufsteiger interessant. Bis zu 10.000 Fans verfolgen dort die Spiele. 

München – Im Wirbel um den angedrohten Rückzug von Investor Hasan Kivran ging die Meldung damals etwas unter. Am 5. Januar verkündete Türkgücü, dass man mit der All About Sports GmbHeinen exklusiven Vermarktungspartner gefunden habe. Ein weiterer Beleg dafür, dass der Drittliga-Neuling seine Strukturen Schritt für Schritt an den Profifußball anpasst.

Türkgücü München: Durch Aufstieg „viele Baustellen entstanden“

Neben Türkgücü gibt der Vermarkter auf seiner Homepage ein IT-Unternehmen, eine Firma für Digitalsponsoring und ein Online-Reisebüro als Kunden an. Wer also steckt hinter der erst in diesem Jahr gegründeten Agentur und wie vermarktet man Türkgücü? Als Geschäftsführer agieren Martin vom Hofe und Oliver Keller – beide mit jahrelanger Erfahrung in der Sportrechtvermarktung. Keller arbeitete bei Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach und Darmstadt 98 als Vertriebsleiter. Vom Hofe war bei Hertha BSC und dem Karlsruher SC angestellt, Vertriebsleiter bei Rot-Weiss Essen und Geschäftsführer bei Alemannia Aachen.

„Im Zuge unseres Aufstiegs sind logischerweise viele Baustellen entstanden. Die Vermarktung eines Profiteams ist eine 24/7-Aufgabe. Das konnten wir personell nicht stemmen“, sagte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny unserer Zeitung. Daher sei beschlossen worden, diesen Aufgabenbereich der All About Sports GmbH zu übertragen.

Türkgücü München: Akquise von Sponsoren „noch sehr ausbaufähig“

„Türkgücü ist ein spannendes Projekt, das immer noch am Anfang steht. Hier kann man noch viel bewegen und entwickeln“, sagt vom Hofe. Die Akquise von Sponsoren sei bei Türkgücü „noch sehr ausbaufähig“ gewesen.

Als erste Maßnahme wurde das „Arkadas Paket“ (Arkadas bedeutet Freund auf Türkisch) und das „Kurtarici Paket“ (Kurtarici = Retter) für potenzielle Sponsoren geschnürt. Für 1000 bzw. 3000 Euro netto wird man als Partner auf der Homepage dargestellt und erhält beim teureren Paket zusätzlich einen Platz auf der LED-Bande im Stadion. Die erste Anfrage für das „Arkadas Paket“ kam aus Duisburg. „Das zeigt, dass Türkgücü nicht nur regional, sondern deutschlandweit für Aufsehen sorgt“, sagt vom Hofe. Aktuell seien es überwiegend nationale Marken, die den Verein als Plattform nutzen möchten. Mit dem FC Bayern, 1860 und Haching sei die regionale Konkurrenz schließlich enorm. „Bei 1860 kannst du mal eben 200 Sponsoren anrufen, wenn es um neue Werberechte geht. Zehn haben dann vielleicht Interesse“, so vom Hofe.

Der Verein von Präsident Kivran muss sich so ein Portfolio erst aufbauen. Exklusive Bandenwerbung kostete für die restlichen Heimspiele 5000 Euro. Als Partner wurden unter anderm „Tiptorro“, der Reifenhersteller „Cooper Tire“ und „Pallas-Secure“ gewonnen. Zudem stieg „MeinAuto.de“ als Platin- und Ärmelsponsor ein.

Türkgücü München: Bis zu 10.000 Fans aus der Türkei verfolgen die Spiele auf Youtube

Der Schritt, Branchenexperten zu engagieren, hat sich schon ausgezahlt. „Wir haben uns einen Namen in Deutschland gemacht. Unser Aufwärtstrend hat sich aber lange Zeit in der Vermarktung noch nicht ausgewirkt. Jetzt merken wir, dass etwas passiert, man erkennt von Woche zu Woche die Fortschritte“, sagt Kothny. Besonders die Türkei als Zweitmarkt ist für die Agentur interessant. Via Youtube verfolgen in der Türkei bis zu 10.000 Fans die Türkgücü-Spiele. Durchaus beachtlich. „Zeigen Sie mir einen Verein in der 3. Liga, der dieselbe Geschichte erzählen kann und auch im Ausland – speziell in der Türkei – auf so viel Interesse stößt“, sagt vom Hofe.

Übrigens: Selbst die Wurst im Supermarkt hilft dem ambitionierten Club. Hauptsponsor Yayla spendet pro verkaufter Packung Geflügelfleischwurst 10 Cent an Türkgücü. 

(NICO-MARIUS SCHMITZ)

Quelle: Merkur.de

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