Tunjic kommt Augenthaler zuvor

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Jubelnde Hachinger: Der Aufwärtstrend bei der SpVgg hält an.

Unterhaching - Drei Spiele, sieben Punkte: Der Aufwärtstrend der SpVgg Unterhaching hat sich in der „englischen Woche“ auch gegen Babelsberg fortgesetzt. Fortschritte sind unverkennbar, trotzdem hätte Klaus Augenthaler beinahe einen schwerwiegenden Fehler begangen. Nur eingestehen wollte er ihn nicht.

Siegtor kurz vor der Ausw echslung – Mijo Tunjic (l.) trifft zum 1:0 gegen Babelsberg: „Ich wollte den Ball einfach reinmachen. Und dem Keeper durch die Beine zu schießen, ist immer die einfachste Variante.“

Wie ein zufriedener Trainer wirkte Klaus Augenthaler nicht. Mit ernster Miene saß er nach dem 1:0-Erfolg gegen den SV Babelsberg auf der Empore im Presseraum und absolvierte das obligatorische Frage-Antwort-Spiel. Unaufgeregt, kühl, analytisch. Nur einmal, bei der allerletzten Frage, huschte für einen Sekundenbruchteil ein verräterisches Lächeln über das angestrengt dreinblickende Gesicht. Ob er denn Mijo Tunjic auswechseln wollte, kurz bevor dieser den Ball zum 1:0 ins Tor schob? Schließlich stand Nahuel Fioretto an der Außenlinie schon zur Einwechslung bereit. Doch Augenthaler wiegelte ab. „Ich habe gesagt: Wenn der Mijo ein Tor macht, wechseln wir ihn aus. Dann haben wir noch etwas gewartet, und schließlich hat er ja noch getroffen“, erklärte Augenthaler etwas ungelenk und blickte in grinsende Gesichter der Journalisten.

Dass Tunjic wenige Minuten nach seinem Tor in der 67. Minute doch ausgewechselt wurde, lag vielmehr am Platzverweis von Andreas Brysch. Einer klaren Gelben (47.) folgte in der 68. Minute nach einem Babelsberger Gegenzug die nächste Verwarnung – und der vorzeitige Gang in die Kabine. „Sicherlich war es eine enge Entscheidung, aber Andreas spielt auch immer großes Risiko, da kann so etwas schon mal passieren“, fand Augenthaler.

La-Ola-Welle der Unterhachinger Fußballfans

Bis dato hatte Haching das Spiel auch jederzeit unter Kontrolle. Die Rot-Blauen agierten aus einer sicheren Defensive heraus, waren klar spielbestimmend – nur der erste Treffer wollte lange Zeit nicht fallen. Trotzdem wurde die SpVgg nicht nervös, ein Zeichen für das gestiegene Selbstvertrauen. „Auch nach dem 0:0 haben wir ruhig weitergespielt, auf unsere Chance gewartet und sind nicht ins offene Messer gelaufen“, sagte Kapitän Torben Hoffmann, der zwar vom Platz humpelte, jedoch umgehend Entwarnung gab: „Ach, ich habe mehrere Baustellen, ab und zu schmerzt es halt. Es ist aber nichts Gravierendes.“

Babelsberg, das bis zum Platzverweis kaum gewillt war, etwas für ein unterhaltsames Spiel zu tun, intensivierte erst in Überzahl die Bemühungen. Trotzdem verteidigte Haching den am Ende völlig verdienten 1:0-Sieg und ließ sich mit einer schon lange nicht mehr gesehenen La-Ola-Welle bei strömenden Regen von den eigenen Fans feiern. „Die Fans, die da waren, haben richtig Krach gemacht. Da ist es egal, ob 100, 2000 oder 10 000 Zuschauer da sind“, sagte Hoffmann.

In der Tabelle rangiert Unterhaching nun auf Platz zehn. Ein Zahlenwerk, das für Augenthaler aber noch keine Rolle spielt. „Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht und befinden uns auf dem richtigen Weg. Auf die Tabelle schaue ich aber nicht, mir ist wichtig, wie wir spielen.“

von Tobias Schneider

Quelle: fussball-vorort.de

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