Siegtreffer will nicht fallen

"Über Istanbul in die Oberpfalz": SVH fehlt Zielstrebigkeit

Lukas Riglewski bereitete den frühen Führungstreffer vor. F: Leifer

Die bekanntesten Wartenden der Weltliteratur waren ebenfalls zu zweit. Wladimir und Estragon sehnen in Samuel Becketts „Warten auf Godot“ die Ankunft einer nie eintreffenden Person herbei und vertreiben sich die Zeit mit sinnfreien Spielchen und abstrusen Diskussionen.

Wie sich Christoph Schmitt und Memis Ünver während ihrer Wartezeit in der Oberpfalz beschäftigt haben, ist nicht überliefert. Der Trainer des SV Heimstetten und sein Assistent, die einer Hochzeit wegen separat im Auto angereist waren, mussten sich in Neumarkt eine Stunde lang in Geduld üben. Erst danach traf der Mannschaftsbus ein, „der offenbar über Istanbul in die Oberpfalz gefahren ist“, kommentiert Schmitt sarkastisch.

Doch damit nicht genug des Wartens: Auch in der zweiten Halbzeit des Bayernligaspiels beim ASV Neumarkt müssen sich die SVH-Trainer in Geduld üben: Nachdem Orhan Akkurt das 2:2 (48.) markiert hat, warten und warten Schmitt und Co. darauf, dass ihre feldüberlegene Elf das dritte Tor erzielt – doch sie warten vergeblich. „Neumarkt hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn wir noch gewonnen hätten“, urteilt der Coach nach dem 2:2. „Gerade in der zweiten Hälfte waren wir klar besser, aber leider hat uns vorne die Durchschlagskraft gefehlt.“ Und so müssen sich die Gäste nach drei Siegen in Serie mit einem Remis begnügen. „Die Enttäuschung überwiegt“, sagt Schmitt. „Denn eigentlich haben wir die Qualität, um auch in Neumarkt drei Punkte mitzunehmen.“

Zumal die Partie ganz nach dem Geschmack der Gäste beginnt. Obwohl die Spielvorbereitung infolge der Busverspätung „ziemlich hektisch“ ist, sagt der Coach, landet seine Elf in der achten Minute den ersten Wirkungstreffer. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld schnibbelt Lukas Riglewski die Kugel zu Manuel Duhnke, der zum 1:0 einnickt. Doch schon wenige Angriffe später schlägt Neumarkt zurück – mehr noch: In der 19. Minute haben die Platzherren die Partie endgültig gedreht, nachdem Christian Schrödl einen Freistoß durch die Mauer hindurch eingenetzt hat.

„Das war ein bisschen doof, dass wir das Heft des Handelns so aus der Hand gegeben haben“, moniert Schmitt, der mit der ersten Hälfte nicht wirklich zufrieden ist – „die Sicherheit hat gefehlt, und die Passqualität war nicht gut“. Nach der Pause habe sich sein Team dann besser angestellt, lobt der Coach. „Wir haben ordentlich Druck gemacht und hatten viel Ballbesitz.“ Und doch sind Chancen weiterhin Mangelware – auch nach Akkurts Kopfballtor zum 2:2, das Maximilian Hintermaier per Flanke vorbereitet hat. Und so bleibt das Warten der Heimstettner Trainer an der Seitenlinie letztlich so erfolglos wie das „Warten auf Godot“. 

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Erfolgreiches Turnier für die Junioren aus Mauern
Erfolgreiches Turnier für die Junioren aus Mauern
Krepek: „Einige werden mit Kopfschmerzen nach Hause gegangen sein.“
Krepek: „Einige werden mit Kopfschmerzen nach Hause gegangen sein.“
Knorpelschaden im Knie: Bob-Anschieber Marc Rademacher fällt für die gesamte Saison aus
Knorpelschaden im Knie: Bob-Anschieber Marc Rademacher fällt für die gesamte Saison aus

Kommentare