Türkische Hoffnungen

Glauben fest an eine bessere Zukunft: (v.l.) der türkische Europa-Minister Egemen Bagis, SpVgg-Vizepräsident Can Cobanoglu und SpVgg-Boss Engelbert Kupka. Foto: rmf

Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching setzt auf Integration - und hofft so auf neue Sponsoren.

Die F- und E-Jugendlichen der SpVgg Unterhaching sprangen im VIP-Haus im Hachinger Sportpark wild umher. Die Kinder hüpften vor dem Rednerpult auf und ab, um in das Bild der dort installierten Kameras zu gelangen. Die Redner mussten sich anschließend beim Empfang des türkischen Europa-Ministers Egemen Bagis, eher sprachlich als körperlich ins Zeug legen. SpVgg-Präsident Engelbert Kupka hieß den Minister in türkischer Sprache willkommen. Nach den Begrüßungen durch Martin Neumeyer (Mitglied des Landtages), Rainer Koch (Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes), Can Cobanoglu (Vizepräsident der SpVgg Unterhaching) und Bagis erläuterte Kupka die Ziele des Hachinger Integrationsprojektes. „Wir machen das nicht nur, um einen türkischen Sponsor zu finden, sondern, weil wir es für richtig halten.“

Vor den Kindern, den Spielern der Drittliga-Mannschaft, den türkischen Bodyguards und Beratern des Ministers sowie den zahlreichen türkischen TV- und Kameraleuten ging der Zweck des Treffens in der leicht konfusen Atmosphäre etwas unter. Die „Kids-to-Life“-Stiftung von SpVgg-Schatzmeister Anton Schrobenhauser, die sich um bedürftige Kinder kümmert und mit Institutionen wie dem Clemens-Maria-Kinderheim in Putzbrunn, dem Münchner Waisenhaus sowie dem Tillmann Kinder- und Jugendhaus in München kooperiert, wurde vorgestellt. Ansonsten gab es keine konkreten Mitteilungen zu potenziellen ausländischen Investoren oder Partnern zu vernehmen. Einen deutlichen Wink in Richtung türkischer Wirtschaft versuchten allerdings einige Redner. „Das Projekt ist nur erfolgreich, wenn es auch aus der Türkei Unterstützung erhält“, sagte BFV-Präsident Koch. „Ich hoffe, dass es von der türkischstämmigen Wirtschaft als Chance betrachtet wird“, sagte Koch später.

Vizepräsident Cobanoglu, der einst zur SpVgg geholt wurde, um den Kontakt zu türkischen Investoren herzustellen, machte mächtig Werbung in eigener Sache. Als „schuldenfrei“ und „ohne Eskapaden“ pries er die SpVgg Unterhaching an.

Europa-Minister Bagis sieht in einer deutsch-türkischen Kooperation Synergieeffekte: „Wenn man deutsche Arbeitsdisziplin und türkische Dynamik zusammenlegt, erkennt man das gute Ergebnis“ sagte der Minister und verwies dabei auf Beispiele wie Mesut Özil oder auch Ex-Hachinger wie Ceyhun Gülselam und Orkan Balkan. Kommt der zukünftige Özil also bald aus dem Hachinger Sportpark? Für Bagis anscheinend nicht ausgeschlossen: „Das sind Jugendliche, die in Zukunft vielleicht Millionen zum Jubeln bringen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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