10.000 Fans kommen in den Alpenbauer Sportpark

Unterhaching ist im Ausnahmezustand

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Manni Schwabl hofft, dass die vielen Zuschauer seine SpVgg zum Pokalwunder treiben.

Spvgg Unterhaching - So voll wie seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr wird der Unterhachinger Sportpark am heutigen Dienstagabend: Für das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen sind schon 8500 Eintrittskarten verkauft, SpVgg-Präsident Manfred Schwabl rechnet mit 11 000 Zuschauern.

„Der ganze Ort ist paralysiert, alle erinnern sich wieder an damals“, schwärmt Schwabl.

Damals, das ist der 20. Mai 2000, als Unterhaching mit einem 2:0 gegen Bayer Vizekusen Fußballgeschichte schreibt. Sogar T-Shirts dazu gibt es jetzt zu kaufen mit der Aufschrift „Leverkusen-Schreck – Déjàvu 2000“. Damals, das ist aber auch der 5. März 2003, als beide Teams ebenfalls im DFB-Pokal gegeneinander wetteiferten – und Leverkusen sich per Elfmeterschießen ins Halbfinale zitterte.

Claus Schromm, der Cheftrainer der SpVgg, ist gespannt auf den Publikums-Effekt. „Für die Jungs, aber auch fürs Trainerteam, wird das eine extreme Situation. Noch keiner hat es je erlebt, in einem nahezu vollen Sportpark zu spielen. Sowas kann man nicht trainieren.“ Bei der Fan-Unterstützung setzt Schromm „auf britische Verhältnisse“, wie er sagt: „Dass bei jeder Ecke das Stadion bebt.“

Rein sportlich hat Schromm, wie schon bei den Pokalsiegen gegen den FC Ingolstadt (2:0) und RB Leipzig (3:1), „einen Plan entwickelt“. Details verrät er natürlich nicht, andererseits weiß er um die Größe der Herausforderung: „Die individuelle Qualität und das mannschaftliche Gesamtgefüge von Leverkusen sind von ganz anderem Kaliber. Unser Ziel ist es, möglichst lange einen attraktiven Pokalfight zu bieten.“ Schwabl träumt ein bisschen in die Zukunft: „Wenn man sich vorstellt, wir würden im Pokal überwintern – Haching würde national wieder anklopfen und den einstigen Kultstatus aufleben lassen.“

Einen gewaltigen Imagegewinn hat die SpVgg schon mit dem Erreichen des Achtelfinales generiert – und auch monetär profitiert: Rund eine Million Euro flossen via DFB-Pokal heuer schon in die nun nicht mehr ganz so klamme Kasse, allein die Zuschauereinnahmen gegen Leverkusen bringen weitere 100 000 Euro. Und wenn Unterhaching ins Viertelfinale käme? „Dann“, so Schwabl“, „würde es siebenstellig.“

Ernsthaft glaubt das niemand so richtig, aber die „Déjàvu 2000“-Euphorie ist spürbar in Unterhaching: Wiederholt sich die Sensation, macht Unterhaching seinem Ruf als „gallisches Fußballdorf“ abermals Ehre und setzt ein Ausrufezeichen? Volles Stadion, internationale Stars auf dem Rasen – unabhängig vom Resultat weckt das Leverkusen-Spiel schon jetzt bei vielen Fußballfreunden die Sehnsucht nach der guten, alten Zeit, als die SpVgg Unterhaching erst- oder zumindest zweitklassig spielte.

Haching in aller Munde, für die Suche nach einem „strategischen Partner“, wie Schwabl es formuliert („Investor klingt so negativ“), sind Tage wie diese viel wert. Finanziell konsolidiert sich die SpVgg aktuell über die Pokal-Erfolge, in puncto Geldgeber sollen bis zur Jahreshauptversammlung im Januar „die Fakten auf dem Tisch liegen – dann wägen wir das Pro und Contra ab“, sagt Schwabl. Eins steht für ihn jetzt schon fest: Die Operation Wiederaufstieg beginnt dank der Pokalgelder früher als geplant. „In der Saison 2016/17 greifen wir voll an!“

Quelle: fussball-vorort.de

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