Das Erdinger Sportgeflüster

TuS Oberding: Coach Hans Bruckmeier feiert 70. Geburtstag

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Hans Bruckmeier, Trainer des TuS Oberding feierte seinen 70. Geburtstag.

Der Trainer des TuS Oberding, Hans Bruckmeier, hat seinen 70. Geburtstag gefeiert. Dieter Priglmeier erzählt im Erdinger Sportgeflüster Anekdoten über „Brucki“.

Nette Geschichten über den Sport – Hans Bruckmeier kann ein ganzes Füllhorn davon ausschütten.Heute ist es anders rum. Der Coach des TuS Oberding wurde 70. Deshalb erzählen wir hier Anekdoten über ihn. Und da bleiben wir gleich beim Füll-, sprich Met-Horn. Ein solches wollte er bei einem Trainingslager leeren, erinnert sich Robert Meindl. „Allerdings hat er nicht aus der Öffnung getrunken, sondern an der Spitze angesetzt. Offenbar wollte er es auszuzeln“, erzählt der Freisinger lachend. Natürlich habe die ganze Gruppe grinsend zugeschaut. „Wir hatten ja alle schon ein bisserl was getrunken“, erklärt Meindl. Der Mittelstreckenläufer war lange von Bruckmeier trainiert worden, und er schwärmt noch heute von ihm: „Er war ein hervorragender Trainer und hat die Leute immer zu einem verschworenen Haufen zusammengeschweißt.“ Ein Satz, der gestern in nahezu allen Telefonaten fiel.

Brucki war Deutscher Meister im Crosslauf

Falls sich einige wundern: Ja, es gibt ein Brucki-Leben vor dem Fußball.Er lief die 5000 Meter souverän unter 14 Minuten (13:59) und war Deutscher Meister im Crosslauf sowie mit der 4 x 1500-Meter-Staffel der LAC Quelle Fürth. Teamkollege war Günther Zahn, der 1972 das olympische Feuer entzündete. Sein Trainer Toni Adamkann sich an einen nächtlichen Anruf der Frankfurter Polizei erinnern. „Kennen Sie einen Herrn Bruckmeier?“ Der war in eine Autokontrolle geraten, hatte zwar alle Papiere vergessen, aber für die Ordnungshüter einen Rat: „Rufen S’ bittschön den Wachtmeister Adam an!“ Sein Trainer war bei der Bereitschaftspolizei und klärte die Situation unter Kollegen. „Brucki wusste sich halt zu helfen.“

Das weiß auch seine Lebensgefährtin Susie Falkenstein.Er machte die Handballerin zur Weltmeisterin über 800 Meter. Damals in Puerto Rico hatte sie einen heiklen Moment: „Einen Tag vor dem Vorlauf sind wir im Fahrstuhl stecken geblieben. Ich wurde panisch.“ Doch ihr Freund und Trainer hielt sie fest und rief: „Keine Angst, du darfst morgen schon laufen.“ Das Happyend ist bekannt. Ähnlich sei es vor der BM über die 1500 Meter gewesen, für die ihr die Norm fehlte. „Er hat mich mit einer 4:50 gemeldet und erzählt, ich sei das in Schweden gelaufen. Ich als Pfarrerstochter wäre fast ausgeflippt, aber am Ende habe ich eine 4:46 geschafft.“ Andersrum ging’s auch: „Meine Schwester hatte sich für einen Berglauf angemeldet, musste aber absagen, ich übernahm. „Heimlich, weil ihr Trainer wusste, dass Bergläufe nicht ihre Stärke waren. Es wäre alles gut gegangen, „doch dann bekam Brucki sein erstes i-Phone und lernte das Googeln: Er gab meinen Namen ein und las als erste Meldung: Falkenstein wird Zweite beim Rotwandlauf“.

Die Vorbereitungsphase in Altenerding war eine Qual

Man kann ihm halt nichts vormachen. Das wissen auch seine Fußballer. Brucki, „ein feiner Techniker in der damaligen Altenerdinger Bezirksligamannschaft“ (Zitat Wast Held), war laut Altenerdings Andi Heilmaier „eine Trainer-Koryphäe. Er hat uns vom letzten Platz in der damaligen C-Klasse nach oben gebracht“. Nur die Vorbereitungsphase sei eine Qual gewesen. „Brucki hatte seine Susie dabei. Die hat uns durch den Aufhausener Wald gejagt. Wir waren völlig am Ende, und dann wollte sie sich auch noch unterhalten“, erzählt er: „Unterm Brucki waren wir die fittesten C-Klassen-Kicker der Welt“.

Tobi Huber, Oberdings Fußballchef kennt noch einen zweiten Namen für den Coach: „2. Bürgermeister von Haag“ – in Anlehnung an dessen Lieblingsbiergarten. „Er witzelt gern damit, dass er nach dem Spiel noch zur Gemeinderatssitzung nach Haag muss.“ So beraumte er auch ein Testspiel gegen den VfR Haag „mit anschließendem Besuch des Biergartens mit dem 2. Bürgermeister“ an. Huber: „Alle haben das verstanden, nur nicht Oberdings echter 2. Bürgermeister Anton Nußrainer, der das auf der Internetseite gelesen hat.“ Vorsichtig ließ dieser ermitteln, ob er vielleicht eine Einladung übersehen habe und vor allem wieviel Maß Bier er dort ausgeben müsse.

Wir halten fest:Bürgermeister will und wird Hans Bruckmeier nicht mehr werden. Aber gern ernennen wir ihn feierlich zum Sportsenator des Landkreises – solche Titel kriegt man mit 70, aber kaum jemand hätte es mehr verdient. Aber bitte nicht in Pension gehen.

Text: DIETER PRIGLMEIR

Quelle: Merkur.de

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