Rückkehr zum Heimatverein

„Wollen neues Kapitel schreiben“ - TV Stockdorfs neuer Abteilungsleiter Robert Frank im Interview

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Robert Frank ist seit dem 1. Januar Fußballabteilungsleiter bei seinem Heimatverein TV Stockdorf.

Robert Frank, neuer Fußballabteilungsleiter des TV Stockdorf, erzählt über seine Aufgaben und Ziele mit den Turnern. Und über die schwere Bürde der Nachfolge Horst Halmichs.

Robert Frank ist zurück beim TV Stockdorf – in neuer Funktion. Der ehemalige Fußballherrentrainer des TV, der zuletzt beim TSV Neuried in der Landesliga tätig war, ist seit dem 1. Januar neuer Abteilungsleiter Fußball in Stockdorf. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur erzählt der 37-Jährige, wie es dazu kam und was er in den kommenden Jahren anpackt.

Herr Frank, was hat Sie zurück zum TV Stockdorf gelockt?

Robert Frank: Horst Halmich, der bisherige Abteilungsleiter, kennt mich sehr gut und hat mir mitgeteilt, dass er es gut fände, wenn ich den Job übernehme. Ich habe 1988 angefangen, in Stockdorf Fußball zu spielen. Damals war er mein Jugendtrainer. Nach Rücksprache mit meiner Familie habe ich zugesagt. Ich bin gerne bereit, dem Verein etwas zurückzugeben, von dem ich jahrzehntelang etwas bekommen habe.

Wie ist die Abteilung künftig aufgestellt?

Ich habe vor meiner Zusage abgeklärt, dass die entscheidenden Stellen weiter so gut besetzt sind. Stefan Ianno als zweiter Vorsitzender, Angie Oeben als Kassierin und Korbinian Halmich als Technischer Leiter bleiben im Gremium. Da kann man mit Sicherheit sehr gut zusammenarbeiten. Horst Halmich hat sich außerdem bereit erklärt, als Jugendleiter weiterzumachen. Das ist eine der wichtigsten Stellen im Verein – wenn nicht sogar die wichtigste. Im Herrenbereich sind wir gut aufgestellt mit den Trainern Dorian Ikonomopulos und Korbinian Halmich sowie Peter Mühlbauer als Sportlichem Leiter. Dazu haben wir zahlreiche sehr engagierte Jugendtrainer, die einen großen Anteil daran haben, dass Stockdorf derzeit von der F-Jugend bis zur A-Jugend durchgehend Mannschaften stellt. Das ist für einen Verein wie unseren wie ein Sechser im Lotto.

Welche Themen liegen Ihnen für die kommenden Jahre am Herzen?

Hauptthema ist neben der Infrastruktur, sprich der Sanierung des Trainingsplatzes, das Sponsoring. Wir haben derzeit ein Jahresbudget, das andere Vereine im Umkreis im Monat zur Verfügung haben. An der Schraube lässt sich sicher noch etwas drehen. Es gibt einige Stockdorfer Firmen und Privatleute, denen ich vorstellen möchte, wer wir so sind und was wir wollen. Und sollte wirklich mal mehr Geld zur Verfügung stehen, soll das in unser Steckenpferd investiert werden, also die Jugendarbeit. Damit wir engagierten Eltern auch mal eine Aufwandsentschädigung zahlen können, die das bislang alles unentgeltlich machen. Auch Vereinskooperationen mit großen Vereinen kann ich mir gut vorstellen, für die wir als eine Art Ausbildungsverein fungieren. Wir können Jugendspieler in unserem kleinen, familiären Umfeld in Bereichen wie Teamgeist und Einstellung gut ausbilden. Da sind wir sicher nicht uninteressant.

Was sind die Ziele für die erste Herrenmannschaft?

Wir wollen vor allem dieses Gefühl des Zusammenhalts wieder transportieren, für das der Verein steht: Stockdorfer Jungs, eine Familie, TVS – wie auch immer die Spieler das findig in den verschiedenen Netzwerken bezeichnen. Das ist die Mentalität des TV Stockdorf. Und das kommt gut an. Wir wollen junge Spieler, die auch mit anpacken. Darauf legen wir Wert, das hat uns stark gemacht. Das habe ich auch den Trainern gesagt: Wenn es neue Spieler gibt, sollte man auch ein bisschen unabhängig von der fußballerischen Qualität schauen. Wir wollen ein neues Kapitel schreiben mit jungen, engagierten Leuten.

Im Sommer sind Sie als Co-Trainer des TSV Neuried zurückgetreten – hauptsächlich aus Zeitgründen. Hat sich das entspannt?

Die Verpflichtungen sind jetzt anders. Ich wollte nicht mehr ins sportliche Tagesgeschäft eingreifen, sprich abends und am Wochenende ständig auf Plätzen unterwegs sein. Das war die Grundvoraussetzung. Jetzt kann ich vieles nach freier Organisation erledigen. Und bevor die Frage kommt, ob ich irgendwann wieder als Trainer arbeiten werde: Mit Sicherheit ist es eine denkbare Lösung, dass ich 2021, wenn unser Sohn sieben Jahre alt ist, in der Stockdorfer F-Jugend Trainer bin. Da werde ich vielleicht nicht auskommen, wenn es niemand anderes machen will (lacht). Alles andere kann ich zunächst mal kategorisch ausschließen.

Im Frühjahr haben Sie gesagt, dass Sie für spannende Projekte immer offen sind. Trifft genau das auf Ihren neuen Posten zu?

Genau. Es gibt immer weniger Posten, die ich noch nicht bekleidet habe. Jugendleiter fehlt noch und Hauptvorstand, aber da habe ich ja noch ein bisschen Zeit (lacht). Ich habe eigentlich bislang nie das Gleiche gemacht, sondern immer eine neue Herausforderung gesucht.

Ist es eine schwere Bürde, das Erbe von Horst Halmich anzutreten, einem Stockdorfer Urgestein?

Ja, mit Sicherheit trete ich in große Fußstapfen. Generell bringen sich viele Halmichs seit Jahrzehnten stark beim TV Stockdorf ein. Aber ich kann sicher den einen oder anderen neuen Impuls setzen. Und darauf freue ich mich.

mg

Quelle: Merkur.de

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