In einer intensiven Mitgliederversammlung wird der Haching-Präsident bestätigt

Überwältigende Mehrheit entlastet Schwabl

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Präsident im Fokus: Manfred Schwabl stand wie erwartet im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung.

SpVgg Unterhaching - Zunächst huschten Bilder der jüngsten Pokalerfolge der SpVgg Unterhaching über die TV-Schirme des VIP-Hauses im Sportpark, eine Erinnerung an die 164 Mitglieder auf der Hauptversammlung des Regionalligisten, was alles möglich ist trotz bescheidener Mittel.

Es folgten kontroverse Wortbeiträge, und erst am Ende eines langen Abends wurde Manfred Schwabl als Präsident der SpVgg Unterhaching bestätigt.

Der Beginn war launig. „Ist ja fast mehr los als bei den Spielen“, meinte Schwabl mit leichtem Sarkasmus und erntete Gelächter. Dann wurde es ernster. In der Regionalliga sei Haching jetzt von der finanziellen Ausstattung her da, „wo wir hingehören“. Vor allem bei der Sponsorensuche gab es da ja Differenzen. „Die letzten Monate waren geprägt von Vorwürfen gegen meine Person“, so Schwabl, „wir arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen - fehlerfrei ist natürlich keiner.“ Den Vorwurf, er führe den Verein wie ein Monarch, kommentierte er schmunzelnd: Er habe beim TSV 1860 Karl Heinz Wildmoser erlebt. Der Vorwurf an ihn sei berechtigt – aber im Vergleich „ist meine Monarchie ein Kindergeburtstag“.

Dass er sich am Verein bereichern würde, habe ihn mehr getroffen. Mit seiner Familie sei er mit einem siebenstelligen Bereich engagiert, wo solle er sich also da bereichern? „Ich habe das gerne gemacht, und ich würde es wieder gerne machen, weil es einfach ein geiler Verein ist und es mich reizt“, sagte Schwabl. Es folgte Applaus, ebenso bei der Bekanntgabe, dass Kapitän Josef Welzmüller bis 2019 verlängert habe.

Die Mitgliederversammlung sollte „ein Fingerzeig sein, wie es weitergeht“, sagte Schwabl, und Trainer Claus Schromm erklärte, er wäre bei einer Bestätigung seines Präsidenten im Amt bereit, „meinen 2017 laufenden Vertrag bis 2020 zu verlängern“. Die Anwesenden reagierten darauf erneut mit Applaus.

Kassenprüfer Christoph Hütt dämpfte die Stimmung dann erheblich. Er müsse „leider ein bisschen Wasser in den Wein schütten“, sagte er - und tat das reichlich. Die Bilanzen seien seinem Gremium spät und unzureichend vorgelegt worden, auch eine Stellungnahme des Präsidiums Anfang der Woche habe nichts verbessert. Da der Rücktritt des Schatzmeisters weder vermeldet noch kompensiert wurde, sei „das Präsidium rechtlich nicht handlungsfähig“ gewesen. Des Weiteren habe der DFB Verträge im Wert von 2,5 Millionen Euro zu Recht angezweifelt, und es gäbe auch Ungereimtheiten bei der Finanzierung des VIP-Hauses sowie bei den Rechnungen der Sponsoren. Dass der Verein mit über einer Million Euro verschuldet ist, sei „besorgniserregend“, und da kein Finanzplan für die Zukunft vorläge, könne er den Anwesenden eine Entlastung des Präsidiums nicht vorschlagen. Sein Rat: Satzung ändern, ein breites Präsidium mit klaren Aufgaben aufstellen sowie einen Aufsichtsrat installieren.

Vizepräsident Peter Wagstyl versuchte, die Vorwürfe zu entkräften, und gab Hütt in einigen Punkten Recht. Das neue fünfköpfige Präsidium um den Amtsinhaber sollte daher abgesegnet werden, so sein Appell. Weiter ging es nach fünf Minuten Pause, es wurde ein langer Abend, letztlich fühlte sich Engelbert Kupka, langjähriger Präsident, zu einem Machtwort berufen: „Wir hauen uns hier die Köpfe ein, liebe Freunde – aber eigentlich müsste der DFB auf der Anklagebank sein.“ Wenn da einer hilft, sollte man „ihm nicht auch noch eine mitgeben“, sprang er Schwabl zur Seite. Mike Frühbeis, Markus Oberleitner und Martin Dietzinger legten dann aber noch einmal den Finger in die Wunde – sie hinterließen teils ein nachdenkliches, teils ein erhitztes Auditorium, und ernteten „Es reicht“-Rufe.

Um 22.40 wurde das Präsium Schwabl mit überwältigender Mehrheit entlastet – die Tür war aufgestoßen für die Wiederwahl. Um 23.10 war der Kraftakt gemeistert. „Natürlich nehme ich es an, mir bleibt ja nix über“, sagte Schwabl mit Witz.Text: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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